Arthrose, Arthritis oder Gicht?

"Arthrose", das ist die große "Blackbox" der Orthopäden, in die alles gesteckt wird, das mit Gelenkigkeit, Gelenkbeschwerden, mit Lebensqualität und deren Erhalt oder Verlust im Alter zu tun hat, weil die Arthrose als der "Normalfall" gilt. Laut Wikipedia ist sie außerdem die einzige nicht-heilbare Gelenkerkrankung. Deshalb kann hier so gedankenlos operiert werden, ohne dass der hoch spezialisierte Arzt sich zeitraubend mit den Entstehungsbedingungen der Erkrankung, das heißt: mit der Krankheitsdiagnose und Krankheitserkenntnis auseinandersetzen muss.

 

Die Ärzte sprechen dann von "Abnutzung" und "Verschleiß", weil das Gelenk als "kaputt" eingeschätzt wird. Aber in Wahrheit ist die Arthrose die Ursache des Verschleißes, und nicht umgekehrt, die Folge! -  Gelenke wollen benutzt werden, Bewegung hält sie gesund! - und wenn diese Gesunderhaltung nicht erfüllt oder in falscher Weise erfüllt wird, dann ist der Verschleiß des Knorpels, des embryonalsten Gebildes der Bewegungsorgane nicht Ursache, sondern Folge!

 

Wenn zum Beispiel ein Gelenk durch ein Trauma geschädigt wurde, oder wenn der embryonale Formungsprozess zu schwach war oder nicht bis zu Ende geführt wurde, wie dies zum Beispiel bei der angeborenen Hüftgelenksluxation (Luxation = Fehlstellung) der Fall ist, so dass der Hüftgelenkskopf nicht genügend tief in die Hüftgelenkspfanne eintaucht, um von dieser geführt zu werden, dann ist der Gelenkverschleiß die Folge und nicht etwa die Ursache. Deshalb ist die Hüftgelenksarthrose im Endeffekt die häufigste Arthose des Menschen.

 

Das eigentliche Problem sind also die Stoffwechselkrankheiten: Wenn ein Patient mehr als ein, oder sogar mehr als zwei Gelenke hat, die ihm Schmerzen bereiten, dann muß hier schon ein Zusatzfaktor, nämlich ein Stoffwechselleiden, wie zum Beispiel die Gicht ausgeschlossen werden. Solche systemischen  Ursachen sind besonders wahrscheinlich, wenn mehr als ein Gelenk betroffen ist (das ist z.B. fast bei allen Wirbelsäulenbeschwerden der Fall). Wichtig ist auch, ob der Schmerz in den frühen Morgenstunden auftritt, also dann, wenn die Bewegung den Schmerz noch gar nicht beeinflusst haben kann, wenn also Bewegung noch gar nicht die Ursache des Schmerzes sein kann. Bei der Gicht sind die meisten Ärzte der Meinung, dass eine Bestimmung des Harnsäure-Spiegels ausreicht. Inzwischen weiß man aber durch die Erfindung der Dual-Energy-CT, dass sich Harnsäure-Kristalle im Gewebe ablagern können, wenn der Serum-Harnsäure-Spiegel noch im Normbereich liegt. Dies wurde zum Beispiel schon vor fünf Jahren auf dem Bayerischen Internisten-Kongress 2013 mitgeteilt und zeigt, wie wichtig auch die Innere Medizin für die Klärung scheinbar rein orthopädischer Fragestellungen ist 

 

Wir Ärzte müssen also herausfinden, warum der Schmerz schon auftritt, bevor sich der Patient bewegt, und auch, ob nicht eine Gicht besteht, obwohl der Harnsäurespiegel im Serum noch im Normbereich liegt.

 

Indem wir uns mit diesem Zusammenhang beschäftigen, finden wir auch den Weg zur Therapie, denn etwa die Hälfte aller homöopathischen Arzneimittel lässt sich der Gruppe zuordnen, die bei rheumatischen Schmerzen hilft, die in der Ruhe der Nacht oder dann beim Aufwachen wehtun. Die andere Hälfte aller homöopathischen Arzneimittel ist sehr hilfreich, wenn die Schmerzen bei Bewegung auftreten und auch unter der Bewegung zunehmen.

 

Bei den erstgenannten spreche ich gerne davon, dass eine Kälteschädigung des Organismus zugrunde liegt, die durch das Abkühlen in der Ruhe noch zunimmt, und sich bei leichter Bewegung bessert. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass auch leichte  Bewegung zu Schmerzen führt, wenn sie bis zur Erschöpfung fortgesetzt wird.  

 

Auf der anderen Seite stehen die Arzneimittel, die bei den eigentlichen Bewegungsschmerzen hilfreich sind. Hierzu gehört aber auch, dass eine Entlastung oder zeitweilige Ruhigstellung in diesen Fällen die Heilung unterstützt.

 

Bei den ganz chronisch verlaufenden Fällen, insbesondere bei den aseptischen Knochennekrosen, ist allerdings eine Ruhigstellung keinesfalls ausreichend, sondern nun müssen die Arzneimittel in sehr hohen Potenzen verabreicht werden.