Individuelle Therapie                                      Zurück

Alle Krankheiten sind individuell, doch der individuellste Zustand ist die Gesundheit. Deshalb muss die Therapie noch individualisierter sein als die Diagnose.

In der schulmedizinischen Ausbildung wird dem angehenden Arzt der Eindruck vermittelt, dass es genügt, eine "Krankheitsdiagnose" zu stellen. In der anthroposophisch erweiterten Medizin ist hingegen das Stellen der Diagnose vielfach nur der Anfang eines Erkenntnis-Prozesses. Denn viele Krankheiten können bei gleicher Oberfläche aus ganz entgegen gesetzten Prozessen entstehen. Erst wenn durchschaut ist, welche Symptome primär, und welche sekundär sind, lässt sich eine Therapie entwickeln, die nicht nur die Symptome unterdrückt, sondern langfristige Heilung bewirkt. Dies ist einer der Gründe dafür, warum in der Homöopathie, wie auch in der anthroposophischen Medizin scheinbar gleiche Krankheiten auf ganz verschiedenen Wegen, und deshalb auch mit jeweils ganz verschiedenen Mitteln geheilt werden müssen, und warum andererseits ein und dasselbe Mittel unter Umständen scheinbar ganz unterschiedliche Krankheiten heilen kann. Dies ist auch einer der Gründe dafür, warum es im Grunde unmöglich ist, durch statistisch-naturwissenschaftliche Methoden zu prüfen, ob eine bestimmte Therapie bei einer bestimmten "Krankheitsdiagnose"  wirksam ist oder nicht: Eine genaue Analyse der jeweiligen, individuell sehr verschiedenen Verursachung der "Krankheitssymptome" würde eine derartige Aufsplitterung der Vergleichsgruppen bewirken, dass eine statistische Auswertung scheitern muss.
Damit in dieser Hinsicht überhaupt eine Möglichkeit besteht, zu zeigen, wie es möglich ist, dass scheinbar ein und dieselbe Krankheit auf vollkommen unterschiedliche Weise verursacht sein kann, haben wir hier ein Beispiel ausgewählt:

Siehe hier als Beispiel: Asthma Bronchiale

Wir haben also bei schulmedizinisch gleicher Diagnose aus anthroposophischer Sicht die Aufgabe, jeden individuellen Krankheitsprozess in seiner Entstehungsdynamik so zu durchschauen, dass nicht nur ein "Krankheitsmanagement", sondern eine echte, nachhaltige "Heilung" möglich wird. Denn Gesundheit ist nicht einfach das Gegenteil von Krankheit. Gesundheit ist ein dynamisches Gleichgewicht zwischen einander polar ausgleichenden Krankheitstendenzen, das zwar beschreibbar, und durchschaubar, aber nicht definierbar ist, weil dieselben Kräfte, die in einem individuellen Falle die Krankheit hervorrufen, in einem anderen Fall gesund sind.

Krankheit kann man zwar als ein Ungleichgewicht oder auch als krankhafte Verschiebung von Prozessen ansehen, aber man muss wissen, dass dieselben Prozesse für die Gesundheit notwendig sind, wenn man Krankheiten wirklich heilen will. Krankheitsprozesse dürfen also nicht einfach eliminiert werden, sondern müssen an ihren gesunden Platz und in ihr gesundes Verhältnis zu den anderen Kräften des Organismus zurückgeführt werden.

Wie ein Orchester, das alle seine Instrumente benötigt, aber schlecht klingt, wenn eines dominiert, so ist die Gesundheit das Gleichgewicht allgemein notwendiger Prozesse, die aber, für sich allein, oder zu stark wirkend, Krankheit und Tod bringen können.


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Heinrich Brettschneider
Anthroposophischer Hausarzt
Facharzt für Innere Medizin
Homöopathie
Naturheilverfahren

 
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