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Historisch gesehen bestehen mindestens 4 verschiedene Möglichkeiten der Misteltherapie: 1. Die primär hoch dosierte Misteltherapie2. Die orale Misteltherapie3. Die primär niedrig dosierte (klassische) Misteltherapie4. Die primär höher oder hoch potenzierte MisteltherapieHierzu nun im Einzelnen: 1. Die primär hoch dosierte Misteltherapiea) Als subkutane (s.c.-) Injektion.Sie ist das ursprüngliche, von Rudolf Steiner inaugurierte Therapie-Verfahren. Doch es geriet nach Steiners Tod (1925) in Vergessenheit, und wurde erst in den neunziger Jahren von Dr.Hans Werner wieder aufgegriffen. Er hatte damit spektakuläre Erfolge gegen das primäre Leberzellkarzinom in Ägypten erzielt, und so erlebte die primär hoch dosierte Misteltherapie durch ihn eine Renaissance. Bei der primär hoch dosierten Misteltherapie werden hohe Fieberreaktionen angestrebt, die ein Schulmediziner selbstverständlich als unerwünschte Nebenwirkung klassifizieren würde, nicht aber der Arzt, der sich mit der Mistel auskennt. Die primär hoch dosierte Misteltherapie ist die Misteltherapie der Wahl, sobald Hinweise bestehen, dass trotz Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie noch Tumorgewebe vorhanden ist. Naturgemäß gilt dies besonders bei großen, inoperablen Tumoren, und auch bei stark metastasierten Tumoren. Begonnen wird diese Therapieform mit der untersten Verdünnungsstufe, das heißt, mit 1 Ampulle der am stärksten dosierten Ampullensorte, zum Beispiel Abnobaviscum Fraxini 20mg Amp. Der beste Injektionszeitpunkt liegt zwischen 15 und 17 Uhr, und gespritzt wird unter die Bauchhaut. Angestrebt wird eine hoch fieberhafte Reaktion, die zumeist erst spät in der Nacht, oder am nächsten Vormittag einsetzt. Dabei sind Temperaturreaktionen bis 39° C hoch erwünscht, und darüber liegende Werte noch besser. Das Fieber hält 2 - 3 Tage an, so dass der Patient sich am 3. Tag nach der Injektion noch etwas ermattet fühlt, aber zumeist kein Fieber mehr hat. Von da ab tritt jedoch häufig ein gesteigertes Kraftgefühl und Wohlbefinden ein. Deshalb wird die primär hochdosierte Misteltherapie nur einmal wöchentlich gegeben. Erwünscht sind Fieberreaktionen über 39°C, doch zumeist fällt die Temperaturreaktion schon nach wenigen Injektion schwächer aus, so dass Dosissteigerungen erforderlich sind. Ich selbst gehe in oft in Verdoppelungsschritten aufwärts, wenn die Fieberreaktion nachlässt, also z.B. in Reihen von je 1,2,4,8,16,32,64 Ampullen a 20mg. Doch dies ist nur als Faustregel zu nehmen, die eine individuelle Anpassung erfordert. Deshalb ist eine wöchentliche Beratung notwendig. Zur Beurteilung der Wirkung bzw der optimalen Dosis ist die Fiebermessung erforderlich, möglichst 2 x täglich, z.B. 1. morgens vor dem Aufstehen, 2. abends gegen 18 Uhr. Die 2. Messung findet möglichst nach einer halben Stunde Liegeruhe statt, da sonst Verfälschungen durch körperliche Aktivität häufig sind. Die Messung erfolgt möglichst im After, und möglichst mit einem elektronischen Thermometer, da die traditionellen Quecksilberthermometer zu ungenau sind. Neben der Fieberreaktion ist die typische Hautreaktion zu beachten. Sie besteht in Schmerz, Rötung, Schwellung, und Erwärmung der Haut am Ort der Injektion, später auch Juckreiz. Die Schwellung kann weich oder hart sein, die Rötung kann bis zu handtellergroß werden, gelegentlich sogar noch größer. Jedoch gibt die lokale Hautreaktion weder zur Sorge, noch zum Therapieabbruch Anlass, da sie harmlos, wenn auch unangenehm ist, und zumeist nach wenigen Tagen wieder abklingt. Echte allergische Schocks kamen in meiner über dreißigjährigen Praxis nie vor. Vordergründig hat diese Form der Misteltherapie den Nachteil, dass die erwünschten, extrem starken Fieberreaktionen, wie auch die lokalen Hautreaktionen subjektiv unangenehm sind. Besonders die starken Fieberreaktionen machen den betroffenen Patienten nach jeder Injektion für 2-3 Tage bettlägerig. Sinnvoll ist daher, die Injektionen bei Berufstätigen jeweils am Freitag Nachmittag vorzunehmen, so dass die stärksten Symptome bis Montag früh abgeklungen sind. Aber es kann dann immer noch sein, dass am Montag ausgeprägte Mattigkeit besteht. Angesichts des Ernstes der Krankheitslage ist dieser Nachteil aber zweitrangig. Die primär hoch dosierte Misteltherapie kann auch neben und gleichzeitig mit einer Chemotherapie oder Strahlentherapie in der beschriebenen Weise durchgeführt werden. Hierbei kommt in Betracht, dass die normale Reaktion auf Mistelsubstanz durch gleichzeitige Chemotherapie oder Bestrahlung stark abgeschwächt wird, während andererseits weniger Nebenwirkungen seitens der Chemotherapie oder Bestrahlung zu erwarten sind. Allerdings ist eine gute Kooperation mit Chirurgen und Onkologen leider nicht immer möglich, da viele von ihnen Vorurteile gegen die Fieberreaktion durch Mistelinjektion haben. b) Als intravenöse (i.v.-) InfusionEinzelne Therapeuten bevorzugen die primär niedrig dosierte Misteltherapie als intravenöse Infusion. Einige Vorteile liegen auf der Hand: Die Hautreaktion fällt weg, die Allgemeinreaktion ist stärker. Nachteilig ist, dass der Patient stärker auf den Arzt angewiesen ist, weil er sich die Infusionen nicht selbst verabreichen kann. Ob dabei auch ein größerer therapeutischer Nutzen erreicht wird, ist diesem Autor nicht bekannt. Dass für jede Form der Misteltherapie das Messen
der Körpertemperatur essentiell ist, dürfte dem ganzen Zusammenhang
zwischen Misteltherapie und Temperaturreaktion klar zu entnehmen sein. Es empfiehlt
sich daher, die Körpertemperatur während jeder Misteltherapie zweimal
täglich zu messen: 2. Die orale
Misteltherapie
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