Asthma bronchiale                                                            

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Bronchial - Asthma

"Bronchial - Asthma" ist eine Diagnose, die ganz unterschiedliche Menschen miteinander gemein haben.  
Ein Extrem unter den Asthmatikern ist der sogenannte "Pink Puffer", ein anderes der "Blue Bloater".

Der "Pink Puffer"

Der "Pink Puffer" ist hager, sehr blass und ausgemergelt. Er leidet subjektiv stark unter seiner Atemnot und zeigt das auch nach außen, wobei die objektiven Messwerte eher auf Hyperventilation (das heißt auf übertriebene Abatmung von Kohlensäure) als auf Luftnot deuten. Die Hyperventilation (das heißt die übertriebene Abatmung von Kohlensäure) ist bei diesem Patienten durch die Angst verursacht, die von seinen Atembeschwerden kommt. Die Atembeschwerden verstärken also seine Angst, und seine Angst verstärkt die Atembeschwerden.

Das nennt man einen "Teufelskreis".

Psychisch ist der "Pink Puffer" also aus dem Gleichgewicht, und zwar in der Richtung der Angst, denn er ist ein hoch sensibler, dadurch auch kritischer, wenn nicht sogar misstrauischer Mensch, der leicht auch als nörglerisch missverstanden wird. 

Das soll aber nun nicht heißen, dass er simuliert! 

Er ist wirklich körperlich krank. Außer unter Atemnot, die besonders nachts auftritt, leidet er auch unter hartnäckigen Einschlafstörungen und nächtlichem Husten, so dass er nicht zur dringend benötigten Erholung kommen kann. Tagsüber plagen ihn dann Appetitlosigkeit und chronische Stuhlverstopfung.

Besonders im Asthma - Anfall selbst ist sein Bronchialschleim spärlich, dabei glasig und außerordentlich zäh, so dass er ihn kaum nach außen bringen kann, obwohl er ja ständig hustet.

Der "Blue Bloater"

Dem steht der "Blue Bloater" in nahezu allen Punkten polarisch gegenüber: Er ist übergewichtig, rosig und heiter. Seine Atemnot bemerkt er gar nicht oder kaum, obwohl die objektiven Messwerte eine schwere Hypoventilation und Hyperkapnie, das heißt einen massiven Sauerstoffmangel des Blutes bei gleichzeitiger Ansammlung von Kohlensäure, ausweisen. 

Der "Blue Bloater" ist also ebenfalls psychisch aus dem Gleichgewicht, aber auf eine trügerisch- angenehme Art: Er ist so gut bei Laune, dass er die Gefahr nicht spürt, in der er "schwebt". 

Er hat einen grandiosen Appetit, ist immer fröhlich, zutraulich und kontaktfreudig, und hat natürlich auch keine Schlafstörungen. Im Gegenteil: Er befindet sich ständig in Gefahr, einzuschlafen und gar nicht mehr aufzuwachen.

Deshalb ist es sogar riskant, ihm künstlich Sauerstoff zuzuführen, da dies bewirken kann, dass seine Atemreflexe ganz erlöschen. Sein Bronchialsekret ist auch nicht spärlich, glasig und zäh, sondern überreichlich, eitrig-gelblich und sehr locker. Da aber die Hustenreflexe fehlen, wird das Bronchialsekret ungenügend abgehustet und muss nicht selten künstlich abgesaugt werden.

Nun könnte man meinen, dass der zuerst genannte Typus des Asthmakranken, der sogenannte "Pink Puffer", eine Inhalation besonders gut gebrauchen kann, auf dass sich ihm das Sekret besser löse. 

Das genaue Gegenteil ist aber leider der Fall! Sobald man ihn inhalieren lässt, fängt er noch mehr an zu husten, so dass sich sein Zustand eher noch verschlimmert.  

Der "Blue Bloater" dagegen lebt förmlich auf, wenn man ihn inhalieren lässt, und zwar besonders dann, wenn es sich um stark duftende, ätherische Öle handelt, die der "Pink Puffer" andererseits besonders schlecht verträgt. 

Was liegt hier vor? Wie können zwei so entgegen gesetzte Zustände die gleiche Diagnose "Asthma bronchiale" haben und dann so entgegengesetzt auf therapeutische Maßnahmen reagieren?

Leider wird Bronchialasthma in der Schulmedizin nur als lokaler Symptomenkomplex, nämlich als "bronchiale Überempfindlichkeit" definiert, und eben nicht aus der Gesamtheit der verursachenden Prozesse.

Natürlich kann man beiden Asthmatikern sofort mit schulmedizinischen Lokalmaßnahmen helfen: Der "Pink Puffer" reagiert besonders gut auf Mittel, die die Bronchialmuskulatur entspannen. Der "Blue Bloater" benötigt erst entzündungshemmende Mittel, z.B. Cortison, sodann auch Antibiotika, bevor er auf Mittel reagiert, die seine Bronchialmuskulatur entspannen. Aber keinen der beiden Asthmatiker kann man mit diesen Methoden dauerhaft heilen. Welches sind die eigentlichen Prozesse, die bei so unterschiedlichen "Typen" von Asthmatikern Bronchialkrämpfe auslösen? 

Das Beispiel mit dem misslungenen Versuch der Inhalation von ätherischen Ölen beim "Pink Puffer" könnte man in dieser Hinsicht als ein "Urphänomen" im Goetheschen Sinne deuten, das heißt als ein Phänomen, das wie in einem Brennglas alles zusammenfasst, worauf es bei der Krankheitserkenntnis im anthroposophischen Sinne ankommt: 

Beim "Pink Puffer" haben sich die Sinnesprozesse des Kopfes in abnormer Weise zu weit nach abwärts, das heißt bis in die Bronchien verschoben . 

Um diesen Gedanken voll zu begreifen, muss man allerdings erst eingesehen haben, dass die Sinnesprozesse des Kopfes nicht aufbauende, sondern abbauende Kräfte sind. Nur dadurch, dass das Nerven- und Sinnessystem des Menschen ein abbauendes System ist, schafft es Bewusstsein. Und weil dieser ganz normale Abbau uns krankmachen und schließlich töten würde, müssen wir die Sinne und das Denken abschalten, wenn wir schlafen.

Die Lunge, der Blutkreislauf, und erst recht die Verdauungsorgane müssen nie abschalten, denn sie tragen nur ein träumendes oder schlafendes Bewusstsein. Zugleich betreiben sie den Aufbau des Organismus.

Die ganz normalen Todeskräfte, die in den Sinnesorganen wirken, sind also beim "Pink Puffer" in die Bronchien verschoben. Diese Verschiebung ist seine primäre Störung. Deshalb kann er nicht entspannen, ist appetitlos und überwach.

Diese Verschiebung bedingt nicht nur die Schlaflosigkeit, sondern auch die Neigung zur Überempfindlichkeit der Bronchien, die zur Bronchialverkrampfung führt, und damit schließlich auch die Angst. Wegen der primären Überempfindlichkeit seiner Bronchien muss also der "Pink Puffer" letztlich sogar negativ auf die Inhalation mit ätherischen Ölen reagieren. 

Die Überempfindlichkeit des "Pink Puffer" lässt sich aber durchaus mit anthroposophischen Mitteln dauerhaft heilen, die seinen Stoffwechsel anregen und von dort aus die Bronchialverkrampfung, wie auch seine ganze übrige Verkrampfung, auflösen.

Hingegen ist die Bronchialverkrampfung beim "Blue Bloater" nur ein sekundäres Phänomen. Bei ihm ist primär die Stoffwechseltätigkeit zu stark, ja geradezu überbordend. Die Sinnestätigkeit andererseits ist dem entsprechend zu schwach, wie man an der Neigung zum ständigen Einschlafen mühelos erkenn kann. Erst sekundär rebelliert die Sinnestätigkeit beim "Blue Bloater" und führt unterhalb der Bewusstseinsschwelle, als Antwort auf die starke Verschleimung, eine Bronchialverkrampfung herbei, die ihn weder sonderlich stört, noch ängstigt. So kann hier die Inhalation mit ätherischen Ölen wohltätig wirken, indem sie die Sinnestätigkeit ausgleichend verstärkt .

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