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Als vierte
erkenntnistheoretische Arbeit des jungen Rudolf
Steiner entstand die Schrift: "Philosophie
der Freiheit"
(Rudolf
Steiner Gesamtausgabe GA 4,
1894).
Deren besonderes
Verdienst ist es,
1. Zu klären, dass
das Denken des Menschen keineswegs subjektiv, sondern
insofern objektiv ist, als sein Inhalt im Vergleich zum
menschlichen Fühlen und Wollen vollkommen durchsichtig
und komplett mitteilbar ist. Diese Feststellung ist die
unerlässliche Voraussetzung dafür, Klarheit über
die Freiheit des Willens zu schaffen.
2. Die Frage nach der menschlichen
Willensfreiheit
nicht pauschal anzugehen, wie dies zumeist bis
dahin in der philosophischen Diskussion üblich war und
zumeist auch heute noch ist, sondern differenziert zu betrachten: Von einer
biologischen Freiheit des Menschen kann
selbstverständlich keine Rede sein. Die Sozialisierung
des Menschen trägt zwar dazu bei, die zahlreichen
biologischen Abhängigkeiten des Menschen zu mildern,
doch schafft sie zugleich auch ihre eigenen, historisch
bedingten Unklarheiten und Einschränkungen. Einzig auf geistigem
Gebiet kann daher von einer Freiheit des Menschen die Rede
sein, dafür aber zweifelsfrei.
Jede heutige
Diskussion dieser Frage muss sich an dem in dieser
Schrift Rudolf Steiners erreichten Standard messen, der
eine mindestens dreifach differenzierte Antwort
fordert.
Erkenntnistheoretische Grundlagen der Anthroposophie
Wahrheit und
Wissenschaft
Anthroposophie |