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Das Simile - Prinzip

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Psychotherapeut und haben ein Pärchen in der Sprechstunde, das nicht mehr weiter weiß mit seiner Beziehung. Wozu würden Sie diesem Pärchen raten?

- Das wissen Sie nicht? - Nun, das nicht gleich zu wissen, ist durchaus keine Schande, denn es gibt zumindest zwei große strategische Möglichkeiten in dieser Situation, zwischen denen Sie zu entscheiden hätten, weil diese sich mehr oder weniger völlig gegenseitig ausschließen:

- Die erste Möglichkeit wäre, eine möglichst einfühlsame Miene zu zeigen und in irgendeiner Form zu sagen:

"Ach, nun versucht es doch noch einmal miteinander!"

Und die zweite Möglichkeit? - Sie bestünde darin, entweder sehr neutral, oder gar etwas scharf zu sagen:

"Trennt Euch, da ist nichts mehr zu machen!"

In unserem Beispiel kann dies durchaus dazu führen, dass die beiden Partner, denen ich eben noch geraten hatte, es doch miteinander noch einmal zu versuchen, mir zwar zustimmen, aber leider dennoch bald darauf wieder den Mut verlieren.-

Oder die beiden, denen ich eben noch geraten habe, sich ohne weiteres Federlesen zu trennen, erschrecken furchtbar, denken vielleicht sogar Schlechtes von mir, sagen aber schon draußen vor der Türe zueinander :

"Nein, dem zeigen wir´s jetzt - wir bleiben zusammen, auf Biegen oder Brechen!"

Was spricht sich in dieser Zwiespältigkeit der Möglichkeiten aus? - Die Paradoxie der menschlichen Freiheit, der Widerspruchsgeist des menschlichen Ich! (aber auch die unbändige Kraft des menschlichen Ich offenbart sich hier, und die großartige Chance, Mut und Fantasie zu entwickeln!).

Einer der ersten Ärzte der Neuzeit, die nach dem Ende der alten Mysterienmedizin erneut darauf kamen,
dass dieser Widerspruchsgeist nicht nur in der menschlichen Seele, sondern offenbar auch im menschlichen
Organismus lebt, war Samuel Hahnemann
(1755 -1843),
der Erfinder der Homöopathie:

Er entdeckte zunächst, dass giftige Substanzen, die im Organismus des Menschen bei hoher Dosierung krankhafte Veränderungen hervorrufen, offenbar dann, wenn sie in verdünnter Form gegeben werden, den Organismus anregen können, Krankheiten zu überwinden, deren Symptome dem Vergiftungsbild bei hoher Dosierung ähneln.

Dann kam die Gegenprobe: Hahnemann gab gesunden Personen völlig ungiftige Substanzen wie Milch, Kochsalz oder Kieselerde usw in hochgradig verdünnter Form, und siehe da: Auch diese völlig ungiftigen Substanzen erzeugten Krankheitssymptome, als seien sie Gifte, dies allerdings nicht trotz, sondern wegen der Verdünnung.

Die Gegenprobe nannte Hahnemann den "Arzneimittelversuch" und entwickelte daraus ein System, in das er die Vergiftungssymptome bei hoher Dosierung mit giftigen Substanzen zusammen mit den Ergebnissen der Arzneimittelversuche an gesunden Probanden mit ungiftigen, aber hochgradig verdünnten Substanzen eintrug. Es stellte sich nämlich heraus, dass auch solche Krankheiten, die den Ergebnissen der Arzneimittelversuche an gesunden Probanden mit verdünnten giftigen Substanzen ähneln, mit eben diesen verdünnten giftigen Substanzen geheilt werden können.

Wegen der Entsprechung zwischen den Vergiftungsbildern mit giftigen Substanzen einerseits, und den Arzneimittelversuchen mit ungiftigen, aber hochgradig verdünnten Substanzen andererseits und  den Krankheiten, die damit geheilt werden können, bezeichnete Hahnemann sein neues System als "Homöopathie", weil im Altgriechischen "hómoios" soviel wie  "ähnlich", und "páthos" soviel wie "Leid, Schmerz, Affekt, Gefühl" bedeutet.  Wörtlich bedeutet also „Homöopathie“: „ähnliches Leiden“. Seinen neuen Arzneimittelschatz aus verdünnten Substanzen bezeichnete er als "homöopathische Materia medica", das einzelne  Heilmittel als das "Simile", (weil auf Lateinisch das "Ähnliche" das "simile" ist) und die ganze Wirkungsweise der Homöopathie als das "Ähnlichkeits-" oder auch "Simile - Prinzip" : „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur).

Der Schritt, den Hahnemann unternahm, erfordert den selben Mut, den der ganz oben beschriebene  Psychotherapeut, und auch dessen Patienten aufbringen müssen, der also Patienten und Ärzte nur gemeinsam auf den Weg der Heilung führen kann! Deshalb heißt diese Homepage: "Mut Zur Heilung"

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Wirkungsweise der Homöopathie

"Placebo-Effekt"