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Hier finden Sie
ein Interview mit Heinrich Brettschneider zum Thema Asthma:
http://jucknix.de/integrative-medizin-gegen-neurodermitis-asthma-interview/
Von der speziellen anthroposophischen Therapie
des Asthma handelt der hier folgende Aufsatz von Heinrich Brettschneider aus dem Jahre 1980,
der sich nur auf einen Aspekt des Asthma bezieht. Zur Ergänzung dieses
Aspektes bitte hier klicken… |
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Die
anthroposophische Therapieregel‘
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dargestellt am
Beispiel des Asthma bronchiale
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Weniger
lautstark, doch unüberhörbar, ist in den letzten Jahren neben die
Erleichterung und Befriedigung des technischen Fortschrittes der Medizin
ein Ruf nach mehr Individualisierung zwischen Arzt und Patient getreten |
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Hohe Grade
individueller Verantwortung des Arztes, allerhöchste Grade persönlichen
Ausgeliefertseins des Patienten sind es, die das öffentliche Interesse
an der Medizin ausmachen. Hier liegt eine spirituelle Seite der Medizin,
denn es verbinden sich das Ich des Patienten und das Ich des Arztes. |
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Ein alleiniges
Beachten des Individuellen in der Medizin stellt jedoch eine Gefahr dar.
Dies wird deutlich an der Homöopathie: Sie betrachtet und behandelt fast
nur noch den individuellen Menschen. Damit ist sie auf dem Wege, den
Kontakt zum pathogenetischen Denken zu verlieren. Auch hier liegt ein
spiritueller Aspekt: Nicht nur die Menschen, auch Krankheiten und deren
Heilmittel müssen in Bezug auf ihr Geistig-Wesenhaftes durchschaut
werden. Mit jeder Natursubstanz, jedem Naturprozess, jeder Kunstsubstanz
und jedem künstlich hervorgerufenen Prozess ist GeistigWesenhaftes
verbunden. Allein darauf beruht jegliche Möglichkeit der Therapie, dass
dieses in eine Wechselwirkung mit dem Wesenhaften des erkrankten
Menschen tritt. |
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Zunächst wird
es dienlich sein, die Phänomene des Asthma bronchiale zu ordnen. Von
dort aus lässt sich rationell zur Therapie kommen: |
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Im Asthmaanfall
steigt kurzfristig der Strömungswiderstand der Atemwege so an, dass
Atemnot entsteht. Im Extremfall kann völliger Atemstillstand eintreten.
Die Störung betrifft vorwiegend die Ausatmung. Nach Abklingen des
Anfalles sind keine Lungenveränderungen feststellbar außer einer hohen
Bereitschaft zur Wiederholung des Anfalles. Stichwortartig ergibt sich
daraus eine mögliche Asthma-Definition: Asthma ist: „vorzugsweise
anfallsartig“, „im wesentlichen reversibel“, und: „eine
Atemwegobstruktion (Atemwegverengung) auf dem Boden einer
Hyperreagibilität (Überempfindlichkeit) des Bronchialsystems2“. |
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Abb. 1 gibt das
Problem nach polaren Kategorien geordnet, wieder: |
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Mit dieser Zuordnung ist gemeint, dass die
Zeitstruktur des Krankheitsverlaufes sehr individuelle Züge tragen kann
(Beispiel: Auslösung eines Anfalles durch Konfrontation mit einer ganz
bestimmten Substanz, Situation oder Person, gegebenenfalls auch nur
einem Abbild derselben). Andererseits spielt Asthma räumlich immer am
gleichen Organ, dem Atemorgan, dem „Asthmaapparat“ (K. Hansens)³. |
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Die Einzelkomponenten des Asthmaanfalles
erlauben eine Ordnung nach denselben Gesichtspunkten (Abb. 2): |
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Der
asthmatische Symptomenkomplex bildet sich in der Regel so aus, dass die
Reihe seiner Komponenten, in Abb. 2 von links nach rechts gelesen, der
Reihenfolge des zeitlichen Auftretens entspricht. Die Todesangst tritt
nicht etwa nur als Folge der Atemnot auf, sondern wirklich im Anfall als
erstes. Weil die Angst dem Asthmaanfall so vorausgeht, wie die „Aura“
dem Epilepsieanfall, hat man früher, sehr bildhaft, das Bronchialasthma
als „Lungen-Epilepsie“ bezeichnet5. |
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Die wichtigsten
Formen des Bronchialasthmas lassen sich den Komponenten des
asthmatischen Symptomenkomplexes so zuordnen, dass deutlich wird, welche
Kategorie jeweils im Vordergrund steht (Abb. 3): |
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Chemisch-irritatives Asthma tritt unter massiven physischen Belastungen
auf, besonders in der Industrie, wenn chemisch stark reizende Substanzen
eingeatmet werden. Eine Substanz, die hier hervorsticht, ist
Schwefelsäure (H2S04). Mit Schwefelsäure kann man im Tierversuch, z. B.
am Hund durch Einatmenlassen, den Zustand der Hyperreagibilität des
Bronchialsystems hervorrufen6. Schwefelsäure stellt auch zunehmend eine
Atembelastung für die Bevölkerung industrieller Ballungsgebiete dar
(nach Anders und Jores7 kamen in Deutschland 1937 siebzehn, 1952
siebenundzwanzig, 1967 siebzig Asthmatiker auf je 10000
Krankenversicherte) |
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Sog.
Psychogenes Asthma steht polar dazu. Sein Auslöser ist die Angst. Angst
ist das „Schwefelsäure~Äquivalent“ des psychogenen Asthmas. |
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Schlägt man
heutzutage ein allgemeines Lehrbuch der Inneren Medizin auf, findet man
wenig mehr als sog. Exogen-allergisches Asthma erwähnt. So auch im
Lehrbuch Schettlers, das relativ preiswert dem Studenten vornormiert,
wohin das Examenswissen reichen soll.8 In solchen Büchern wird Asthma
überhaupt nicht mehr phänomenologisch geschildert, sondern nur noch
aufgelistet im Zusammenhang mit dem sog. Atopie-Status. Zum sog.
Atopie-Status gehört, dass schon die Kindheit mit Milchschorf und
ähnlichen Ekzemen beginnt. Es folgen spastische Bronchitis, eventuell
Heuschnupfen, eventuell Bronchialasthma und allergische Hautkrankheiten
verschiedenster Art. Angeblich ist der Atopie-Status erblich. In der
Diagnosestellung spielt die Familienbefragung eine große Rolle. Worauf
angesichts der auffälligen familiären Häufung des Allergie-Asthmas für
unsere Ordnung geblickt werden soll, ist: Als Auslöser können sehr wohl
Substanzen nachgewiesen werden: Blütenstaub, Hausstaub, Tierhaare,
Pilzsporen usw. Es handelt sich aber um Substanzen, die nur für einzelne
Individuen auslösend sind. Die Anfälle häufen sich im Frühsommer
(Blütenstaub) und Herbst (Hausstaub). |
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Für Infekt-Asthma typisch ist die
vorausgehende oder gleichzeitige Häufung von Infekten der Atemwege.
Grundlage dieser Häufung ist eine Minderwertigkeit des Bronchialsekrets
und der Wärmeorganisation, die eine Erkältungsneigung begünstigen. Es
häuft sich im Winter, und hat einen ersten Häufigkeits-Gipfel im
Kindesalter. |
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Anstrengungs-Asthma: Es wird provoziert durch
körperliche Anstrengung, wenn gleichzeitig trockene, kalte Luft geatmet
wird. Zeitdauer und Art der Anstrengung stehen in paradoxer Beziehung:
Laufen wirkt stärker als Radfahren. 8 Minuten Laufen sind schlimmer als
2 Minuten, aber auch schlimmer als 15 Minuten. Schwimmen wird tadellos
ertragen. Husten und Lachen gehen dem Anfall häufig voraus. Neuerdings
werden Beziehungen zur sog. Kälte-Allergie diskutiert.9 |
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Das echte
Allergie-Asthma ist am häufigsten im 2. Lebensjahrsiebt, denn es heilen
mit der Pubertät bis zu 50 % der Fälle spontan aus12. |
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Einen zweiten
Häufigkeitsgipfel erreicht das „Infekt-Asthma “ weit jenseits der
Lebensmitte: Dann steht die chronische eitrige Emphysembronchitis im
Vordergrund13. Sie veranlasst Asthma, ist aber nicht identisch mit
Asthma. |
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Chemisch-irritatives Asthma betrifft praktisch nur den Berufstätigen,
und diesen besonders, wenn er ein langjähriger Raucher, d.h.
vorgeschädigt ist. |
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Ein sinnvoller
Umgang mit Abb. 3 kann allerdings nur darin bestehen, dass man sieht,
dass keine Asthmaform selbstständig existiert. Alle genannten Formen
haben ihren relativen Stellenwert auf dem Boden einer Hyperreagibilität
des Bronchialssystems. |
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Es gibt aber
heute in der Praxis eine große Anzahl von Menschen, die als einziges
Symptom ihrer Asthma-Erkrankung einen Husten haben, der einfach nicht
mehr weggehen will. Das ist eine leichte Form des Asthmas, die nicht mit
den klassischen Asthma-Anfällen einhergeht, aber dennoch den Beginn
einer chronischen Krankheit darstellt. |
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Goethe
beschreibt den inneren Zusammenhang von Atmung und Empfindung, wenn er
sagt:17 |
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Im Atemholen
sind zweierlei Gnaden: |
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Die Luft
einziehn, sich ihrer entladen. |
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Jenes bedrängt,
dieses erfrischt; |
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So wunderbar
ist das Leben gemischt. |
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Du danke Gott,
wenn er dich presst, |
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Und dank‘ ihm,
wenn er dich wieder entlässt.
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Bei gesunder
Atmung muss einerseits das Seelische ganz in die
Stoffwechsel-Gliedmaßen-Tätigkeit der Ich-Organisation eingebunden sein,
die der Lungentätigkeit den Rhythmus gibt. Andererseits muss die Seele
in dem, was von der Lunge bewegt wird, im Atemstrom, so freibleiben,
dass sich ein gesundes Gefühlsleben entwickeln kann. Was Goethe im
„Diwan“ „Gott“ nennt, das können wir hier die kosmische Weisheit des
höheren Ich nennen, das seine Organisation im Bewegungssystem des
Menschen schafft. Für die Gesetzmäßigkeit, mit der solches geschieht,
soll der Begriff „Karma“ eingesetzt werden. Man denke an die
übermenschliche Weisheit, die in Blutkreislauf, Verdauung, Ausscheidung,
Sexualität waltet. Auch an die Kräfte unserer Gliedmaßen denke man, die
wir im Laufe unseres Lebens nur allmählich und nur teilweise zu lenken
lernen. Abb. 4 zeigt den Begriff vom „Ich“, wie er zunächst am
Gegenstandsbewusstsein erfahren wird, erweitert für ein Verständnis der
Atmung. |
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In dieser
Betrachtung sind die Wesensglieder, die die Anthroposophie im Menschen
unterscheidet, folgendermaßen wirksam: Das fertige Sinnesorgan ist
Physischer Leib. Während der Embryonalzeit hervorgebracht und als fertig
gebildetes Organ lebend erhalten wird es vom Bildekräfte- oder auch
Ätherleib, der Lebensorganisation des Menschen. Die Wachheit der Seele
stützt sich auf die leibliche Seelenorganisation, den Astralleib. Das
Ich-Bewusstsein des Menschen, das mit dem Schärfepunkt des Sehens den
Leib bis an die Sehgrenze verlassen kann, wird im Leibe von einer
Ich-Organisation getragen. |
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Der Asthmatiker kann sich der eingeatmeten
Luft nicht entledigen, weil die Ich-Organisation aufhört, dem in der
Atmung tätigen Astralleib rhythmische Zeitstruktur zu geben. Vor
Arbeitern schilderte R. Steiner18, durch welche Lebenssituation eine
asthmatische Krankheitsdisposition hervorgerufen werden kann:
Anlässlich einer Hustenkrankheit, z. B. eines Keuchhustens, entsteht
eine Wunde auf der Bronchialschleimhaut des Kindes. |
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Der Astralleib
engagiert sich an diesem Defekt, wird sinnesartig tätig: Die
Hustenstöße, die nun folgen, dienen nicht dem Gasaustausch. Sie sind
bloße Reaktion auf den Reiz. Der Therapeut muss in diesem Stadium so auf
die Umgebung des Kindes einwirken, dass jegliches Erschrecken vermieden
wird: Durch Erschrecken würde nicht nur der Keuchhusten verschlimmert.
Es würde Asthma präformiert: Im Erschrecken fährt das Ich aus den
Gliedern, das Antlitz erbleicht. Der Astralleib wird nun von der Seite,
die die Atmung rhythmisiert, zu wenig organisiert. Dort, wo die
Schleimhaut defekt ist, lässt er nicht locker. Wo der Astralleib die
Lebensorganisation zermürbt, tritt er unmittelbar auf den physischen
Leib: Verkrampfung ist die Folge. |
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R. Steiner
fasst die Situation zusammen, wenn er sagt: „Asthma, das durch
Verkrampfung entsteht, und das in seinem Symptomenkomplex Blutanfüllung
unten, Blutleere oben hat, … Bei einem solchen Asthma handelt es sich
darum, dass der Sinnes-Nerven-Prozess in den Atmungsprozess
hinuntergerutscht ist.“19 |
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Abb. 5 gibt
schematisch den asthmatischen Symptomenkomplex in bezug auf die darin
wirksamen Wesensglieder des Menschen wieder. Schreck kann, wenn das Ich
dazu disponiert ist, die Ich-Organisation herauslocken aus dem
Wesensgliedergefüge. Spasmus entsteht, wenn Seelisches ohne Regulation
von seiten der Ich-Organisation im Organismus wirkt. Sekreteindickung
ist die Folge, wenn der mangelhaft regulierte Astralleib die
Lebensorganisation, d. h. den Ätherleib, zermürbt. Schleimhautschwellung
bildet sich, wenn der Ätherleib daraufhin nicht mehr in der Lage ist,
die physische Gestalt im Gleichgewicht zu halten: Die ersten Anfänge des
Gestaltverlustes bestehen in einer noch rückbildungsfähigen wässrigen
Schwellung der Bronchialschleimhaut (Ödem). |
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R. Steiner gibt
in dem Vortrag über Keuchhusten die gleiche Therapie an wie bei Asthma:
Säure äußerlich. Es kann nun auf eine erste Art versucht werden, die
anthroposophische Therapieregel am Beispiel der Säureanwendung gegen
Bronchialasthma darzustellen. |
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Für die
Homöopathie wurde von Hahnemann20 als Therapieregel formuliert:
Krankheiten, die durch ein Gift in großer Dosis hervorgebracht werden,
können durch ein ähnliches Gift in kleiner Dosis geheilt werden (Similia
similibus curantur). |
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Nach R. Steiner
deckt sich diese Regel erst mit den Tatsachen, wenn sie so umgeformt
ist: Was über den unteren Menschen beigebracht, in großer Dosis krank
macht, das wirkt heilend in kleiner Dosis über den oberen Menschen, und
umgekehrt.1 |
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Was R. Steiner
als Metalltherapie vorführt, bedient sich vorwiegend kleiner Dosen.
Unschwer wird der homöopathisch Geschulte in R. Steiners Schilderung des
asthmatischen Symptomenkomplexes (Verkrampfung, Blutleere oben, Blutstau
unten) das Heilmittelbild des Kupfers wiederfinden, das Steiner im
gleichen Vortrag knapp umreißt (Kreislaufstörungen als Folge von
Unterernährung). Steiner verfolgt den Gedanken aber hier nicht weiter,
sondern wählt überraschend den anderen Weg: Säure äußerlich. |
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Wie wirkt Säure
äußerlich? — Man spürt sie auf der Haut: Säure brennt. Säureanwendung
führt eine flächige Reizung des Hautsinnes herbei, der eine reaktive
Hautrötung folgt. Nicht ätzende Säuregrade können eine zu weiche Haut
therapeutisch festigen. Starke Säuregrade machen
Verbrennungserscheinungen. Konzentrierte Schwefelsäure verkohlt die Haut
von der Oberfläche her. Die Wirkung des Säurehaften wird noch
deutlicher, wenn man mit Lauge vergleicht. Lauge stumpft den Hautsinn ab
und weicht die Haut auf. Konzentrierte Natronlauge sickert in die Haut
ein und macht innen eine Verkochung (Quellungsnekrose). Nicht nur
chemisch, auch biologisch wirken Säure und Lauge polar. |
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Schwefelsäureinhalation kann den Hund zum „Asthmatiker“ machen. Andere
Asthma-Auslöser sind gewissermaßen Säure-Äquivalente. Asthma ist eine
Vergiftung des mittleren Menschen durch Säure-Äquivalente, d. h. eine
„imponderable“ Säurevergiftung. Dieser muss begegnet werden durch eine „ponderable“
Säurevergiftung, d. h. eine Säureanwendung über den oberen Menschen, in
großer Dosis: Die Sinnestätigkeit, die aus dem oberen in den mittleren
Menschen heruntergeschlagen ist, wird zurückgeholt durch einen
künstlichen, stärkeren Sinnesprozess auf der Haut. (Im Vergleich zur
Haut, auf deren Sinnestätigkeit gewirkt wird, ist das Atmungssystem
unten. Zur sachgemäßen Anwendung der Therapieregel gehört also in jedem
Fall ein korrelierendes Eingehen auf die relative räumliche Lage des
Krankheitsprozesses zum Ort der Heilmittelanwendung). |
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Es wäre damit
der Aufgabe entsprochen, die durch das Thema gestellt ist: Die Lösung
einer Dosierungsfrage anhand der Therapieregel. Allerdings bliebe der
Einwand, dass ein ähnlicher Effekt mit ganz anderen Substanzen zu
erreichen ist, wenn diese nur auch einen starken, flächigen Hautreiz mit
Rötung zu setzen vermögen (z. B. mit Senfmehl). |
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Was hat die
Säure als Substanz mit dem Krankheitsgeschehen zu tun? Die Art unserer
heutigen Bildung führt dazu, dass wir uns unter einer
substanz-spezifischen Heilmittelwirkung kaum anderes vorstellen können,
als dass Bestandteile dessen, was angewendet wird, in den Organismus
aufgenommen werden. Erst wenn dies der Fall sein kann, rechnen wir mit
einer innermenschlichen Wechselwirkung. Für den heutigen Mediziner gibt
es kaum eine größere Herausforderung seiner Skepsis als die Anwendung
äußerer Mittel in der Therapie, die voraussichtlich nicht ins Innere
dringen. |
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Solch ein
Denken rechnet nicht mit der Tatsache, dass die menschliche
Leibesorganisation in sich polar ist: Ein Pol dieser Organisation ist
das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Hier steht die Aufnahme von
Substanzen im Vordergrund. |
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Das
Sinnessystem verhält sich jedoch polar dazu: Für das sinnliche
Wahrnehmen ist die Aufnahme substanzieller Bestandteile der
Wahrnehmungsobjekte keineswegs Bedingung. Wohl nehmen wir Substanzen
auf, um Riechen oder Schmecken zu können. Im gesamten Sinnesspektrum
haben diese beiden Sinne jedoch eine Ausnahmestellung: Im Schauen
begnügen wir uns mit Lichtreflexen von der Oberfläche der Gegenstände.
Zum Tasten genügt uns ein Druck gegen die eigene Leibesgrenze. Eine
Schwingungsdifferenz genügt uns, zu hören, ob ein Gegenstand hohl oder
massiv in seinem Inneren ist, usw. Analog dazu besteht auch keine
Notwendigkeit, dass Bestandteile des Säurebades in die Haut eindringen
müssen, damit eine biologische Antwort des Organismus erfolgt. |
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W. Ruhmann21
konnte die Magenperistaltik durch Aufbringen von Säure (Salizylsäure)
auf die Haut des Oberbauches beeinflussen. Die Wirkung trat nur ein,
wenn Hautrötung erreicht wurde. Schmerzhafte Stimuli hingegen, z. B.
Stechen, Zwicken, Elektrisieren, hatten keinen Einfluss, es sei denn,
sie waren so stark, dass es zu einer Allgemeinwirkung auf den Organismus
kam. |
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Hautrötung ist
ein Zeichen für ein verstärktes Eintauchen der Ich-Organisation im
Zirkulationssystem. Vom Säurebad ist deshalb nicht nur eine
krampflösende, sondern auch eine allgemein kräftigende Wirkung zu
erwarten. Nicht: Was hat die Säure als Substanz mit dem Menschen und
seinen Krankheiten zu tun, muss gefragt werden (denn die Sinneswirkung
ist eine spezifische Wirkung dieser Substanz), sondern: welche Rolle
spielt Säure für das menschliche Stoffwechselsystem? — Welche Rolle
spielt der Stoffwechsel für die Entstehung des Asthma? |
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H. J. Sielaff22
hat einmal zusammengestellt, wie viele Forscher schon Magendarmstörungen
in Verbindung mit Bronchialasthma beobachtet haben. Der Zusammenhang ist
sicher signifikant, auch dann, wenn man von Nebenwirkungen der üblichen
Asthmabehandlung absieht. Die häufigsten der mitgeteilten Störungen
waren unspezifisch: Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme, abdominelle
Schmerz- und Beschwerdezustände wie Völlegefühl, Aufstoßen, Blähungen,
Darmkrämpfe, Schluckstörungen und Stuhlverstopfung. Eine Häufung von
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Reizkolon und Colitis ulcerosa
konnte jedoch in den letzten Jahren nicht bestätigt werden. |
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F. E.
Schmengler23 führt zahlreiche Autoren an, die ebenso unspezifische
Störungen der großen Stoffwechseldrüsen Leber, Pankreas und Nieren
fanden. Diesbezügliche Beobachtungen sind seitdem so in die Breite
gewachsen, dass heutige Asthma-Monographien lieber gar nichts davon
erwähnen. |
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Wir möchten
hier nur drei weitere Tatsachen hinzunehmen: |
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Zweifellos
verstoffwechselt der Gesunde im Gegensatz zum Asthmatiker nahezu
unbemerkt, was sich fortwährend an Pollen, Milben, Hausstaub,
Tierhaaren, Bakterien usw. auf der Bronchialschleimhaut
niederschlägt.
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Die sog. „pulmonale
Kachexie“, d.h. die Abmagerung des Asthmatikers, noch mehr der
Wachstumsrückstand der Asthma-Kinder, springt so ins Auge, dass D.
Nolte, obwohl Lungenfacharzt, ein ganzes Kapitel diesem Sachverhalt
widmet.2
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Während des
Anfalles treten kurzfristig starke Veränderungen des
Flüssigkeitshaushaltes von Nieren und Haut ein, die erstmals von 0.
Rosenbach24 mitgeteilt, von W. H. Weil25 näher beschrieben wurden.
Der Harn ist während des Anfalles seiner Menge nach drastisch
reduziert, dunkel gefärbt und sauer. Nach dem Abklingen des Anfalles
tritt Harnflut auf mit reichlich hellem, alkalischem Urin (Unna
spastica). Ein vergleichbarer Wechsel von Harnstau und Harnflut ist
bekannt für epileptisehe Anfälle.
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Ähnliches gilt
für die Schweißbildung: Im Anfall wird mit zunehmender Atemnot der
Schweiß spärlich, kalt und klebrig, und findet sich nur an Stirn-, Hand-
und Fußflächen. Bei abklingender Atemnot wird reichlich warmer, nicht
klebender, nicht riechender Schweiß von der ganzen Körperoberfläche
abgegeben. Das Schwitzen im Anfall entspricht dem Typus des
„emotionellen Schwitzens“ das nach dem Anfall dem Typus des „WärmeSchwitzens“
nach Kuno26. |
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Unsere heutige
Bildung möchte suggerieren, der Mensch sei ein kompliziertes
Chemielabor. Diese Ansicht wird besonders stark in bezug auf das
menschliche Stoffwechselsystem ausgebildet. Sie deckt sich aber
keineswegs mit der Beobachtung: Gehen wir in ein Chemielabor. Machen
wir einen Ansatz, z. B. aus Natronlauge und Salzsäure. Wir finden dann:
Je nach Proportion der Zusätze ist der Ansatz mal sauer, mal basisch.
Nie aber können wir erleben, dass der Ansatz von sich aus ins Saure geht
oder von sich aus umschlägt ins Basische. — Der menschliche Muskel z. B.
tut dies unzählbar oft im Menschenleben: Wenn er arbeitet, wird er
sauer, wenn er ruht wird er basisch usw. Was R. Steiner „das Kosmische
in der Muskelchemie“27 nennt: Wir können es anfänglich mit „Rhythmus“
übersetzen — Auch Laboransätze zeigen, wenngleich nur torsohaft,
Rhythmus: Maximal 6 Stunden lang kann die sog. oszillierende Reaktion
nach Belousov-Zabotinski rhythmisch hin- und herschlagen. Dann tritt
Stillstand ein. Es ist damit die Perspektive offen einsehbar, die der
Mensch hätte, wäre er ein kompliziertes Chemielabor: Er hätte maximal 6
Stunden zum Leben. |
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A.
Scheffler, auf. dessen Arbeit hier zurückgegriffen wird28, hat ein
Denken über den Chemismus ausschließlich aus sinnenfälligen Tatsachen,
d.h. frei von den heute üblichen atomistischen Hypothesen, aufgebaut.
Dabei ist sichtbar geworden, was die Substanzen als chemische
Fähigkeiten tragen: Säure hat z. B. die Fähigkeit, Lauge zu binden. Jede
Säure hat außerdem die Fähigkeit, eine relativ schwächere Säure
freizusetzen. Polar dazu die chemischen Fähigkeiten von Lauge: Lauge
bindet Säure und setzt eine schwächere Lauge frei. |
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Auch die
Anwendung auf die Muskelchemie stammt von Scheffler29: Ein Muskel hat,
innerhalb des Organismus, die Fähigkeit, Säuren freizusetzen, wenn er
arbeitet (Kohlensäure, Milchsäure, Phosphorsäure). Er bindet schwache
Säuren, wenn er ruht: Phosphorsäure, Glukose (Glukose darf als Aldehyd
ein schwach saurer Charakter zugeschrieben werden; im ruhenden Muskel
wird sie als schwach basische Stärke gebunden). Es verhält sich also der
Muskel, je nachdem, ob er ruht oder arbeitet, mal wie eine Säure, mal
wie eine Base, ohne dass durch chemische Analyse eine Einzelsubstanz
gefunden werden kann, die im Muskel so wirkt. Auch der Muskel als ganzer
verliert diese Fähigkeit rasch, wenn man ihn trennt vom Organismus. Es
kann weder eine Einzelsubstanz, noch das isolierte Organ Rhythmus
entfalten, sondern nur der Prozesszusammenhang. Es lässt sich also die
Existenz des Ätherleibes als Denknotwendigkeit darstellen, der dem
Substanzgeschehen Zeitstruktur gibt. |
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Man blicke mit
diesen Begriffen auf die Prozesszusammenhänge des menschlichen
Magendarmtraktes: Ein erster Schritt der Verdauungstätigkeit setzt
Säuren frei. Räumlich erstreckt er sich vom Munde (Ptyalinisierung) bis
zur Darmwand (s. Abb. 6, Rot). Das Freisetzen von Säure ist am
deutlichsten in der Fettverdauung (Freisetzen von Fettsäuren). Die
Eiweißverdauung setzt Aminosäuren, die Kohlehydratverdauung
Monosaccharide frei, die als Alkohole und Aldehyde schwach sauren
Charakter tragen. Der erste Verdauungsschritt entspricht also einer
Säuretätigkeit. |
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Die
freigesetzten „Säuren“ (gemeint sind alle Spaltprodukte der Fett-,
Eiweiß-, und Kohlehydratverdauung) werden aufgenommen von einem zweiten
Prozess. Dieser spielt sich ab jenseits der Darmwand, d.h. zwischen
Darmwand, Lymph-, Blut- (d.h. Pfortader-), Milz- und Lebersystem. Weil
er Säuren bindet, läßt er sich als Laugentätigkeit beschreiben. Es wird
dabei nicht so sehr nur auf den Säurecharakter des Aufgenommenen
geblickt wie darauf, dass dieser Prozess als bindender dem ersten
Prozess als freisetzendem so polar gegenübersteht, wie sich die
chemischen Fähigkeiten von Lauge und Säure gegenüberstehen (siehe Abb.
6, Blau). |
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R. Steiner
schildert den Nahrungsaufnahmeprozess mehrfach30,31 als einen doppelten:
Der Einsonderung in den Darm (Abb. 6, Rot) folgt die Aufnahme des
Eingesonderten jenseits der Darmwand (Abb. 6, Blau). |
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Die
Einsonderung — in Schefflers Begriffen eine Säuretätigkeit — wird von R.
Steiner als strahlender Prozess bezeichnet, denn er ist Fortsetzung und
Metamorphose der Sinnestätigkeit, vor allem des Riechens und Schmeckens,
nach innen. Riechen und Schmecken führen nicht, wie z. B. Hör- und
Sehsinn, hinaus in die Außenwelt, sondern hinein in den Leib. Dort
bewirken sie die sog. nervale Phase der Magensekretion. (Deshalb R.
Steiners Hinweis, dass Riechen und Schmecken herausfallen aus der Reihe
der Sinne.) |
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Die nach innen
metamorphosierte Sinnesstrahlung löst eine reflektorische Tätigkeit des
Astralleibes aus, die zu Schweißbildung (,‚Geschmack-Schwitzen“ nach
Kuno) und Harnabsonderung30 führt (s. Abb. 6, Grün). |
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Den zweiten
Nahrungsaufnahmeprozess, die Aufnahme des Eingesonderten — in
Schefflers Begriffen eine Laugetätigkeit — bezeichnet R. Steiner als
einhüllenden Vorgang. Er hängt mit der Tätigkeit des Struktureiweißes
der großen, nach hinten gelegenen parenchymatösen Organe Leber, Lunge,
Hirn, — besonders der Leber, zusammen. Während der einstrahlende Prozess
mehr unter der Dominanz des Astralleibes steht (Metamorphose der
Sinnestätigkeit, Devitalisierung der Nahrungsstoffe), steht der
einhüllende Vorgang unter der Dominanz des Ätherleibes (Wiederaufbau der
devitalisierten Nahrungsstoffe zu körpereigener, belebter Substanz). |
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Der einhüllende
Vorgang löst reflektorische Tätigkeiten aus, die wie dieser unter der
Dominanz des Ätherleibes bleiben. Sie führen zur
Stuhlentleerungsbewegung des Darmes (sog. gastrokolischer Reflex)
einerseits. Andererseits wird eine Förderung der Sekretbildung und
Flimmerbewegung der Bronchialschleimhaut (sog. mucociliäre Reinigung)
angeregt (s. Abb. 6, Gelb). Damit wird der gesunde Zusammenhang von
Darm- und Atmungsfunktion überhaupt erst deutlich: Fortwährend muss
durch ein harmonisches Ineinandergreifen von Säure- und Laugeprozessen
des Darmtraktes ein Gesundungsprozess der Bronchien unterhalten werden,
der auslöscht, was als Austrocknungs- und Reizbildungstendenz mit der
Atemluft hereindringt. |
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An dieser
Stelle lässt sich mit Schefflers Begriffen auch verarbeiten, was man
heute über die Biochemie des Bronchialsekretes weiß: Eine ständig
unterhaltene proteolytische (d.h. eiweißverdauende) Aktivität des
Bronchialsekretes hält die Luftwege unterhalb des Kehlkopfes praktisch
keimfrei. Das Lysozym, das bedeutendste und bisher am besten bekannte
Enzym des Bronchialsekretes tut dies, indem es Muraminsäure aus der
bakteriellen Zellwand freisetzt, was einer Andauung gleichkommt
(Säuretätigkeit). Andere Eiweißkörper, insbesondere das sog.
sekretorische Immunglobulin A, müssen hinzutreten, um das Innere der
Bakterien für die Andauung freizulegen.32 Sekretorisches Immunglobulin A
spielt aber auch eine bedeutende Rolle dadurch, dass es feine Reizstoffe
(z.B. Blütenstaub) bindet. Mangelhafte Bildung von sekretorischem
Immunglobulin A liegt nach heutiger Kenntnis dem Pollen-Asthma, einer
Sonderform des Allergie-Asthmas, zugrunde, evtl. auch der Häufung
bronchitischer Erkrankungen bei Asthma-Kindern33. Makrophagen
(Eiterzellen), die bei Reizzuständen der Bronchien in den
Bronchialschleim einströmen, können die ständig vorhandene proteolytische Aktivität auf der Schleimhautoberfläche drastisch
steigern durch zusätzliches Freisetzen eiweißverdauender Fermente.
Normale Bestandteile des Bronchialsekretes (sog. d 1-Antitrypsin und
ein sog. niedermolekularer Proteaseninhibitor) binden, d. h.
neutralisieren den überschießenden Säureprozess. Nach Schefflers
Begriffsbildung unterhalten sie eine Laugetätigkeit. Ihr Fehlen liegt
nach heutigem Verständnis der Entstehung des Infekt-Asthma und der
endgültigen Lungendeformation durch Andauung bei chronischer Bronchitis
zugrunde. Der Bronchialschleim solcher Patienten gleicht insofern der
Schwefelsäure, als er wie diese im Tierversuch Hunde zu „Asthmatikern“
machen kann.6 |
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Damit wird
deutlich: Die Vorgänge an Bronchien und Darm sind teilweise analog: Hier
wie dort gibt es einstrahlende Säure- und einhüllende Laugenprozesse.
Und sie bedingen einander. |
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Auch in den
Sinnesorganen findet sich die Doppelheit einstrahlender Säure- und
einhüllender Laugeprozesse rhythmisch tätig: Im Auge ist es z.B. das
Licht, das säureartig wirkt. Es setzt dort Vitamin-A-Aldehyd, das
fortwährend Vitamin-A-Säure werden möchte, aus seiner Bindung an Opsin,
einem Eiweißkörper der Netzhaut, frei. |
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Auch hier muss
der Ätherleib rhythmisch eingreifen, indem er in der Ruhephase des Auges
Vitamin-A-Säure und Opsin zum Rhodopsin (Sehpurpur), einer sog.
Schiffschen Base, verbindet. Dieser LaugeProzess ist Voraussetzung für
die Fähigkeit das Auges, erneut zu sehen. |
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Die sog.
Schneeblindheit z. B. entsteht bei strahlungsbedingter
Keratokonjunktivitis durch intensiven Augenlid-Krampf. Er bewirkt, dass
der Betroffene seine Augen nicht öffnen kann und insofern vorübergehend
„blind“ ist. „Schneeblindheit“ tritt ein, wenn bei extremer
Sonnenlichtreflexion übermächtige Sinnestätigkeit (Säureprozess) die
Regeneration des Sehpurpurs (Laugeprozess) zu überwältigen droht. |
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Die Analogie
zum Asthma (mittlerer Mensch) ist deutlich. Gegenüber den Verhältnissen
im unteren Menschen finden sich auch polare Gesichtspunkte: Was sich im
oberen Menschen (Sinnesorgane) als Kampf zwischen Außen (Säureprozess)
und Innen (Laugeprozess) auslebt, ist im Darmtrakt primär innere
Doppelheit. Der Darmtrakt enthält die Außenwelt eingestülpt —
metamorphosiert. |
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Was ist
Appetit, menschenkundlich? Im Ätherleib entsteht eine negative
Nahrungsbilanz. Dies teilt sich dem Astralleib mit und tritt durch die
Empfindungsseele als Appetit in das Bewusstsein. Der Appetit richtet
sich auf das, was uns im Innern fehlt, weil der Astralleib teilnimmt an
den Stoffwechselprozessen des Ätherleibes. |
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Aus eigener
Beobachtung weiß jeder Mensch, dass seelische Belastung appetitlos
machen kann. H. W. Smith konnte nachweisen, dass Kälte, Angst und
Mathematik gleichermaßen eine Minderdurchblutung von Darm, Haut und
Nieren herbeiführen34. Appetitlosigkeit entsteht, wenn sich der
Astralleib aus dem Ätherleib der Stoffwechselorgane zurückzieht. Dies
ist die Wirkung seelischer Belastung: der Astralleib zieht sich auf den
oberen Menschen zurück. Der gesunde Mensch erleidet solches nur
vorübergehend. Als Dauerzustand ist es die sog. Neurasthenie, die
konstitutionelle Nervenschwäche, die so geartet ist, dass die leibliche
Innenwelt vom seelischen Außenmilieu überwältigt wird. Hautblässe und
Appetitmangel sind Kardinalsymptome der Neurasthenie, weil sich der
Astralleib ständig nach oben zurückziehen möchte. |
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Substanzen des
äußeren Milieus können wie Kälte, Angst oder Mathematik wirken.
Allergische Ekzeme, Heuschnupfen und Asthma sind neurasthenische
Krankheiten par excellence. „Appetitlosigkeit“ der inneren Organe ist
Grundlage aller Funktionsstörungen, die zu Asthma führen. |
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Können
seelische Erlebnisse substanzartig, d.h. konstitutionsbildend wirken? |
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Der gesunde
Erwachsene erleidet die körperlichen Folgen seelischer Belastung deshalb
nur vorübergehend und nur bis zum Grade funktioneller Störungen, weil er
eine voll ausdifferenzierte Lebensorganisation hat, die ein
distanziertes Bewusstsein trägt. Während des Embryonallebens gibt es
noch keine Differenzierung in bewusste und unbewusste Lebensprozesse.
Der Embryo erlebt den Geschmack nicht nur auf der Zunge, sondern durch
den ganzen Organismus hindurch, allerdings überall unbewusst. Sein
ganzer Leib ist Sinnesorgan. Alle vorgeburtlichen Erlebnisse wirken
deshalb unmittelbar in die Organbildung hinein. Durch Kümmernisse und
Schocks der Mutter, die sich während der Schwangerschaft häufig
wiederholen, entsteht im Embryo ein Astralleib, der sich dauernd auf den
oberen Menschen zurückziehen möchte37. Für die ersten Lebensjahre nach
der Geburt, in denen immer noch als Grundsituation vorherrscht, dass ein
distanziertes Bewusstsein nicht ausgebildet ist, kann die
neurasthenische Veranlagung dadurch weiter eingeprägt werden, dass die
Eltern Prügel geben oder ihre neurotischen Ängste verbreiten. |
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Asthmatiker
leiden auffällig oft unter unangenehmen Geruchswahrnehmungen. Dies hat
die psychosomatische Medizin zur Kenntnis des Asthma bronchiale
beigetragen. Durch hals-nasen-ohren-ärztliche Spezialuntersuchungen
konnten objektive Änderungen der Geruchsinnesschwelle, d. h. messbare
Änderungen des physischen Geruchsorganes, ausgeschlossen werden. Das
Phänomen wurde der psychosomatischen Tradition gemäß nur symbolisch
interpretiert als Zeichen neurotischer Sauberkeitszwänge und
Beschmutzungsängste35. |
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Für die
anthroposophische Methode ist jedoch klar: Antipathische
Geruchsillusionen sind einerseits Ausdruck der Neigung des Astralleibes
vom Stoffwechselsystem zurückgezogen, d.h. zu stark sinnesartig zu
arbeiten. Andererseits sind sie Ausdruck der Abneigung des Ätherleibes,
den Astralleib an den Lebensprozessen der Stoffwechselorgane teilnehmen
zu lassen37. Dies teilt sich als „Anti-Appetit“, als Ekel der
Empfindungsseele mit und wird dort zum Inhalt antipathischer
Geruchssinnestäuschungen. |
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Es entsteht
deshalb die Frage, ob nicht auch der amerikanische Stil der
Kindererziehung neurasthenische Krankheiten produziert: An sich
prügelfeindlich und kinderlieb orientiert, ist er doch deutlich auf dem
Prinzip des Ekels aufgebaut! Ist nicht anerzogener Ekel vor allem
Natürlichen ein Grundmotiv der Waschmittel-, Deodorant- und
Plastikkultur? Das Ekelprinzip ergänzt sich mit der Wirkung des
Kinderfernsehens, die die Kinder daran hindert, ihre Gliedmaßen zu
erleben, d.h. den Astralleib im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System zu
engagieren. Allergische Hautkrankheiten, Heuschnupfen und Asthma sind
Charakterkrankheiten des anglo-amerikanischen Kulturraumes. |
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Für die
Diagnose der asthmatischen Konstitution sind also zweierlei Perspektiven
zu beachten: Im Atmungssystem ist der Astralleib zu stark engagiert, im
Stoffwechselsystem zu wenig. Einerseits wurde versucht, plausibel zu
machen, wie man mit starken, flächigen Säureanwendungen über den oberen
Menschen d.h. über die Sinnesfunktion der Haut den zu stark
eingreifenden Astralleib aus dem mittleren Menschen herauslockert. |
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Außerdem ist
plausibel geworden warum R. Steiner starke Säure innerlich z.B. die
stark gerbsäurehaltige Eichenrinde37 (Cortex Quercus 10%) empfiehlt: Was
als Prozess (Astralleib zu stark) im mittleren Menschen krankmachend
wirkt, das wirkt in großer Dosis gegeben heilend über den unteren
Menschen: Gerbsäure bewirkt eine verstärkte Tätigkeit des Astralleibes
im Einsonderungsprozess (Säureprozess nach Scheffler). |
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Wie der untere
Mensch prozessual eine Doppelheit hat (Einstrahlen — Einhüllen), so hat
auch die asthmatische Konstitution des unteren Menschen eine zweite
Seite: Der Ätherleib der inneren Organe entwickelt eine Abneigung, den
Astralleib in sich aufzunehmen. |
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Die notwendigen
Folgen einer einfachen innerlichen Gerbsäure-Therapie sind klar: Die
Krankheit wird schlimmer, denn es kommt zum Stau dessen, was der
Ätherleib nicht hereinlassen will. Dieses Problem wird gelöst durch die
Gabe von Bitterstoff: Bitterstoffe machen den Ätherleib geneigt, den
Astralleib in sich aufzunehmen. Eine kunstgerechte, innerliche
Asthma-Behandlung muss also immer zwei Mittel verwenden: z. B. Gerbsäure
(Cortex Quercus 10%) morgens, Bitterstoffe (z. B. Veronica officinalis
10%) abends. Fortbestehende Stuhlverstopfung könnte dennoch den
Behandlungserfolg zunichte machen. Deshalb soll zu Beginn der Therapie
mit zusätzlichen Abführmitteln durchaus bis zum künstlichen Durchfall
gegangen werden. |
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Die
anthroposophische Therapie setzt also eine qualitative und räumliche
Erkenntnis des Krankheitsprozesses voraus. Gerade das Beispiel der
Geruchstäuschungen bei Asthmatikern zeigt, dass Symptome, die im oberen
Menschen auftreten (Sinnestäuschungen), durchaus dem unteren Menschen
zugeordnet werden müssen, wenn ihre Gründe dort liegen. |
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Wer über das
Stoffwechselsystem, d.h. innerlich, behandelt, darf nicht nur einen
Prozess anregen. Vielmehr kommt es darauf an, den Prozess, den man
anregt, in einem zweiten Prozess einzufangen. Was R. Steiner mit der
Kombination von Blei und Honig (Scleron®) am Beispiel der
arteriosklerotischen Stoffwechselkrankheit ausführt, ist Arbeitsaufgabe
in bezug auf andere Krankheiten geblieben. Die Schritte, die hier für
die Asthma-Behandlung unternommen wurden, mögen durch ihre Kleinheit
enttäuschen. Allein, ein wirkliches Durchschauen dessen, was als äußerer
Symptomenkomplex vorliegt und was durch ärztliche Maßnahmen
hervorgerufen wird, kann nur in kleinen Schritten erreicht werden. |
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Ausblick |
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Es folgt nun
eine eigene Beobachtung zur Bedeutung des Ich für die Heilung des
Asthma: Ein Mann mittleren Alters erzählte mir, er habe das Problem,
dass es für ihn überall nach Kot rieche. Sofort fragte ich zurück: „Sind
sie Asthmatiker?“ — „Nein“ antwortete er, „das nicht, aber ich habe in
meiner Kindheit Asthma gehabt.“ „Dann muss Ihre Mutter sehr schwere
Erlebnisse in der Schwangerschaft gehabt haben.“ — „Hm, eigentlich
nicht. Das heißt, einen ganz schweren Kummer hat sie doch gehabt: Alle
meine Geschwister waren durch Frühgeburt verloren gegangen. Sie litt an
habituellem Abort. Und sie hat gerade in der ersten Zeit der
Schwangerschaft, und später immer wieder, Angst haben müssen, das Kind,
das heißt, ich, könnte verloren gehen.“ |
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Der Mann ist
heute ein erfolgreicher Arzt und leidet nicht mehr an Asthma. Die Mutter
hatte keine Neurose, sondern eine ganz gesunde Angst. So konnte das
Kind, das mit einer funktionellen Schädigung geboren wurde, später
gesund werden. Sein Astralleib wurde nach der Geburt nicht mehr weiter
„geprügelt“, denn im Elternhaus herrschte eine seelisch gesunde
Atmosphäre. Das völlige Überwinden der Krankheit, das mit der Pubertät
eintrat, musste allerdings vom Ich dieses Mannes ausgehen. |
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Heute hat er
immer noch die typische Geruchsstörung, aber er hat kein Asthma;
genauso, wie es viele Menschen mit überempfindlichem Bronchialsystem
gibt, die kein Asthma haben. Ohne einen Begriff von der Ich-Organisation
des Menschen kann diese Krankheit nicht verständlich werden. Ein
Astralleib, der nicht vom Ich in seine organisch notwendige Verbindung
mit dem Ätherleib gezwungen werden kann, hat die Tendenz, ein Eigenleben
zu führen. Er setzt sich im menschlichen Bronchialsystem fest wie eine
fremde Wesenheit. |
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Darauf
bezieht sich R. Steiner, wenn er schließlich doch etwas zur
Psychotherapie des Asthmas sagt37. Man soll den Patienten seine Atmung
meditieren lassen. Der Patient muss sein Ich mit dem Atmungsprozess
verbinden36, immer wieder, über längere Zeit. Eine Tätigkeit, die
zunächst nur intellektuell ist, bekommt durch tägliches Wiederholen
rhythmische Zeitstruktur, d.h. Willenscharakter. Nur so kann eine
heilende Wirkung von der Verstandesseele auf den Astralleib übergehen.
Es ist eine Illusion zu glauben, man könne durch eine blitzartige,
einmalige Erkenntnis des Unbewussten dauernde Heilung erwarten. |
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Zum
Meditationsinhalt kommt eine recht unbequeme Angabe R. Steiners hinzu:
Der Patient muss zu den Zeiten meditieren, zu denen er einschläft bzw.
erwacht. Dazu muss er sitzend schlafen. Man stelle sich vor: Monatelang
sollen schwerkranke Asthmatiker sitzend schlafen! Der Grund für diese im
Sozialen sehr problematischen Angaben liegt darin, dass das Ich sich
seinen Einfluss vor allem über das Bewegungssystem schafft. Im Liegen
ist das Bewegungssystem ausgeschaltet. Das Ich muss also am Morgen
seinen Anschluss an das Bewegungssystem wiederfinden, wenn der Patient
sich vom Schlaf im Liegen erhebt. Dieser Anschluss ist beim Asthmatiker
keine Selbstverständlichkeit. |
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Es gibt auch
therapeutische Möglichkeiten, den Einfluss des Ich unmittelbar übend am
Bewegungssystem zu stärken. Dazu wurde die Heileurythmie von R. Steiner
geschaffen. Im kommenden Jahr wird sich diese
Anthroposophisch-Pharmazeutische Arbeitsgruppe mit der Heileurythmie
als Heilmittel befassen, wie sie im 9. Vortrag des Zyklus
„Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie“ von R. Steiner
dargestellt ist. |
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|
Literatur |
|
1 |
R. Steiner |
Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie, 3. Aufl. Dornach
1963, 8. Vortrag |
|
2 |
|
Definition des
„Ciba Foundation Guest Symposium 1958“ zit. n. D. Nolte in: „Asthma“,
München 1980 |
|
3 |
Zitiert nach W.
Doerr |
In: „Spezielle
pathologische Anatomie“, Bd. 1, Heidelberg 1970, S. 235 |
|
4 |
Siehe F. Wyss |
„Asthma
bronchiale“, Stuttgart 1955. Wyss weist neben dem allgemein bekannten
Bronchialspasmus auch tonische Krämpfe des Zwerchfelles nach, die eine
funktionelle Lähmung der Ausatmungsbewegung bewirken. |
|
5 |
Aretaeus v.
Kappadocien |
2 Jahr n. Chr.,
‚Van Helmont 1648; zit. Nach A. Sturm in „Klinische Pathologie des veget.
Nervensystems“, Hrsg. A. Sturm/W. Biskmayer, Stuttgart 1977, S. 1261 |
|
6 |
|
Ausführliches
Literaturverzeichnis hierzu bei W.T. Ulmer, M.S. Islam, J. Zimmermann:
„Das überempfindliche Bronchialsystem“. Med. Klein. 72 (1977), S. 1049 –
1062. |
|
7 |
|
Zit. u. A.
Jores/M. v. Kerekjarto: „Der Asthmatiker“, Bern 1967. |
|
8 |
G. Schettler |
„Innere
Medizin“, 5. Aufl. Stuttgart 1980. |
|
9 |
|
X. Bauer in
Deutsche Med. Wochenschr. 106 (1981), S- 301 – 304, ausführl.
Literaturverzeichnis. |
|
10 |
S. Godfrey |
„Childhood
asthma“ in „T.J. Clark und S. Godfrey „Asthma“, London 1977, S. 324 ff. |
|
11 |
D. G. R.
Findeisen |
„Asthma
bronchiale“, Jena 1980, S. 77 ff. |
|
12 |
A. Gedel |
Asthma
bronchiale und Lebensalter, Zeitschr. f. Altersforschung (1960) Bd. 14,
S. 25 ff. |
|
13 |
J. Gregg in
Clark u. Godfrey |
„Asthma“,
London 1977 |
|
14 |
|
Siehe T. J. H.
Clark in Anm. 10, S. 374, und W. T. Ulmer in Anm. 6. |
|
15 |
H. Brettschneider: |
„Zur Therapie des Krebses mit
ABNOBAviscum®“ in: 0. Wolff: „Die Mistel in der Krebsbehandlung“,
Frankfurt/M. 1980, S. 166. |
|
16 |
Th. Göbel: |
Siehe Beitrag in „Der
Heilmittelbegriff bei Rudolf Steiner“ Referate der Tagung 1980 der
Anthroposophisch-Pharmazeutischen Arbeitsgemeinschaft, S. 96. |
|
17 |
J. W. v. Goethe: |
West-Östlicher Diwan, Buch des
Sängers; Talismane. |
|
18 |
R. Steiner: |
Vom Leben des Menschen und der
Erde, 9. Vortr., 2. Aufl., Dornach 1980. |
|
19 |
|
S. Anm. 1, S. 147 ff. |
|
20 |
S. Hahnemann: |
Organon der Heilkunst, Neudruck
Heidelberg 1974, § 24— 26. |
|
21 |
W. Ruhmann: |
Z. ges. exp. Med. 57 (1928), S.
740. |
|
22 |
H. J. Sielaff: |
Störungen des Intestinaltraktes
bei chronischen bronchopulmonalen Erkrankungen; in: F. Brecke (Hrsg.):
Fortbildung in Thoraxkrankheiten. Stuttgart 1963, 5. 109. |
|
23 |
F. E. Schmengler: |
Asthma bronchiale, Stuttgart
1959. |
|
24 |
0. Rosenbach: |
Über zerebrales und cardiales
Asthma, nebst Bemerkungen über Stenocardie, Alpdrücken u. verwandte
Zustände. Münchner medizinische Wochenschr. I (1900), 683, 735. |
|
25 |
W. H. Weil: |
Verh. Dtsch. Ges. f. inn. Med.
(1926), 113. |
|
26 |
Y. Kuno: |
Human Perspiration, Springfield
1956. |
|
27 |
R. Steiner: |
Geisteswissenschaft und Medizin,
3. Aufl. Dornach 1961, 1. Vortrag. |
|
28 |
A. Scheffler: |
„Über die Richtungswirkungen von
Basen, Säuren und Salzen“ in: Der Homöopathisierungsprozess bei Rudolf
Steiner, Stuttgart 1977. |
|
29 |
|
Bisher unveröffentlicht. |
|
30 |
|
S. Anm. 27, 20. Vortrag. |
|
31 |
|
S. Anm. 1, 9. Vortrag. |
|
32 |
|
Ausführliches
Literaturverzeichnis bei J. F. Murray: Die normale Lunge; deutsche
Ausgabe, Stuttgart 1978. |
|
33 |
D. Nolte: |
Allergische und immunologische
Lungenkrankheiten; Monatskurse f. d. ärztliche Fortbildung 30 (1980),
Nr. 18, 5. 748ff. |
|
34 |
H. W. Smith: |
The kidney: Structure and
Function in Health and Disease, New York 1951. |
|
35 |
A. Jores: |
Prakt. Psychosomatik, Bern 1976. |
|
36 |
|
Meditationstexte, die R. Steiner
gab, sind auf Anfrage beim Verfasser zu erfahren. |
|
37 |
R. Steiner: |
Physiologisch-Therapeutisches
auf Grundlage der Geisteswissenschaft, 2. Aufl. Dornach 1975, S. 203ff. |