1. Der Allergie-Begriff:
Allergien sind erworbene pathologische (krankhafte) Reaktionen auf
Fremdsubstanzen: Dies unterscheidet sie prinzipiell von den angeborenen
pathologischen (krankhaften) Reaktionen. Daher kommt auch der Name der "All-Ergie",
wobei die Silbe "All" von "Allos" aus dem Altgriechischen abstammt
und soviel wie "Anders" bedeutet. Im Alltag begegnet uns diese
Wortbedeutung etwa bei den Worten "Alias"= der andere, der falsche Name, das
"Alter ego"=das andere Ich, "Alternative"=der andere Weg,
"Alteration"=Veränderung usw.
Im Zusammenhang mit dem Wort "Allergie" bedeutet die Silbe "Al",
dass die betreffende Person bei erneutem Kontakt mit einer Fremdsubstanz anders
reagiert als ursprünglich. Die "allergische" Person ist also durch mehrfachen
Kontakt mit einer Substanz "sensibilisiert" worden.
Weil der Allergie-Begriff sich ausnahmslos auf erworbene krankhafte
Reaktionen bezieht, kann man die angeborenen krankhaften Reaktionen von den
Allergien dadurch unterscheiden, dass man sie als angeborene
"Unverträglichkeiten" oder auch "Intoleranzen" bezeichnet. In diesem Sinne sind
zum Beispiel die Laktose- und die Fruktose-Intoleranz, wie auch die Zöliakie
(Gluten-Intoleranz), die Alkohol-Intoleranz und die
Blutgruppen-Unverträglichkeiten prinzipiell von den Allergien zu unterscheiden,
obwohl einige Konsequenzen für die Lebensführung und die Nahrungsumstellung durchaus identisch
sein können.
2. Praktische Allergie-Diagnostik:
Hier unterscheidet man hauptsächlich zwei funktionelle Systeme:
A. Das
Immunglobulin-E-System (IgE-System).
Es umfasst ausschließlich die Allergie-Reaktionen vom "Sofort-Typ"
B. Das
Immunglobulin-G-System
(Imu Pro Test).
Es umfasst ausschließlich die Allergie-Reaktionen vom "verzögerten Typ"
3. Allergische Störungen und chronische Krankheiten
A: Krankheiten, die durch das Immunglobulin-E-System (IgE-Sytem) ausgelöst
werden:
Das
Immunglobulin-E-System (IgE-System) umfasst die allergischen Reaktionen, die durch
spezifische IgE-Antikörper vermittelt werden. Die Art der Reaktion wird
auch als Allergie-Reaktion vom "Sofort-Typ" (allergische Typ-I-Reaktion) bezeichnet, da sie
nach erfolgter Sensibilisierung innerhalb von Sekunden oder Minuten durch einen
Allergen-Kontakt in Gang kommt.
Die allergischen Reaktionen, die durch das
Immunglobulin-E-System (IgE-System) vermittelt werden, verlaufen so
stereotyp, dass sie für viele Laien - und leider auch viele Ärzte - als "der
allergische Reaktionstyp" gelten, obwohl es, wie wir hier zeigen können, noch
viele weitere allergische Reaktionsmöglichkeiten gibt.
Die große Einheitlichkeit der allergischen Reaktionen des
Immunglobulin-E-Systems (IgE-Systems) beruht darauf, dass diese durch nur
eine einzige "Transmittersubstanz", das Histamin, vermittelt werden. Im
Wesentlichen besteht der histamin-vermittelte allergische Reaktionstyp aus vier
Elementen:
A1: Die
klassische "Nesselsucht"
oder auch
"urtikarielle" Reaktion
(Urticaria):
Als sei man in die Brennnesseln gefallen,
entsteht eine lokale Hautrötung mit Anschwellung (="Papel"), anfangs mit
Brennschmerz, später mit Juckreiz und eventuell auch
Bläschenbildung, die lokal begrenzt bleiben oder
sich als rotfleckiger Hautausschlag über den ganzen Körper ausbreiten
kann. Die Ähnlichkeit zur Hautreaktion auf Brennnesseln beruht darauf, dass
Histamin auch in den Brennhaaren der Brennnessel enthalten ist und von
diesen regelrecht in die Haut injiziert wird. Die Ausbreitung des Juckens und
des Hautausschlages verläuft bei der
klassischen "Nesselsucht" zumeist absteigend, betrifft also zuerst die
kopfnahen und zuletzt die fußnahen Abschnitte des Körpers, und klingt zumeist
spontan, d.h. auch ohne ärztliche Hilfe wieder ab.
A2:
Allergische Reaktion der Augenbindehaut mit Rötung, Jucken und Tränenfluß
Histamin kann eine Reizung der Augenbindehaut bewirken, die für den
sog "Heuschnupfen" typisch ist
A2:
Allergische Schwellung der Nasenschleimhäute mit Juckreiz, Niessen, Fließ- oder
Stockschnupfen
Histamin kann eine Schwellung der Nasenschleimhäute bewirken, die für
den sog "Heuschnupfen" typisch ist
A1 und A2
werden deshalb auch als die allergische "Heuschnupfenreaktion" zusammengefasst.
A3:
Allergische Atembeklemmung (asthmatische Allergie-Reaktion):
Histamin kann eine Verengung der Bronchien bewirken, die bis zur
asthmatischen Atemnot führen kann
A4: Der
Allergische Schock
Histamin kann durch generalisierte Blutgefäßerweiterung einen dramatischen Blutdruckabfall
bis hin zum Kollaps und Kreislaufschock herbeiführen.
Die
IgE-vermittelte allergische Reaktion vom "Sofort-Typ" (Typ-I-Reaktion)
kann alle diese Elemente oder beliebige Ausschnitte dieses Spektrums beinhalten.
Akut-Therapie:
Calcium oral (zum Beispiel Calcium forte oder Fortissimo Brausetabletten), und
intravenös, Antihistaminika oral und intravenös, Adrenalin intravenös, Cortison
intravenös, in dieser Reihenfolge, individuell nach der Stärke der Reaktion,
aber objektiv immer erst erforderlich bei Atemnot.
Die
klassischen, chronisch-allergischen Krankheitsbilder des IgE-Systems sind: Heuschnupfen, allergische
Sinusitis (Nebenhöhlen-Entzündung), Asthma,
Neurodermitis
Wie für die akute Nesselsucht ist auch typisch für die klassische
Neurodermitis, dass sie vor allem die Kopfhaut, das Gesicht, und hier speziell
die Augenregion und die obere Gesichtshälfte, den Hals, das Dekollete, die Arme, die Hände
sowie die Armbeugen und Kniebeugen betrifft. Auch das
allergische Asthma, die allergische Bindehautentzündung, die allergische
Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) und der Heuschnupfen betreffen ja vor
allem den Kopf, den Hals und die Brust, wohingegen der Bauch, der Unterleib und
die Beine zumeist verschont bleiben. Dementsprechend werden die allergischen
Reaktionen vom Sofort-Typ vor allem durch Licht (sogenannte Photo-Allergie) oder
durch Substanzen ausgelöst, die in der Luft transportiert werden (z.B. Pollen,
Tierhaare und Milbenexkremente). IgE-vermittelte Nahrungsmittel-Allergien sind
dagegen selten.
Zur Arbeitsweise der klassischen Allergologie und deren
Erkenntnisgrenzen:
Die Überschaubarkeit der soweit aufgeführten "klassischen"
Akut-Reaktionen und chronisch-allergischen Krankheitsbilder veranlasst
viele
Allergologen zu der Annahme, dass Krankheiten, deren Symptome außerhalb dieses
Spektrums liegen, keine allergischen Ursachen haben. Daraus ergibt sich
oftmals eine sehr beschränkte Arbeitsweise, die nur beim
Vorliegen der soweit genannten Symptome danach sucht, welche Substanzen (Allergene)
dieselben im Einzelfall auslösen. Doch leider erfasst diese Arbeitsweise
keineswegs den gesamten Formenkreis der allergischen Krankheiten. Dies wird erst
möglich durch den Einbezug des IgG-Systems.
B:
Störungen und Krankheiten, die durch das Immunglobulin-G-System (IgG-System)
ausgelöst werden:
Die vom Immunglobulin-G-System (IgG-System) vermittelten allergischen
Reaktionen werden, da sie erst nach Stunden oder Tagen einsetzen, als
Allergien vom "verzögerten Typ" (Typ-II-Reaktionen) bezeichnet. Die
Verzögerung der Reaktion kann Stunden, oder auch bis zu 3 Tage
andauern. Das macht es der
betroffenen Person schwer, den Zusammenhang der Reaktion mit
einer bestimmten Fremdsubstanz, einem bestimmten "Allergen" durch
Selbstbeobachtung zu erkennen. Besonders schwierig ist
es, den Zusammenhang der Reaktion
mit täglich oder mehrmals täglich verzehrten Nahrungsmitteln wie Brot, Nudeln,
Milch, Hühnerei, Hefe und Nüsse durch
Selbstbeobachtung festzustellen, und erfordert deshalb eine
spezielle Labor-Diagnostik (ImuProTest). IgE-vermittelte
Nahrungsmittel-Allergien sind dagegen selten. Deshalb erhalten Patienten, die
bei Allergologen, Hautärzten und anderen Schulmedizinern untersucht und beraten
werden, zumeist die Auskunft, sie hätten keine Nahrungsmittel-Allergien.
Weitere Unterschiede zu den IgE-vermittelten Allergien betreffen die räumliche Verteilung und das Spektrum der allergischen Symptome.
B1: Die
räumliche Verteilung der IgG-vermittelten allergischen Reaktionen:
Die IgG-vermittelten allergischen Reaktionen betreffen im Unterschied
zu den
IgE-vermittelten allergischen Reaktionen vor allem, aber keineswegs alleinig, das Darmsystem
und die Haut der unteren Körperhälfte, und werden überwiegend durch Nahrungsmittel
ausgelöst.
Schon vor Jahrzehnten war mir aufgefallen, dass es spezielle Verlaufsformen
der Neurodermitis gibt, die entweder alleinig, überwiegend oder wenigstens
zusätzlich den Unterleib und die Beine betreffen. Lange Zeit hatte ich
lediglich das Denkmodell der Stauungs-Dermatitis zur Verfügung, die ein
typischer Befund beim chronischen venös verursachten Blutstau in den Beinen ist.
Nur intuitiv, und ohne Möglichkeit, mich auf ein Testverfahren zu stützen, hatte
ich den Verdacht, dass auch Nahrungsmittel-Allergien bei solchen Verlausformen
der Neurodermits zugrunde
liegen könnten. Auch die Hautausschläge des Gesichtes sind Projektionen des
ganzen Körpers. Bei den IgG-vermittelten Verlaufsformen der
Neurodermitis ist daher sehr oft die untere Gesichtshäfte betroffen. Erst
durch die Verfügbarkeit des IgG-Testes (ImuProTest) ist
dies beweisbar geworden.
B2: Die
bunte und viefältige Symptomatik der IgG-vermittelten allergischen Reaktionen:
An den Reaktions-Ketten des Organismus, die im Rahmen der IgG-vermittelten
allergischen Reaktionen auftreten, ist nicht nur Histamin, sondern eine
große Anzahl von zellulären, nervösen und hormonalen Komponenten und
auch die Interleukine beteiligt. Dies bedingt die phänomenreiche, derzeit nur
bruchstückhaft bekannte Symptomatik der allergischen Reaktionen des IgG-Systems. So erklärt sich
auch die relativ starke Opposition bei gleichzeitiger Ignoranz der Ärzteschaft
gegenüber dem Symptomenspektrum der IgG-vermittelten Allergien:
Juckreiz
ist bei den IgG-vermittelten allergischen Reaktionen nur ausnahmsweise der Fall,
z.B. bei Neurodermitis durch Nahrungsmittel-Allergien vom IgG-Typ. Dann tritt
aber auch der Juckreiz typischer
Weise an den Beinen und am Unterleib auf. Ansonsten verlaufen die Symptome
der Nahrungsmittel-Allergien vom IgG-Typ ganz anders als die IgE-vermittelten
Allergien: Nur die IgE-vermittelte Nahrungsmittel-Allergie, z.B. gegen Äpfel oder Nüsse gibt sich
durch sofortiges Jucken oder Kratzen im Hals zu erkennen. Bei den
Nahrungsmittel-Allergien vom IgG-Typ treten dagegen vielfältige und
verzögerte Darmbeschwerden wie
Völlegefühl, Blähungen, Durchfälle, Nüchternschmerzen des Magens oder spastische
Schmerzen im Darmbereich mit Verstopfung auf. Wahrscheinlich sind sie die häufigste
Ursache dessen, was in der Schulmedizin als "spastischer Darm" oder
"spastisches Colon" bezeichnet wird.
Medizinisch noch bedeutender sind jedoch die Allgemein-Symptome der IgG-vermittelten Allergien, da
sie absolut irreführend sein können für
Ärzte, die diesen Zusammenhang nicht kennen.
Im Folgenden werden daher Symptome allgemeiner und spezieller Art aufgelistet,
die die Öffentlichkeit mit einem noch völlig neuen, unerforschten, sich noch entwickelnden, aber extrem wichtigen Wissensgebiet der Medizin bekannt
machen sollen:
B2a:
Allgemein-Symptome bei IgG-vermittelten Nahrungsmittel-Allergien:
1.Kurzfristige Nervosität, gefolgt von anhaltender Müdigkeit und Schwäche
(Chronisches Müdigkeits-Syndrom).
2. Nüchtern-Schmerzen wie bei Zwölf-Fingerdarm-Geschwür.
3. Chronische Durchfälle mit oft dramatischem Stuhldrang aber vergleichsweise
geringer Stuhlmenge.
4. Häufiger dramatischer Harndrang, auch des nachts, mit Brennen der Harnröhre,
und wiederum vergleichsweise geringer Harnmenge, ähnlich wie bei
Prostata-Vergrößerung. Jedoch tritt die Symptomatik auch bei Frauen auf und
unterscheidet sich von der Prostat-Vergrößerung auch noch dadurch, dass der
Harndrang oft zusammen mit durchfälligen Stühlen auftritt.
5. Abnorme Hungergefühle mit entsprechender Gewichtszunahme.
6. Naschsucht und Unterzuckerungsgefühl
7. Übergewicht ohne erkennbare Ursache
8. Chronische Müdigkeit bis hin zur
Depression
9. Infektanfälligkeit, insbesondere häufige oder ständige, dabei aber nur
schwach fieberhafte Atemwegskatarrhe mit Verschleimung
B2b:
Allergische Lokal-Symptome, die bisher in der Fachliteratur unbekannt sind:
a) Reizsymptome der Harnwege, die leicht mit
Prostata-Beschwerden
zu verwechseln sind, aber typischerweise durch das gleichzeitige Auftreten von
Harndrang und durchfälligen Stuhlentleerungen gekennzeichnet sind. Eine
Fehldeutung als reine Prostata-Beschwerden liegt hier sehr nahe, da der
Harndrang schwer kontrollierbar ist und alle 2 Stunden, auch des nachts,
auftritt.
b) Reizsymptome des Magens, die denen des Zwölffingerdarm-Geschwüres
insofern gleichen, als auch hier Nüchtern-Schmerzen auftreten.
c) Schnarchen.
Besonders der
Zusammenhang von Gewichts-Zunahme, Chronischer Müdigkeit, Infektanfälligkeit,
Prostata-Beschwerden und des Schnarchens mit den
IgG-vermittelten
Nahrungsmittel-Allergien ist absolut sensationell, da es für diese Beschwerden
bisher fast keine oder nur extrem aufwendige Therapie-Verfahren gibt!
C. Zur Arbeitsweise einer neuen Allergologie unter Verwendung eines IgG-
Testsystems.
Alle soweit genannten Symptome hängen dadurch nachweislich mit den
IgG-vermittelten Nahrungsmittel-Allergien zusammen, dass sie innerhalb von 3
Tagen verschwinden, wenn die auslösenden Nahrungsmittel vermieden werden, und
zurückkehren, wenn die nachweislich Allergie-auslösenden Nahrungsmittel wieder
verzehrt werden. Dies macht deutlich, warum hier eine völlig neue Arbeitsweise
im Vergleich zur "klassischen" Allergologie erforderlich ist: Anstatt
herauszuarbeiten, welche Allergene als Auslöser typischer, klassisch definierter
Krankheitsbilder infrage kommen, kehrt sich hier die Reihenfolge der
Arbeitsschritte um: Hat ein Patient unerklärliche, chronische
Krankheitssymptome, so muss der IgG-Test durchgeführt und abgewartet werden,
welche der Symptome bei konsequenter Nahrungsumstellung aufgrund der Testergebnisse verschwinden.
Dies kann für den Betroffenen recht schmerzlich sein, da sich am häufigsten die
glutenhaltigen Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer), Milch und
Milchprodukte, Hühnerei, und Hefe als Allergene fürIgG-vermittelte Reaktionen
erweisen.
Aber die Belohnung folgt auf dem Fuß: Schon 3 Tage nach Einhaltung der
Allergen-Karenz (Karenz = Vermeidung der Allergene) beruhigt sich der Organismus
und die allergisch verursachten Symptome verschwinden.
B3:
Praktische Durchführung der Diagnostik des Immunglobulin-G-Systems
(IgG-Systems):
Seit etwa 10 Jahren verwende ich ausschließlich den
ImuProTest der Firma
CTL.
(Adresse: CTL & Ortholabor GmbH, Postfach 1340, Wilhelm-Geiler-Str 4,
26643 Westerstede)
Da mit besonderer Häufigkeit IgG-vermittelte Allergien gegen alltägliche
Nahrungsmittel wie Brot, Nudeln, Milch, Hühnerei, Hefe und Nüsse durch diesen
Test aufgedeckt werden, fällt es den Patienten extrem schwer, die erforderliche
Nahrungsumstellung durchzuführen. Hier kann ich nur raten, wenigstens für 1
Woche, besser aber für einen ganzen Monat, durch 1:1 Umsetzung des
Testergebnisses, und damit durch 100%iges Weglassen der im Test nachgewiesenen
Allergene einen Zustand der völligen Beruhigung des Organismus eintreten zu
lassen.
Entgegen der Meinung, die das CTL-Labor in seinen
Kommentaren an die Patienten weitergibt, besteht nach meiner 10jährigen
Erfahrung nicht die Gefahr, dass sich das Allergie-Spektrum durch das Einhalten
der Diät verschiebt. Deshalb ist auch die Rotations-Diät, die das
CTL-Labor vorschlägt, nutzlos. Viel sinnvoller ist es, durch systematischen,
kleinschrittigen und geduldigen Wiederaufbau der Diät genau herauszufinden,
welche Allergene gesundheitsrelevant sind, und welche nicht. Denn es gibt auch
"falsch-positive" Testergebnisse, d.h. Befunde, die eine Allergie vermuten
lassen, wo keine ist. Erst mit dem Wiederaufbau der Diät erhält man ein wirklich
realistisches Bild der Situation und leistet den eigenen Beitrag zu einem völlig
neuen Gebiet der Medizin. Es ist nämlich durchaus möglich, dass das eine oder
andere Testergebnis doch nicht symptom-relevant ist, und die Diät also im
Einzelfall dem Patienten unnötigen Verzicht abverlangt.
Auch die sonstigen, vom CTL-Labor zusammen mit dem
Testergebnis wohlmeinend an die Patienten herausgegebenen Ratschläge zur
Diät-Gestaltung sind, soweit sie auf allgemeinen, und eben nicht
Test-spezifischen Befunden beruhen, eher kontraproduktiv insofern,
als sie die ohnehin schon schwierige 1:1 Umsetzung der individualspezifischen IgG-Analysen noch zusätzlich erschweren-
Die Kosten
des Testverfahrens zur Diagnose von IgG-vermittelten Nahrungsmittel-Allergien:
Der ImuProTest von CTL wird in 4 Stufen angeboten:
Stufe 1: Der ImuPro 100 Test. Er kostet 180.- EUR, prüft 100
Nahrungsmittel und bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Stufe 2: Der ImuPro 200 Test. Er kostet 240.- EUR, prüft 200
Nahrungsmittel und kann sinnvoll sein, wenn der ImuPro 100 Test Hinweise ergeben
hat, dass eine außerordentlich große Anzahl von Allergien besteht.
Stufe 3: Der ImuPro 300 Test. Er kostet 455.- EUR, prüft 300
Nahrungsmittel und kann sinnvoll sein, wenn abzusehen ist, dass selbst der ImuPro
200 Test noch nicht umfassend genug ist.
Alle höherwertigen Stufen des ImuPro Testes sind nachträglich noch
einführbar, so dass eine einzige Blutabnahme genügt.
Bedauerlicher Weise werden die Tests auf IgG-vermittelte
Nahrungsmittel-Allergien nur von den privaten, nicht aber von den gesetzlichen
Krankenkassen bezahlt. Aus Gründen, die aus der allgemeinen Arroganz der
internationalen Wissenschaftler-Gemeinde, nicht jedoch aus der Sache
resultieren, werden die Tests auf IgG-vermittelte Nahrungsmittel-Allergien in
der Fachpresse zumeist negativ bewertet. Dabei zeigen die von mir angeführten
Argumente, dass den Kritikern zumeist das Wissen fehlt, das man sich nur durch
jahrelange praktische Erfahrung mit dem Testverfahren erwerben kann.
Differentialdiagnose:
Es genügt nicht, die Diagnose zu stellen, man muss auch die
Differentialdiagnose abarbeiten, mit anderen Worten: Man muss auch sicher
stellen, dass nicht ganz andere Ursachen zusätzlich im Spiel sind. Diese
Notwendigkeit besteht sowohl in Bezug auf die unmittelbare, lokale Symptomatik
im Bereich des Verdauungstraktes, als auch bezüglich der Fernsymptome.
1. Differentialdiagnose der Lokalsymptome bei Nahrungsmittel-Allergien:
a) Hier kommen in erster Linie die sogenannten Unverträglichkeiten in Betracht,
die im Unterschied zu den erworbenen Allergien angeboren sind: Zöliakie,
Laktose-Intoleranz, Fructose-Intoleranz.
b) Verdauungsinsuffizienzen, insbesondere die Fehlfunktionen der Gallenblase und
der Bauchspeicheldrüse (siehe unter Pankreatitis).
c) Divertikulose und Divertikulitis. Sie können ganz ähnliche Symptome erzeugen,
und sind doch gänzlich anders verursacht.
d) Die sogenannten Dysbakterien und Mykosen des Darmes: Diese fasse ich aber im
Unterschied zu vielen Kollegen nicht als primäre Ursachen, sondern als Folge der
Nahrungsmittel-Allergien auf (siehe unter Leaky-Gut-Syndrom).
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