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zurück zu Therapie-MethodenTypische Heilmittel der Anthroposophischen MedizinAnthroposophische Arzneimittellehrea) Historische QuellenIn der europäischen Medizingeschichte zeichnen sich zwei therapeutische Hauptströmungen ab: 1. Die eine der beiden will dem Körper geben, was er nicht hat. Hierzu gehört urbildlich gesprochen vor allem die Chirurgie, indem sie zB eine offene Wunde zunäht, d.h. der Haut die Geschlossenheit von außen gibt, die sie von sich aus nicht hat, eine gebrochene Gliedmaße gipst, dh , ihr die Festigkeit von außen gibt, die ihr für den Eintritt der Heilung fehlt, usw. Auch die „Steinschneiderei“ gehört hierzu: Wo ein Stein, zB ein Harnstein, oder ein Gallenstein, den Weg nach Außen nicht von selber findet, wird der Ausweg durch Chirurgie künstlich geschaffen. Diese Strömung führt durch Ersatz des Nicht-Vorhandenen konsequent bis hin zur modernen Transplantations-Chirurgie. Doch sind auch die vielen medikamentösen Strategien der naturwissenschaftlichen „Schulmedizin“ grundsätzlich so geartet: Fremdes, künstlich zugeführtes Insulin ersetzt das eigene Insulin, zugeführte Sexualhormone ersetzen die eigenen Sexualhormone, Vitamine ersetzen Nahrungs-Defizite, Antibiotika ersetzen die eigenen Abwehrkräfte usw usf 2. Diese erstgenannte wird durch eine zweite, wesentlich ältere medizinische Strömung ergänzt und erweitert, die eine Anregung der Selbstheilungskräfte anstrebt. Ausgehend von der Beobachtung, dass der Organismus sich jeder äußeren Beeinflussung widersetzt, konnte bei dieser Suche schließlich Samuel Hahnemann (1755 - 1843) die „Ähnlichkeits-Regel“ der Heilkunde entwickeln, von der auch die "Homöopathie" ihren Namen erhalten hat: (Von altgriechisch "hómoios"‚ "ähnlich", sowie "páthos"‚ "Leid, Schmerz, Affekt, Gefühl"; wörtlich also „ähnliches Leiden“). Hahnemann entdeckte vor allem, dass man den Organismus durch stark verdünnte Wirkstoffe so kunstvoll zur Gegenwehr anregen kann, dass er dabei sich selbst heilt. Dazu muss der Wirkstoff nur so ausgewählt sein, dass seine Wirkung der Krankheit des Patienten ähnelt, und schon heilt der Organismus sich selbst durch seine natürliche Tendenz, sich gegen diese Substanzwirkung zu wehren. Ein einfaches Beispiel hierzu liefert uns die Tollkirsche (Atropa Belladonna L.): Bei Gabe einer hohen Dosis des Tollkirschengiftes treten sehr typische halluzinatorische, also rauschhafte psychische Veränderungen auf. Diese haben teilweise große Ähnlichkeit mit den psychischen Symptomen der Tollwut-Erkrankung, daher der Name "Tollkirsche". Teilweise ähneln die Vergiftungserscheinungen auch den wahnhaften Einbildungen und Ängsten der Schizophrenie, die man als Paranoia bezeichnet (Verfolgungswahn, Todeswahn, Fremdheitswahn). Auch die physiologischen (körperlichen) Folgen der Tollkirschenvergiftung sind sehr charakteristisch: Unter anderem Hitzegefühl und Röte des Kopfes, Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit, Schluckstörungen, Herzrasen, Darmverstopfung und allgemeine Muskelschwäche. Gibt man nun verdünntes Tollkirschengift einem Menschen, der zum Beispiel im Fieberwahn oder paranoisch ist, kann dieser dadurch zur Selbstheilung oder wenigstens zur vorübergehenden Besserung angeregt werden, weil sein Organismus sich gegen die abgeschwächte Wirkung des Tollkirschengiftes wehrt. Die homöopathische Verdünnung von Arzneimitteln, die ja primär zumeist recht giftig sind, legt also das Selbstheilungspotentential des Organismus frei. Wegen der Ähnlichkeits-Beziehung zwischen der primären Wirkung des Heilmittels im Menschen, und der Krankheit, aus der sich der Organismus durch seine kunstvoll provozierte Gegenwehr dann selber befreien kann, spricht man also in der Homöopathie von der "Ähnlichkeits-Regel", oder auch dem "Simile-Prinzip". Die´von Hahnemann entdeckte Regel ist aber nur gültig, wenn das Heilmittel richtig ausgewählt und angemessen verdünnt ist, Deshalb muss sich der homöopathische Arzt die Wirkungen seiner Heilmittel sehr intim in der Form der sogenannten "Homöopathische Arzneimittelbilder" einprägen. Diese "Arzneimittelbilder" werden sodann durch den Vergleich mit den Krankheitssymptomen des Patienten zur Grundlage der Therapie. Was sich der Arzt dabei methodisch aneignet, ist, ganz nebenbei gesagt, die grundlegende Arbeitsweise aller biologischen Wissenschaften. Beispielsweise gilt in der Chemie, dass eine Formel erst dann bewiesen ist, wenn es gelingt, die betreffende Substanz im Labor herzustellen. Die biologischen Wissenschaften können aber Lebewesen nicht de novo, also nicht von Grund auf herstellen, sondern nur die bereits vorhandenen verändern, abwandeln. Die biologischen Wissenschaften können also immer nur beobachten, wie Lebewesen sich unter den verschiedensten Lebensbedingungen verändern, können sie also nur mittels der Methode des Vergleiches erforschen. Das ist selbst in der heute so mächtigen Gentechnik der Fall: Niemals hat jemand ein Lebewesen de novo, also von Grund auf neu hergestellt, sondern immer nur bereits vorhandene Lebewesen verändert. Deshalb ist es auch nicht angemessen, die Homoöopathie dafür anzugreifen, dass sie auf der Grundlage des Vergleiches arbeitet, denn das hat sie mit allen Lebenswissenschaften gemeinsam. Man kann aber die Strategie Hahnemanns, die zur "Ähnlichkeits-Regel" führt, auch aus einer dazu komplementären Sicht beschreiben. Diese ergibt sich zum Beispiel aus der Perspektive des Patienten. Aus der Sicht des Patienten kann man die Homöopathie auch als eine „Gegenwehr-Selbstheilungsmethode“ bezeichnen, denn für die Heilung kommt es ja vor allem auf die Überwindung der primären Wirkung des Heilmittels an. Bei näherem Zusehen wird auf diese Art sogar überhaupt erst bewusst, welches allgemein bekannte Phänomen hier zugrunde liegt: Wie die Kraft eines Muskels gegen die Widerstände, die man ihm beim Training auferlegt, immer weiter und weiter zunimmt, so wird auch die Gegenwehr des lebendigen Organismus gegen die primäre Wirkung des Heilmittels immer stärker. Was in der schulmedizinischen Arzneitherapie alltäglich als unerwünschte "Nebenwirkungen", „Gewöhnungs-Effekte“, "Resistenzen" und "Wirkungsverluste" auftritt, wird vom homöopathischen Therapeuten zielgenau und absichtlich als das "Simile-Prinzip" hervorgerufen, ist also in der Homöopathie das, worauf es dem Arzt am meisten ankommt! Deshalb wird das Verfahren Hahnemanns von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophischen Medizin, als „ Die Morgenröte einer zukünftigen Medizin“ bezeichnet. Denn die „Gegenwehr-Selbstheilungsmethode“ setzt alles auf die natürliche Autonomie des lebendigen Organismus! Und nur das, was sich der Organismus selber aktiv erringt, kann auch Nachhaltigkeit sein! Was hier als das Verfahren der Homöopathie dahingehend charakterisiert wurde, dass es die primäre Giftwirkung des Arzneimittels durch homöopathische Verdünnung zur „Gegenwehr-Selbstheilungsmethode“ umfunktioniert, findet übrigens unbewusst auch in der Schulmedizin statt: Zum Beispiel ist Atropin das wirksamste Gift der Tollkirsche. Und die Atropin-Gabe, die der Anaesthesist routinemäßig am Vorabend der Operation seinen Patienten als sogenannte "Prämedikation" gibt, müsste eigentlich die Patienten in Angst und Paranoia versetzen und Ihnen darüber hinaus einen heißen Kopf, Mundtrockenheit, Schluckstörungen, beschleunigten Herzschlag, und eine Stuhlverstopfung bescheren. Aber der Anaesthesist verwendet das Atropin mit 0,25 - 0,5mg in einer Dosierung, die nichts dergleichen erzeugt. Statt dessen werden die Patienten psychisch ruhiger, das Herz verlangsamt sich, und so finden seine Patienten friedlich den Schlaf. Selbst der postoperativen Verstopfung wird damit zumindest tendenziell vorgebeugt. Man kommt aber in der Schulmedizin naturgemäß nicht dahinter, dass die präoperative niedrig dosierte Gabe von Atropin eigentlich eine homöopathische Anwendung des Tollkirschengiftes ist. b) Die Dreigliederung des OrganismusIndem Rudolf Steiner die Dreigliederung des Organismus entdeckte, schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen zu der von Hahnemann zunächst nur empirisch entdeckten und breit ausgearbeiteten „Gegenwehr-Selbstheilungsmethode“. Steiner entdeckte nämlich, dass es zu jedem Prozess schon innerhalb des Organismus selbst einen dazu polarisch entgegengesetzten Prozess gibt, so dass der Organismus in sich selbst schon von je her die „Gegenwehr-Selbstheilung“ als Grundlage seines Gesundwerdens, Gesundseins und Gesundbleibens über 80 - 100 Lebensjahre hinweg vollbringt. Besonders schön sieht man das am menschlichen Blut: Das Blut ist zwar flüssig, aber es trägt in sich das Gerinnungssystem, durch das es gerinnen kann. Ohne das Gerinnungssystem müsste der Mensch verbluten, sobald er sich verletzt und das Blut hemmungslos abfließt, wie dies bei der Buterkrankheit der Fall ist. Doch zugleich hat das Blut auch ein Anti-Gerinnungs-System, das man in der Fachsprache als "Fibrinolytisches System" bezeichnet. Ohne das "Fibrinolytische System" könnte andererseits das Gerinnungssystem die Überhand gewinnen und das Blut in den Adern zum Gerinnen bringen.Dies geschieht tatsächlich bei der Thrombose, der Lungenembolie oder bei bestimmten Formen des Schlaganfalles, ist also potentiell ebenso tödlich wie das Verbluten! Mit anderen Worten: Gesundheit ist kein statisches „Bollwerk“ gegen irgendwelche von außen oder aus der Vererbung kommende Krankheiten, sondern Gesundheit ist das dynamische Gleichgewicht systemimmanenter gegensätzlicher Kräfte, die, jede für sich allein wirksam, den Organismus kränken, ja, zerstören würden, im richtigen Gleichgewicht aber die Gesundheit durch ihr geschmeidiges Zusammenspiel erhalten. Dieses Zusammenspiel ist dadurch so wunderbar anpassungsfähig, dass die gegensätzlichsten Prozesse im lebendigen Organismus nicht unversöhnlich einander gegenüberstehen, sondern stets durch rhythmische Prozesse vermittelt werden. c) Anthroposophische HeilkunstDie anthroposophische Heilkunst stellt daher ihre Diagnosen stets aus den system-immanenten, auf Gegenspiel angelegten Kräfteverhältnissen des Organismus, so dass sie aus deren Erkenntnis unmittelbar zur Heilung findet: Sind die abbauenden Kräfte zu stark, so dass die Prozesse des Organismus in Gefahr kommen, zu stagnieren, dann werden aus dem „Arsenal“ der Organismus-Eigenen Prozesse die dazu polarischen Vitalisierungskräfte aufgerufen. Zum Beispiel kann man in dieser Hinsicht sehr viel mit der Gabe homöopathisch verdünnten Schwefels (Sulfur) erreichen. Aber – und hier stellt unsere konventionelle Erziehung keine Begriffe zur Verfügung, weil Vitalkräfte ausschließlich als positiv bewerten werden – auch die Vitalkräfte können zu stark sein! So ist zB die Rachitis des frühen Kindesalters eine Krankheit, die darauf beruht, dass die Vitalkräfte relativ zu stark sind, so dass besonders die Knochenbildung verzögert und mangelhaft verläuft. Denn was ist die Knochenbildung? Für sich genommen ist sie eine devitalisierende Ablagerung von ursprünglich sehr viel stärker im Leben stehender Substanz als Knochenmineral, also ein Organismus-Eigener Todesprozess! Und dennoch benötigen wir diese Todesprozesse zur gesunden Knochenbildung! Auch unser Immun-System entfaltet Organismus-Eigene Todesprozesse, allerdings primär gegen fremde Organismen, wie ja auch unser Verdauungssystem Todesprozesse gegen die zu verdauenden, noch beinahe lebendigen Nahrungssubstanzen entfaltet. Ja, und nun kommt die große Überraschung: Auch unser Denken beruht auf Todesprozessen! Wie das? Dies ist insofern der Fall, als ja jeder Begriff, den wir bilden oder erinnern, nichts anderes ist als das tote Abbild der lebendigen Wirklichkeit. Wenn wir zum Beispiel feststellen: Das Bild an der Wand hängt schief! Dann haben wir mit dieser Feststellung allein noch kein Mittel, das uns das Bild wieder gerade hängt! Erst wenn wir tatsächlich unsere Hände benutzen, kommt das Bild wieder in die Senkrechte! Unser Denken ist also ein rein virtueller Vorgang des bildhaften "Feststellens", und unser Gedächtnis konserviert nur, was dieses Denken "festgestellt" hat, was also nur "Bild" der Wirklichkeit, gewissermaßen der "Leichnam" der lebendigen Wirklichkeit ist! Nicht von ungefähr ist das menschliche Skelett just im Kopfbereich am stärksten verknöchert. So gilt uns der Totenschädel von jeher als das stärkste Symbol des Sensenmannes, denn dort, im Denken, verwaltet der Mensch seine stärksten Todeskräfte! Dem entspricht auf der anderen Seite, dass an Rachitis erkrankte Kinder nicht nur eine verzögerte Knochenbildung mit Neigung zu Skoliose, Brustkorbdeformation und O-Beinen haben, sondern auch unter gehäuften Hals-, Ohren- und Bronchialentzündungen als Hinweis auf die Schwäche des Wärmeorganismus und des Immunsystem leiden. Ferner haben rachitische Kinder vielfach eine zu schwache Galle- und Bauchspeicheldrüsentätigkeit, mit anderen Worten: zu schwache Todesprozesse in der Verdauung, und, bei feinerer Beobachtung, auch eine gewisse Abstraktionsschwäche im Denken. So wird deutlich, dass es aus anthroposophischer Sicht weder genügt, die Rachitis in ihrer Symptomenvielfalt lediglich als einen rein äußerlichen Vitamin-D-Mangel zu erklären, noch einfach mit Vitamin-D-Ersatz zu behandeln. Statt dessen nimmt Anthroposophische Heilkunst die Rachitis als eine Schwäche der physischen Inkarnationsprozesse der menschlichen Wesenheit, und insofern als eine umfassende therapeutische Herausforderung, bei der es um die Kunst geht, die Todesprozesse des Organismus genau in dem Maß zu fördern, das zur Gesundheit nötig ist. d) Anthroposophische HeilmittelkundeAls ein Beispiel sei daher die Therapie der Rachitis mit Austernschalenkalk geschildert. Viele Nichtwirbeltiere, wie die Auster, haben nicht die Fähigkeit, außerhalb des Wassers auf dem Trockenen zu leben. Warum das? Weil sie das Calcium nicht ausreichend beherrschen, um daraus ein Innenskelett zu bilden. Statt dessen lagern sie den Kalk außen herum -als Außenskelett- ab, wie dies für die Austernschale so ungemein typisch ist. Im Inneren bestehen sie dann fast ausschließlich aus einer hochlebendigen, aber für das Leben außerhalb des Wassers nicht geeigneten Eiweißsubstanz. Kein Wunder, dass das Essen von Austern solch behagliche Gefühle im Magen hervorruft, denn diese kommen aus den Vitalkräften des Austernfleisches! Wäre die Auster ein Mensch, so wäre dieser Mensch so ausschließlich von Vitalkräften durchsetzt, dass er weder stehen, noch gehen, noch denken könnte! Die Auster ist also ein Naturbild für das, was der Rachitis – urbildlich gesprochen – beim Menschen als Krankheitsprozess zugrundeliegt! Wir betrachten also in der anthroposophischen Heilmittelkunde nicht wie in der Hahnemannschen Arzneimittellehre ein sinnliches Bild der Krankheitssymptome, das sogenannte "Arzneimittelbild", sondern suchen ein prozessuales Verständnis der Krankheit, und provozieren von dort aus den Patienten gezielt zu seiner "Gegenwehr-Selbstheilung". e) Typische Anthroposophische Heilmittel (alle im Vertrieb der WELEDA AG, einer Firmengründung durch Anregung Rudolf Steiners).Schon Hahnemann – der ja Apotheker und Arzt in einer Person war- beschränkte sich nicht auf die Substanzen, die man in der Natur vorfindet, sondern schuf Neu-Synthesen, zB die alchemistische Zusammenfügung von Austernschalenkalk und Schwefel unter Weißglühhitze, die er als „Kalkschwefelleber“ (Hepar sulfuris Hahnemanni) bezeichnete. Ein in vieler Hinsicht diesem ähnliches Mittel schuf Rudolf Steiner unter dem Namen „Kalium aceticum compositum“ durch alchemistische Verarbeitung von Corallium rubrum (rote Edelkoralle, als Substanzbildeprozess dem Austernschalenkalk verwandt), Antimonit (Grauspießglanz, ein Element der Schwefelgruppe), Kalium carbonicum (Pottasche), Crocus und Rotwein, wiederum unter Anwendung des Feuers zusammengefügt. Dies ist insofern bemerkenswert, als auch Hahnemann eine „Kalischwefelleber“ (Hepar sulfuris kalinum) schuf, indem er Pottasche statt Austernschale mit Schwefel unter Hitzewirkung alchemistisch synthetisierte. Es ist also nicht wahrheitsgemäß, zu sagen, die klassische Homöopathie Hahnemanns unterscheidet sich von der anthroposophischen Medizin durch die ausschließliche Gabe von Einzelsubstanzen. Weitere „typische“ Mittel der anthroposophischen Medizin sind: Skleron (alchemistische Synthese aus Blei, Honig und Rohrzucker), Kephalodoron (Zusammenfügung von Quarz, Honig, Eisen und Schwefel mit Rotwein unter Hitze), Cardiodoron (Zusammenfügung aus Eselsdistel, Schlüsselblume und Bilsenkraut), Digestodoron (Zusammenfügung aus verschiedenen Farnkräutern und Weidenrinde), Choleodoron (Schöllkraut mit Curcuma) usw. An dieser Stelle sei noch das Cardiodoron stellvertretend näher betrachtet: Cardiodoron kann auf eine Weise wirken, die in der Schulmedizin als unmöglich gilt: Niedriger Puls wird durch Cardiodoron erhöht, hoher Puls wird gesenkt. Dies ist nur dadurch möglich, dass Cardiodoron dem Organismus die Heilung nicht aufzwingt, sondern entlockt: Wie ein Pendel, das, wenn es angestoßen ist, erst in die eine, dann in die entgegengesetzte Richtung schwingt, so findet das Herz mit Hilfe des Cardiodoron den Rhythmus, der ihm im Organismus des individuellen Menschen zukommt! Ähnliches lässt sich auch von Rudolf Steiners "Digestodoron" sagen:
Durchfällige Stühle werden fester, Verstopfungen werden gelöst, es werden also
gegensätzliche Reaktionen des Organismus vermittelt und führen auf der Grundlage
individueller "Gegenwehr" zur "Selbstbehauptung" des Organismus. Die
Zusammenfügung gegensätzlich wirksamer Natursubstanzen zu einem alchemistisch
synthetisierten Arzneimittel erweist sich insofern als besonders angemessen für
die Therapie des mittleren, des rhythmischen Systems des Organismus, indem es
dessen naturgegebene, polare Konstitution kunstvoll nachbildet. |
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