Hierzu
gibt es von Rudolf Steiner sehr zahlreiche Ausführungen aus
anthroposophischer Sicht, die allerdings alle mündlich gegeben
wurden, so dass deren Wortlaut nicht absolut verbürgt werden
kann. Dennoch haben diese mündlichen Angaben in ihrer
Gesamtheit und als Glied eines neuen Therapiesystems, der anthroposophischen
Medizin, zur Entdeckung der Mistel als Krebsheilmittel und zur
Entwicklung einer neuartigen therapeutischen Strategie gegen die
Krebskrankheit geführt.
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Weißbeerige Mistel (Viscum album L.)
auf einem Apfelbaum |
Die
weißbeerige Mistel (Viscum album L.) ist dadurch ein besonderes Wesen in der Natur, dass
sie die allgemeine Evolution nur zum Teil mitgemacht hat, dann
aber auf einer früheren Entwicklungsstufe stehen geblieben ist.
Man sieht das zum Beispiel daran, dass die
Mistel nicht auf, oder in der Erde wachsen kann, obwohl sie die
Fähigkeit hat, ausdauerndes Holz zu bilden, also vergleichend
– biologisch ein Baum ist.
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Senker (Haustorium) der Mistel
Links: im Längsschnitt
rechts: im Querschnitt
der Mistelsenker ersetzt einen Teil der Rinde
eines Astes (links) und verankert sich tief im
Holz des Wirtsbaumes (rechts)
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Statt
einer Wurzel bildet die Mistel einen sogenannten Senker
(botanisch: Haustorium). Das ist ein spezielles Organ, das in
die Rinde anderer Bäume einwächst und die Mistel befähigt,
auf bestimmten Baumarten zu wachsen .
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Senker (rechts im Bild) und zwei
Rindensaugstränge (waagerecht nach links im Bild
verlaufend ) einer Mistelpflanze (ganz rechts), die auf
einem Tannenzweig schmarotzt |
Über
spezialisierte Ausläufer des Senkers, sogenannte Rindensaugstränge,
kann die Mistel aus dem Holz ihrer Wirtsbäume Wasser und
Mineralien saugen .
Wie
ein Embryo, der noch über die Nabelschnur mit einem
zweiten Organismus, dem Leib der Mutter, verbunden sein muss, um
leben zu können, so hängt die Mistel über Rindensaugstränge
mit ihrem Wirtsbaum zusammen, ohne den sie nicht leben kann. Die
Mistel ist also noch nicht so "emanzipiert", wie die Pflanzen,
die im mineralischen Boden wurzeln können.
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Ausschnitt aus einem Mistelbusch mit
Beeren, einem Sprossglied, einem Blütenstand (noch
nicht voll entwickelt) und zwei Blättern.
Die Blätter erinnern an Keimblätter , aber
eigentlich sind alle Teile der Mistel ausgesprochen keimhaft
(embryonal)
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Und
tatsächlich : Die Blätter der Mistel haben etwas Embryonales
an sich, indem sie wie die Keimblätter anderer Pflanzen keinen
Unterschied zwischen Blatt – Ober und – Unterseite
ausbilden. Sie vergilben auch nicht und fallen nicht ab, sondern
bleiben grün und jugendlich, so lange die Mistelpflanze lebt.
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männlicher Blütenstand der Mistel (oben)
und
weiblicher Blütenstand der Mistel (unten)
jeweils voll erblüht.
Deutlich ist die rückständige Entwicklung aller Blütenorgane
erkennbar, obwohl die Mistel eine höhere Blütenpflanze
ist, die durch kleine Fliegen bestäubt wird.
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Auch
am entgegengesetzten Ende der Mistelpflanze, im Bereich
der Blüten und Früchte ist die Mistel ein Sonderling: Sie blüht
im Winter, und die Blütenorgane sind auf ein Minimum reduziert,
obwohl die Mistel vergleichend - botanisch zu den bedecktsamigen,
also den am höchsten entwickelten Blütenpflanzen (Angiospermae)
gehört, und durch kleine Fliegen bestäubt wird.
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Frucht und Embryo der Mistel:
Die Mistelbeere enthält in der Regel drei Embryonen,
die sternförmig nach aussen wachsen, sobald sie aus der
Fruchtschale befreit werden. Dies geschieht
normalerweise im Darm der Vögel, die die Beere fressen,
und zumeist auch auf einem Baum wieder ausscheiden.
Links: Eine Beere, die so aufgeschnitten ist, daß
man den saftig grünen Embryo sieht.
rechts: Drei aus der Beere befreite Embryonen, deren
Keimblätter noch im Beerenschleim stecken.
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Auch
die Früchte der Mistel werden nie in dem Sinne „reif“, dass
sich trockene, hartschalige Samen bilden. Im Gegenteil: der
„nackte“ Embryo der Mistelbeere (er ist insofern
„nackt“, als er keine Samenschale hat) ist von Anfang an grün
und überspringt die Samenruhe. Er ist also primär wachstumsfähig,
kann aber nicht in der Erde keimen, sondern muss
seinen Weg durch die Rinde der Wirtsbäume finden. Dorthin
gelangt er zumeist dann, wenn er den Darm von Vögeln
durchwandert hat, die die Mistelbeeren gefressen haben.
Wir
fassen zusammen: Die Mistel "will" nicht, was vergleichbare
höhere Pflanzen in der Evolution erreicht haben, und statt
dessen "will"
sie
in einem Zustand
verharren, den
vergleichbare höhere Pflanzen
längst hinter sich gebracht haben. So ist sie
auf
einer früheren Evolutionsstufe stehen geblieben.
Wie verhält
sich nun die Krebskrankheit hierzu?
Für
den Arzt, der den Phänomenen der Krebskrankheit am Krankenbett
oder im Operationssaal begegnet, erscheint die Krebsgeschwulst
wie ein radikaler Verlust an Formkräften, und als eine
Krankheit, die dadurch den Körper regelrecht „auffrisst". Aus
diesem naiven, weil nur vom Sinneseindruck diktierten Eindruck,
ist die Bezeichnung „Krebs" entstanden: Nach dem Ebenbild eines
Untieres, das mit gierigen Krebsscheren den ansonsten noch ganz
gesund erscheinenden Körper zerfleischt. Und da der Angriff auf
die menschliche Gestalt so nachhaltig und oft nach Jahren noch
zerstörend weiterwirkt, und weil er aus der „naiven" Sicht von
Arzt und Patient auch völlig widersinnig erscheint, bezeichnet
man ihn als „bösartig".
Die
Tendenz, Krankheiten nicht als die Wirkung von Kräften sehen zu
wollen, die sonst auch die Kräfte sind, die für die Gesundheit
des Menschen vorhanden sein müssen, ist nur allzu menschlich.
Dies ist schon seit dem Mittelalter üblich: Erst wurden die
großen Seuchen als die Wirkung von Hexen, bösen Geistern oder
Teufeln gesehen, ab dem 19. Jahrhundert dann als „Infektionen"
von außen durch Mikroorganismen als „Krankheitserreger", das
heißt, weiterhin als Wirkungen, die mit den Kräften im Inneren
des Menschen nichts zutun haben. Für den bürgerlichen Menschen,
und erst recht für den naturwissenschaftlich denkenden
Spießbürger wollen die großen, potentiell tödlichen Krankheiten
einfach nicht in die „Ordnung" des Organismus passen, selbst
dann nicht, wenn dieser Körper als bloßer „Mechanismus" gedacht
wird. Deshalb ist bis heute der Ausdruck „bösartig" bzw
„maligne" für die Krebskrankheit auch unter Ärzten noch
gebräuchlich , wobei „maligne" dasselbe auf lateinisch sagen
will.
Man
stelle sich also vor: Bis heute finden tausende von akademisch
gebildeten Ärzten, die jeglichen Hexen-, Geister- oder
Teufelsglauben weit von sich weisen, gar nichts dabei, die
Krebskrankheit als „bösartig" zu bezeichnen!
Von dieser Haltung unterscheidet sich die
Anthroposophische Medizin
so radikal wie nur irgend möglich, indem sie die folgenden
Aussagen macht:
„Die
Krebskrankheit geht aus einem Überschuss von
Gestaltbildeprozessen hervor, sie ist eine überschießende
Organbildung, eine Karikatur der embryonalen Bildeprozesse, eine
Sinnesorganbildung am falschen Ort und zur falschen Zeit“ (Rudolf
Steiner)
Damit erklärt die anthroposophische Medizin auch die
Krebskrankheit, - wie alle anderen Krankheiten - , aus den
normalen Prozessen des gesunden Organismus, und speziell die
Krebskrankheit aus den Gestaltbildekräften, mit anderen Worten:
Aus den Kräften, deren Träger das Nervensystem ist.
Inwiefern ist das Nervensystem der Träger der Gestaltbildekräfte,
und damit auch der Träger der Krebskrankheit?
Schon in der Embryonalzeit erweist sich das Nervensystem als der
Träger der Gestaltbildekräfte, indem die erste Anlage des
Embryo, der sogenannte „Keimschild“, zunächst nichts weiter als
die früheste Anlage des Nervensystems ist. Die
Stoffwechselkräfte hingegen kommen zu dieser frühen Zeit noch
ganz und gar aus dem Mutterkuchen (Plazenta), und ziehen erst
nach der Geburt, wenn die Plazenta abgeworfen wird, ganz in den
Organismus ein.
Und
weil das Nervensystem eigentlich nichts anderes als eine
Erweiterung der Sinnesorgane zur Wahrnehmung von Gedanken ist,
bezeichnet Rudolf Steiner die Krebskrankheit als eine
„Sinnesorganbildung am falschen Ort und zur falschen Zeit“.
Welche neuen Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Medizin
haben sich im Hinblick auf diese Anschauung ergeben?
Wir
geben hierzu einen knappen historischen Überblick:
1. Die
„Zellular-Theorie“:
Über
hundert Jahre lang hatte die von Rudolf Virchow im 19.
Jahrhundert begründete „Zellularpathologie“ das Denken in der
naturwissenschaftlichen Medizin nahezu alleinig beherrscht.
Deren wichtigste Grundannahme zur Krebsentstehung ist die
sogenannte „maligne Transformation“ , auf Deutsch: die
„Entartung“ des Erbgutes einzelner Zellen, die dadurch zu
Krebszellen werden, zu wuchern beginnen, dann erst Organe
zerstören, dann Metastasen bilden, und so den ganzen Organismus
zerstören. Aus einer solchen Theorie konnte man nur das quasi
„kriegsmäßige“ Vorgehen der Schulmedizin mit „Stahl“, „Strahl“
und „chemischer Keule“ gegen die Krebskrankheit ableiten.
2. Die
„Immun-Theorie“:
Sie
kam etwa zu Anfang der 70iger Jahre des 20. Jahrhunderts dadurch
auf, dass man die „Infektionsabwehr“ der Bakterien und Viren als
eine Leistung des „Immunsystems“ erkannt hatte (Nobelpreisträger
Burnett 1960). Nun hoffte man, dass das „Immunsystem“
auch die Krebszellen ebenso wie Bakterien und Viren „abwehrt“.
Man behielt also das „militärische“ Denken bei, aber man stellte
sich nun das „Immunsystem“ so ähnlich wie den „Geheimdienst“ und
dessen „Agenten“ vor. Schließlich befand man sich ja damals im
„kalten Krieg“ mit den Sowjets. Doch die Erwartungen wurden
nicht erfüllt: Bis heute ist kein einziger „Impfstoff“ gegen
Krebs auf dem Markt verfügbar, und die labormäßige, sehr
aufwendige Züchtung „immunkompetenter“ Killerzellen gegen Krebs
hilft nur sehr eingeschränkt und nur bei einigen wenigen
Tumorarten, trotz jahrzehntelanger internationaler
Forschungsanstrengungen.
3. Die
„Neo-Angiogenese-Theorie“:
Mitte der 80iger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts tauchten
durch die Entdeckungen Ian Folkmans immer mehr Befunde
auf, die dafür sprachen, dass es zwar keine nennenswerte
immunologische Tumor-Abwehr, sehr wohl aber die „maligne
Transformation“ des Erbgutes einzelner Krebszellen im Sinne der
„Zellular-Theorie“ gibt. Aber die Tumoren, die daraus
hervorgehen, können nur weinige Millimeter groß werden, wenn
sich nicht ein Blutgefäßsystem in der Tumor-Umgebung bildet, das
den Tumor mit Sauerstoff versorgt. In der Fachsprache nennt man
die Neubildung von Tumor-Blutgefäßen „Tumor-Neo-Angiogenese“.
Die neuen Blutgefäße stammen dabei überraschender Weise nicht
aus den „maligne transformierten“ Krebszellen selbst, sondern
aus der scheinbar noch gesunden Tumor-Umgebung. Sie bilden ein
den Tumor ernährendes und schützendes „Tumor-Bett“.
Es
gelang sogar daraufhin, Substanzen zu entwickeln, die die
Neubildung von Tumor-Blutgefäßen hemmen. Sie nennt man daher
„Tumor-Neo-Angiogenese-Hemmer“. Etwa 12 dieser Substanzen
sind bereits auf dem Markt, und damit ist diese neuere Richtung
in der naturwissenschaftlichen Medizin bereits jetzt schon
erfolgreicher, als die einst mit so viel Hoffnung begonnene
„Immun-Theorie“ der Krebskrankheit. Aber die Nebenwirkungen
dieser neuen, extrem teuren Substanzen sind stark, und die
Verlängerung der Überlebenszeit der Patienten weiterhin
vergleichsweise gering.
4. Die
„Organ-Bilde-Theorie“:
Eigentlich hätte die naturwissenschaftlichen Medizin schon
anhand der „Tumor-Neo-Angiogenese" darauf kommen müssen, dass
Tumore sich offenbar ganz analog dazu entwickeln, wie in der
Embryonalzeit die Organe des Embryo entstehen: Erst ist vom
Embryo nur der millimetergroße „Keimschild“ und die
Keimblasenwand vorhanden, die den „Keimschild" als „Nährhülle" (Trophoblast)
vollständig umgibt. Der „Keimschild" besteht wie ein Tumor im
Frühstadium aus „Stammzellen", das heißt, aus einem Mosaik
verschiedenster, zellulärer Grundbausteine des späteren,
kompletten Organismus. Auch der Keimschild hat, wie ein Tumor im
Anfangsstadium, zunächst noch kein Blutgefäßsystem.
Das Blutgefäßsystem des Embryo entwickelt sich erst danach im
Zusammenhang mit dem „Mutterkuchen“ (Plazenta) und daher mit
vergleichsweise riesenhaften Ausmaßen, in das der „Keimschild"
hineinwächst, wie der Tumor in sein „Tumor-Bett“.
Durch diese Perspektive wird nun jede Krebsgeschwulst als eine
Bildung verstehbar, die sich ganz wie die Bildung eines Embryo,
oder zumindest wie die Bildung eines neuen, embryonalen Organes
vollzieht.
So
formulierte beispielsweise der Journalist Gary Stix im
Scientific American, Aprilheft 2008:
„In den
neueren Lehrbüchern erscheint ein Tumor nicht mehr nur als
Klumpen entarteter Zellen; er umfasst auch ein
Versorgungssystem, das heißt ein Mikroumfeld, das aus
Immunzellen der unterschiedlichsten Typen, hin und her laufenden
chemischen Signalen, sowie einem Geflecht von Blutgefäßen
besteht. Der Tumor erlangt so den Status eines außerplanmäßigen
Organs, das aber keine sinnvolle Aufgabe hat. . . sondern
ausschließlich seine eigenen Zwecke verfolgt."
Ein
naturwissenschaftlich gebildeter Journalist kommt hier auf die
anthroposophische Krebstheorie, rein aus den Befunden der
naturwissenschaftlichen Medizin!
So
wird auch klar, wie die Bildung der weißbeerigen Mistel (Viscum
album L.) als ein Prozess der uns umgebenden Natur im Verhältnis
zur Krebskrankheit zu beurteilen ist: Während die weißbeerige
Mistel sich in all ihren Erscheinungen als eine Pflanze erweist,
die den allgemeinen Entwicklungsgang der Natur nur verzögert
mitgemacht hat, also insofern ein zurückgebliebenes Wesen in der
Natur ist, verhält sich die Krebskrankheit als Prozess dazu
genau entgegengesetzt: Indem der Mensch bei der Krebskrankheit
eine zusätzliche Organbildung ausführt, eilt er der normalen
Entwicklung voraus! Wir bekämpfen also die Krebskrankheit, die
der normalen Entwicklung vorauseilt, mit einem Naturprozess, der
den allgemeinen Entwicklungsgang der Natur verzögert mitmacht.
Radikal neu ist aber auch noch die folgende Erkenntnis
hinzugekommen: Insbesondere das angeborene Immunsystem,
aber zum Teil auch das spezifische oder auch erworbende
Immunsystem betreibt nicht nur die normale Entwicklung des
embryonalen Blutgefäßsystems, sondern unterstützt im Falle der
Krebskrankheit auch die Tumor-Neo-Angiogenese aktiv. Dieser
letzte Schritt der naturwissenschaftlichen Krebsforschung konnte
erst im dritten Jahrtausend gelingen!
(Wen
dies interessiert, hier ist ein Teil der neueren Literatur zu
diesem Problem:)
Lin, W.-W.,
Karin, M. (2007): A cytokine-mediated link between innate
immunity, inflammation, and cancer. J. Clinical Investigation
117: 1175–1183
Lu, H. & al. (2006): Inflammation, a key event in cancer
development. Mol. Cancer Res. 4(4): 221–233
Stix, G. (2008): Bösartige Entzündungen. Spektrum der
Wissenschaft Heft 4: 50–57
Visser, K. E. de, Eichten, A., Coussens, L. (2006): Paradoxical
roles of the immune system during cancer. Nat. Rev. Cancer 6(1):
24–37
(ausführliche Literatur-Angaben auf dieser Homepage unter
Zur Menschenkunde der Krebskrankheit)
Wie
gehen wir mit dieser zusätzlichen Erweiterung der Immun-Theorie
der Krebskrankheit um?
1.
Wir überprüfen ab jetzt jeden Arzt, der behauptet, er könne
Krebs durch Anregung des Immun-Systems heilen, ob er nicht ein
naturwissenschaftlicher Scharlatan, oder sogar ein Quacksalber
ist, der dem krebskranken Patienten mehr schadet als nützt.
2.
Wir müssen auch die Misteltherapie der Krebskrankheit daraufhin
überprüfen, ob sie nicht naturwissenschaftliche Scharlatanerie,
wenn nicht sogar Quacksalberei ist, die dem krebskranken
Patienten mehr schadet als nützt!
Diese Überprüfung der anthroposophischen Medizin ist inzwischen
auf einem Nebenfeld der Entwicklung der Misteltherapie teilweise
schon gelungen: Inzwischen gibt es viele andere Krankheiten,
deren Therapie durch Mistelsubstanz ganz wesentlich verbessert
werden konnte:
Rheumatoide Arthritis, Systemischer Lupus (SLE),
Multiple Sklerose, Arthrosen, und auch die
Schuppenflechte (Psoriasis)
können durch sehr
vorsichtig
dosierte Misteltherapie entscheidend gebessert, wenn
nicht sogar geheilt werden, und weitere chronische Krankheiten
werden folgen.
Alle
soeben genannte Krankheiten haben gemeinsam, dass sie auf einer
Überaktivität des Immunsystems beruhen, weshalb man sie
in der Schulmedizin auch als
„Auto-Immun-Krankheiten“
bezeichnet. In der
anthroposophischen Medizin fasst man sie als
„neurasthenische Krankheiten" zusammen und will damit
ausdrücken, dass sie auf einer einseitigen Dominanz des
Nerven-Sinnes-Systems gegenüber dem Stoffwechsel-System beruhen.
So wird allmählich der Zusammenhang des Immunsystems mit dem
Nerven-Sinnes-System immer deutlicher. Die Krebskrankheit ist
also gar nicht die einzige Krankheit, die vom Nervensystem
ausgeht und durch das Immunsystem aktiv vorangetrieben wird, und
die Mistel ist deshalb keineswegs nur bei der Krebskrankheit
wirksam.
Im
Kapitel „Homöopathie" auf
dieser Homepage haben wir bereits darauf hingewiesen, wie man
durch „Verdünnen“ , oder besser gesagt: „Potenzieren“ von
Heilmitteln ungeahnte Möglichkeiten bekommt, das Spektrum der
Wirksamkeit dieser Substanzen zu vergrößern. Genau das liegt
auch hier nun vor, so dass durch höhere Verdünnung bzw.
„Potenzierung" der Mistelsubstanz auch ein anderes
Krankheitsspektrum erschlossen wird als mit der „primär
hochdosierten" Misteltherapie des Krebses. Wir haben hierzu
extra Kapitel auf unserer Homepage unter
„Misteltherapie" und
"Durchführung der
Misteltherapie" eingefügt.