|
|
|
Home zurück zur Homöopathie - Seite Das Simile - Prinzip
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein Psychotherapeut und hätten ein Pärchen in der Sprechstunde, das nicht mehr weiter weiß mit seiner Beziehung. Wie würden Sie diesem Pärchen weiterraten? - Das wissen Sie nicht? - Nun, das nicht gleich zu wissen, wäre durchaus keine Schande, denn es gibt zumindest zwei große strategische Möglichkeiten in dieser Situation, zwischen denen Sie sich entscheiden müssten, weil diese sich mehr oder weniger völlig gegenseitig ausschließen: - Die erste Möglichkeit wäre, eine möglichst einfühlsame Miene zu zeigen und in irgendeiner Form zu sagen: Ach, nun versucht es doch noch einmal miteinander! Und die zweite Möglichkeit? - Sie bestünde darin, entweder sehr neutral, oder gar etwas scharf zu sagen: Trennt Euch, da ist nichts mehr zu machen! In unserem Beispiel kann dies durchaus dazu führen, dass die beiden Partner, denen ich eben noch geraten hatte, es doch miteinander noch einmal zu versuchen, mir zwar zustimmen, aber leider dennoch bald darauf wieder den Mut verlieren.- Oder die beiden , denen ich eben noch geraten habe, sich ohne weiteres Federlesen einfach zu trennen, erschrecken furchtbar , denken vielleicht sogar Schlechtes von mir, sagen aber schon draußen vor der Türe zueinander : Nein, dem zeigen wir`s jetzt - wir bleiben zusammen, auf Biegen oder Brechen! Was spricht sich in dieser Zwiespältigkeit der Möglichkeiten aus? - Das ist die Paradoxie der menschlichen Freiheit, der Widerspruchsgeist des menschlichen Ich ! (Es ist aber auch die unbändige Kraft des menschlichen Ich, die sich da auslebt, und eine großartige Chance, Mut und Fantasie zu entwickeln !) Einer der ersten Ärzte, die darauf kamen, dass dieser Widerspruchsgeist nicht nur in der menschlichen Seele, sondern offenbar auch im menschlichen Körper steckt, war Samuel Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie : Er entdeckte zunächst, dass giftige Substanzen, die im Organismus des Menschen bei hoher Dosierung krankhafte Veränderungen hervorrufen, offenbar dann, wenn sie in verdünnter Form gegeben werden, den Organismus anregen können, Krankheiten zu überwinden, deren Symptome dem Vergiftungsbild bei hoher Dosierung ähneln. Das war der Anfang. Dann kam die Gegenprobe: Hahnemann gab gesunden Personen die verdünnten Gifte, die bei Kranken entsprechende Heilungen angeregt hatten, und siehe da : Auch die gesunden Personen entwickelten Krankheitssymptome, trotz der Verdünnung ! Doch diese Symptome waren ganz andere, zumeist sogar entgegen gesetzte Symptome zu denen, die bei hoher Dosierung erzeugt werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das Gift der Tollkirsche erzeugt in hoher Dosierung eine Darmlähmung mit Verstopfung. In der Gegenprobe mit verdünnter Tollkirsche gab es aber auch gesunde Probanden, die nun Durchfall bekamen! Die Gegenprobe nannte Hahnemann den Arzneimittelversuch und entwickelte ein System, in das er die Vergiftungssymptome bei hoher Dosierung giftiger Substanzen zusammen mit den Ergebnissen der Arzneimittelversuche an gesunden Probanden mit verdünnten giftigen Substanzen eintrug. Es stellte sich nämlich heraus, dass auch solche Krankheiten, die den Ergebnissen der Arzneimittelversuche an gesunden Probanden mit verdünnten giftigen Substanzen ähneln, mit eben diesen verdünnten giftigen Substanzen geheilt werden können. Schließlich ergänzte er dies alles noch durch Arzneimittelversuche an gesunden Probanden mit verdünnten ungiftigen Substanzen. Es stellte sich nämlich heraus, dass auch ungiftige Substanzen im Arzneimittelversuch an gesunden Probanden Krankheitssymptome hervorrufen können, wenn sie entsprechend verdünnt sind. In einem dritten Schritt konnte sich dann Hahnemann auch noch davon überzeugen, dass ungiftige Substanzen, wenn man sie entsprechend verdünnt, zu Heilmitteln für Krankheiten werden, deren Symptome den Arzneimittelversuchen an gesunden Probanden ähneln. Wegen der Entsprechung zwischen Vergiftungsbildern, Arzneimittelversuchen
und Krankheiten, die mit verdünnten Heilmitteln geheilt werden können, bezeichnete
Hahnemann sein neues System als "Homöopathie", die Gegenprobe als
"homöopathischen Arzneimittelversuch", seinen neuen Arzneimittelschatz aus
verdünnten Substanzen als "homöopathische Materia medica", das einzelne
Heilmittel als das "Simile", und dessen Wirkungsweise als das "Simile -
Prinzip" (Similia similibus curantur). |