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Infektanfälligkeit
Bezüglich der
Ursachen unterscheide ich zwei grundsätzlich verschiedene Formen der
Infektanfälligkeit:
1. Die echte Immunschwäche:
a) Angeborener Antikörper-Mangel
b) Leukämie und andere krebsartige Erkrankungen
c) AIDS
Von diesen Ursachen der Infektanfälligkeit soll an dieser Stelle nur
insofern die Rede sein, als sie unbedingt diagnostisch ausgeschlossen werden
müssen, bevor sichergestellt ist, dass es sich um die zweite, aber ungleich
häufigere Art der Infektanfälligkeit handelt:
2. Die scheinbare Immunschwäche
Die Infektanfälligkeit aufgrund einer scheinbaren
Immunschwäche ist außerordentlich weit verbreitet, und nimmt noch weiter an
Häufigkeit zu. Von ihr soll im Folgenden alleinig die Rede sein:
Leitsymptom der Infektanfälligkeit aufgrund
einer scheinbaren
Immunschwäche ist nicht die lebensgefährliche Verlaufsform grippaler und
anderer sonst harmlos verlaufender Infektionen, wie dies für AIDS typisch ist,
sondern in gewisser Hinsicht das genaue Gegenteil davon: Die Patienten mit
einer Infektanfälligkeit aufgrund scheinbarer
Immunschwäche haben nur leichtes Fieber, fallen aber schon wieder in die
nächste, zumeist katarrhalisch verlaufende Krankheitsphase mit Schnupfen,
Halsweh, Heiserkeit, Sinusitis, oder Bronchitis, vor allem aber mit
unerträglicher Schlappheit, bevor die vorangegangene Krankheitsphase ganz zuende
ist.
Die Untersuchung des Blutes ergibt bei der scheinbaren
Immunschwäche in der Regel weder
einen Antikörpermangel, noch einen Mangel an weißen Blutkörperchen. Es liegt
also keine nachweisbare Immunschwäche vor, sondern nach meinen Beobachtungen
sogar das Gegenteil davon, eine Überaktivität des Immunsystems, wie man sie auch
bei Heuschnupfen, allergischem Asthma,
Neurodermitis, oder auch bei dem
sogenannten Leaky-Gut-Syndrom und
den sogenannten IgG-vermittelten Nahrungsmittelallergien vorfindet.
Nach meinen Beobachtungen in der Praxis liegt fast immer
eine allergische Störung vor. Sie ist typischerweise, aber keineswegs immer, erkennbar an
einem erhöhten Messwert für Immunglobulin E (IgE), dem Vermittler der
allergischen Reaktionen vom Sofort – Typ. Wo man diesen Befund nicht hat,
werden oft die entsprechenden IgG Antikörper gefunden, die die
IgG-vermittelten Nahrungsmittelallergien
(Immunreaktionen
vom verzögerten Typ) kennzeichnen.
Es handelt sich also zumeist nicht um eine echte Immunschwäche,
wie etwa bei AIDS, sondern um ein Verhalten des Immunsystems, das einem
Autofahrer gleicht, der mit Vollgas auf Glatteis fährt: wie die Räder
bei Vollgas auf Glatteis einfach durchdrehen, so dreht das Immunsystem bei
vielen Patienten einfach durch, wenn sie durch Nervosität und Stress überlastet
sind. Und das Gegenteil dessen, was das Immunsystem sonst leistet, tritt nun
ein, wie ja auch das Durchdrehen der Reifen bei Glatteis das Gegenteil des
erwünschten Effektes bewirkt.
Die scheinbare Immunschwäche nimmt derzeit epidemie-artig
zu, während sich paradoxer Weise die Resistenz gegen schwere Infekte
gleichzeitig verbessert, wie sich an den jüngsten Erfahrungen mit der
Schweinegrippe unschwer ablesen lässt: In den Entwicklungsländern, in denen
Allergiker selten sind, verläuft die Schweinegrippe schwer, in den reichen
Industrieländern mit einem hohen Anteil der Allergiker an der Gesamtbevölkerung
hingegen ist sie harmlos. Durch Antibiotika-Behandlung können zwar
oft (aber bei weitem nicht immer!) die
momentanen Erkältungssymptome gelindert oder beseitigt werden; ein Wiederauftreten der Erkältungen wird so aber nicht verhindert, sondern
eher noch beschleunigt. Leider treten vielfach unerwünschte Antibiotika-Nebenwirkungen hinzu, von denen die sekundäre
Besiedlung
des Körpers mit Hefepilzen (zumeist als Hefedurchfall des Darmes oder
als Hefeausfluss und Entzündung der Scheide) die häufigsten, aber keineswegs die
einzigen Folge-Erkrankungen sind.
Entscheidend ist, dass man diesen Zustand mit anthroposophischen Heilmitteln
nachhaltig behandeln und sogar heilen kann, indem man
das Immunsystem beruhigt und stabilisiert, während sonst die Patienten immer
wieder mit Antibiotika behandelt werden. Auch die chronische
Müdigkeit, sowie ein diffuser Haarausfall, die
oft mit diesem Zustand assoziiert sind, werden durch die anthroposophische Behandlung nachhaltig behoben.
Bei dem Bemühen, eine sofortige Entlastung zu erzielen, und
erst von dort aus eine nachhaltig wirksame Therapie mit anthroposophischen
Heilmitteln anzustreben, hat sich mir im Verlauf der Jahre immer
deutlicher der Zusammenhang der scheinbaren Immunschwäche mit den
Nahrungsmittel-Allergien vom verzögerten Typ ergeben (sogenannte
IgG-vermittelte Nahrungsmittel-Allergien). Dieser Zusammenhang betrifft
sogar gerade die hartnäckigsten und kompliziertesten Verläufe. Es lohnt sich
daher, die von mir verfasste Seite über Allergien
aufzusuchen, indem man den Button Allergien
anklickt, und sich dort speziell über die Diagnostik und Symptomatik der
IgG-vermittelten Nahrungsmittel-Allergien zu informieren.
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