Krankheiten    Therapien    Der Weg zur Praxis    Hausbesuche   Integrative Medizin   Links    Startseite

 

Ist Anthroposophie eine Sekte ? 

Das Wort "Sekte" kommt von lateinisch : Sezieren = Schneiden, Kerben. So haben zum Beispiel die Insekten ihren Namen davon, dass ihre Körper sehr stark gegliedert, das heißt, durch tiefe Einschnitte in Kopf, Brust und Bauch unterteilt sind. Auf Deutsch heißen die Insekten deshalb auch Kerbtiere.

Unter "Sekten" versteht man Gruppen von Menschen, die ihre Einsichten und Gesinnungen für sich behalten, oder anderen Menschen aufzwingen wollen.Gruppen von gleichgesinnten Menschen verhalten sich "sektiererisch" , wenn sie sich von der allgemeinen Menschheit in der Absicht absondern, ihre Lebensverhältnisse von fremden Einflüssen frei zu halten oder anderen Menschen aufzuzwingen. Diese Absonderung kann zum Beispiel nach aussen hin dadurch erfolgen, dass man sich eine Einheitskleidung zulegt, oder andere Zutrittsschranken aufrichtet. Nach innen sind Sekten oft durch Personenkulte und starke Hierarchisierung gekennzeichnet. Beides: Einheitskleidung nach aussen, Personenkult nach innen, wurde von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie in einer für ihn ungewöhnlich scharfen Form bekämpft. Der Grund für die Ablehnung alles Sektiererischen lag für Steiner darin, dass er die Inhalte der Anthroposophie nicht als "Religion", sondern als Weg zum Verständnis der großen Weltreligionen verstand. Dies ist auch der Grund dafür, dass er das Wort "Geisteswissenschaft" als Synonym für das Wort "Anthroposophie" gebrauchte.

Der Gebrauch der Worte "okkult", "esoterisch", "geheim", wie er im anthroposophischen Schrifttum häufig gegeben ist, könnte den Eindruck erwecken, es sei auch von Seiten der anthroposophischen Bewegung erwünscht, die eigenen kulturellen Inhalte "geheim" im dem Sinne zu halten, dass man sie möglichst nicht weitergibt. Darin würde aber ein grobes Missverständnis liegen. In anthroposophischen Initiativen werden die Begriffe "okkult", "esoterisch", "geheim" nicht dafür gebraucht, dass man etwas für sich behalten möchte. Vielmehr werden diese Begriffe für Sachverhalte verwendet, deren Existenz man nicht so ohne weiteres beweisen kann, weil für ihre Wahrnehmung erst eine geistige Vorbereitung zu durchlaufen ist. Ihr "Geheimnis" lüftet sich erst durch entsprechende "Einweihung".

Nach Auffassung der anthroposophischen Gesellschaft ist aber jeder Mensch ein Anthroposoph, der die Ziele der anthroposophischen Bewegung als berechtigt ansieht. Und diese Ziele liegen alle in der Fortsetzung dessen, was man auch als abendländischen Humanismus bezeichnen kann.

Zurück zu Anthroposophie