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Burnout - Syndrom


Das sogenannte Burn-Out-Syndrom bzw die Erschöpfungsdepression betrifft vor allem Menschen in sozialen und künstlerischen Berufen, und dies nicht ohne Grund: In den Berufen, die dem Einzelnen in besonderem Umfang abverlangen, sich mit vielen Menschen gleichzeitig zu beschäftigen, sind besonders die Persönlichkeiten rasch überfordert und entsprechend erschöpft, deren Organismus nicht die nötige Härte im Vergleich zum Seelisch-Geistigen mitbringt.

 

Eine solche Erklärung muss auf dem Hintergrund dessen, was man heutzutage Allgemeinbildung nennt, auf Unverständnis, wenn nicht sogar Ablehnung stoßen. Woran liegt das? – Unsere heutige Allgemeinbildung ist fraglos fortgeschritten gegenüber früheren Menschheitsepochen bezüglich dessen, was man über die den Menschen umgebende Natur wissen kann. Aber bezüglich dessen, was man über das Seelisch-Geistige im Menschen, und auch das, was man über das Lebendige in der Natur wissen kann, ist unsere heutige Allgemeinbildung im Vergleich zu früheren Kulturepochen sehr verkümmert: Die Neigung, alles und jedes, das man im Menschen und in der Natur vorfindet, auf mechanische Weise zu erklären, fördert zwar die Herrschaft des Menschen über die äußere Natur. Aber gleichzeitig lähmt diese Art des Denkens und Fühlens die Fähigkeit, unsere Mitmenschen und uns selbst zu verstehen. Warum denken wir in dieser so sehr für das menschliche Zusammenleben ungünstigen Weise?

 

Die wahren Motive dazu sind sehr untergründig und unbewusst, weil sie den Prozessen dienen, die als Instinkte unmittelbar unserer körperlichen Organisation entspringen. Es sind dies also primär egoistische Triebe, die uns das eigene Denken, Fühlen und Handeln als das einzig Gute, und das Denken, Fühlen und Handeln der anderen Menschen als böse erscheinen lassen. Deshalb ist es auch falsch, zu glauben, man müsse erst sich selbst lieben, bevor man andere Menschen lieben kann. Denn das, was wir heutzutage als unser "Selbst" erleben, das sind wir gar nicht, sondern das ist nur unser Körper. Wir müssen deshalb, um unser wahres Selbst zu finden, uns erst dem "Selbst" unserer Mitmenschen zuwenden. Indem wir dies tun, kommen wir nicht gleich zu unserem wahren "Selbst", aber wir tauchen in etwas ein, das man als das kosmische "Selbst" des Menschen bezeichnen kann. Denn das "Selbst", das wir finden, wenn wir uns dem "Selbst" unserer Mitmenschen zuwenden, lebt immerhin schon zwischen den Menschen, also in der allgemein-menschlichen Kultur, und insofern schon im Kosmos. Unser "wahres Selbst" werden wir erst in einer fernen Zukunft finden, und das nur, wenn wir uns schon jetzt auf die Suche nach jenem kosmischen "Selbst" begeben, das zwischen den Menschen lebt. Darum sagt Christus: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst."

 

Und weil wir instinktiv davor zurückschrecken, in das kosmische "Selbst" einzutauchen, das zwischen den Menschen lebt, sondern statt dessen ständig danach streben, unsere körperliche Identität zu stärken, hat die oben geschilderte technische Art des Denkens die eigenartige Tendenz, innerhalb der Gegenwartskultur die Alleinherrschaft anzustreben. Technisches Denken wird so zur Gesinnung, zur Technokratie, zur Herrschaft der Technik und Bürokratie über alles und jeden. Und wenn jeder von uns unbewusst davon überzeugt ist, er könne sich dadurch "selbst verwirklichen" dass er die Herrschaft über die anderen Menschen erlangt, dann bekommen wir den "Krieg Jeder gegen Jeden".

 

Wenn zum Beispiel beim Sprechen über den Menschen und die ihn umgebende Natur von den „Mechanismen“ der Regeneration, des Wachstums und der Fortpflanzung die Rede ist, so fällt den meisten Menschen nichts weiter daran auf, weil es zum Charakter unserer Gegenwartskultur gehört, diese Phänomene des Lebendigen als ein "Mechanisches" aufzufassen. Es ist und bleibt aber eine Tatsache, dass man weder die Regeneration, noch das Wachstum, noch die Fortpflanzung von Lebewesen in dem selben Sinne erzeugen kann, wie man Maschinen aller Art aus Einzelteilen zusammensetzt. Für Lebewesen gilt statt dessen, dass wir immer wieder staunend vor dem Rätsel ihrer Schönheit, Eleganz und Weisheit, ja, und vor dem Rätsel ihrer bloßen Existenz stehen, die wir nie und nimmer durch unsere menschliche Technik reproduzieren können.

 

Wenn wir des weiteren von „psychischen Mechanismen“, wie zum Beispiel vom Mechanismus der „Verdrängung“, oder „Kompensation“, oder von „Aggressions- und Selbsterhaltungs-Mechanismen“ und vielen ähnlichen Erscheinungen der Psychologie in der Art sprechen, dass wir mechanische Vergleiche und Bilder gebrauchen, so kommt uns das im schlimmsten Fall als "Wissenschaft" mit "Geltungsanspruch", im harmloseren, aber immer noch auf tragische Weise illusionären Bewusstsein wie bloße „Redensarten“ vor. In Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter, nämlich die Unfähigkeit, das Seelische, - wie dies schon zuvor in Bezug auf das Lebendige gezeigt wurde -, in seiner unvergleichlichen Freiheit, Eleganz und Würde zu erfassen.

 

Hierzu gibt es nur eine wirkliche Alternative: Wir müssen alles Sein, sogar das Sein der toten Mineralwelt, aber natürlich erst Recht die Welt der Lebewesen, und noch mehr die Welt des Seelischen und des Menschlichen als eine Metamorphose nicht der Materie (denn die gibt es nach dem heutigen Stand der Physik gar nicht!), sondern als eine Metamorphose des göttlichen Geistes, das "wahren Selbst" des Menschen auffassen!

 

Ein elementares Beispiel muss hier genügen: Wir fassen aufgrund unserer heutigen Allgemeinbildung alle Wärme als das Ergebnis der sogenannten „Brownschen Molekularbewegung“ auf. Dabei bemerken wir nicht, dass die Vorstellung, Wärme sei nichts Primäres für sich, sondern nur ein Sekundäres, Wärme sei nur das Ergebnis der Bewegung kleinster Teilchen, also nur eine Folgeerscheinung aus der Reibung und den Kollisionen von Atomen, dass diese Vorstellung eine rein mechanische ist, die der Eigenart des Wärme-Elementes überhaupt nicht gerecht werden kann. Hierzu nur ein einziger klärender Aspekt: Indem Wärme den Übergang zwischen den Aggregatzuständen der Materie, also den Übergang vom Festen zum Flüssigen, zum Gasartigen, und schließlich sogar zum Lichthaften bewirkt, ist sie nie und nimmer die bloße Folge molekularer Bewegungen, sondern umgekehrt: deren Ursache!

 

In dem grundlegenden Werk „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ (1910) weist Rudolf Steiner auf die Wärme als eine geistige Wesenheit hin, die sich auf den verschiedensten Feldern der Wirklichkeit immer auch verschieden offenbart: So kennen wir die „physische Wärme“, die „Seelenwärme“, aber auch die „Lebenswärme“, und sogar „geistige Wärme“, jede Art der Wärme aus einem fundamental anderen Wirklichkeitsbereich. Aber erst alle diese vier Offenbarungen zusammengenommen sind „die Wärme“ als eine geistige Wesenheit.

 

Wie es nun aus spiritueller Sicht die Wärme als eine geistige Wesenheit gibt, so gibt es auch die übersinnliche „Aura“ des Menschen. Diese Aura sieht immer etwas anders aus, je nach der Beschaffenheit des lebendigen Organismus im Verhältnis zur geistig-seelischen (kosmischen) Wesenheit des Menschen.

 

Ist die geistig-seelische Wesenheit des Menschen besonders stark wirksam im Verhältnis zu dem, was man „das Leben“ des Organismus nennen kann, so wirkt sich dies auf die Aura des Menschen so aus, als sei der Organismus - relativ - zu hart. Dies hat zur Folge, dass die Aura etwas kleiner, kompakter ist, als es dem gesunden Durchschnitt entspricht, weil sich die geistig-seelische Wesenheit des Menschen im Organismus gewissermaßen staut.

 

Ist die geistig-seelische Wesenheit des Menschen im Gegensatz dazu relativ schwach wirksam, so hat das die Folge, dass die Aura übermäßig groß wird, weil die geistig-seelische Wesenheit des Menschen gewissermaßen in die Umgebung hinein ausfließt.

 

Eine relativ kleine Aura weist also auf eine relative Härte des Körpers im Verhältnis zur geistig-seelischen Wesenheit hin und bedingt, dass der Mensch seelisch relativ wenig empfänglich ist für seine Umgebung. Deshalb zwingt er ihr nun umgekehrt den eigenen Willen auf , und dies eventuell sogar mit Gewalt. In leichteren Krankheitsfällen ist er also machtgierig, bei stärkeren Graden manisch und im schlimmsten Fall entstehen epileptische Krampfzustände: Die geistig-seelische Wesenheit staut sich so sehr im Leib, dass sich der Wille ins Nichts verkrampft.

 

Menschen, deren Aura in diesem Sinne etwas zu kompakt ist, kommen gut zurecht, wenn sie von vielen anderen Menschen umgeben sind. Ja, im Gegenteil: Die Anwesenheit vieler Personen in der Umgebung solcher in dieser Art konstituierter Menschen bewirkt, dass ihre Aura von diesen Menschen nach außen gezogen wird, sich auflockert, ausdehnt, und so in die normale Mittellage zwischen „zu klein“ und „zu groß“ gebracht wird. Diese Situation ist daher für beide Seiten von Vorteil: Die Menschen mit „zu kleiner“ Aura werden gesundet, und die vielen Personen in der Umgebung solcher gesundeter Menschen fühlen sich gut bedient. Deshalb sind Menschen mit einer kompakten Aura die "geborenen" Lehrer und Politiker, denn das "Bad in der Menge" gesundet sie regelrecht, so lange ihre Abnormität ein gewisses Maß nicht überschreitet und ihre Intelligenz ausreicht.

 

Ist im Gegensatz dazu der Organismus besonders lebendig, und daher „weicher“ als der Durchschnitt, so gestaltet sich die Aura ausladender und zugleich dünner, das heißt: Die geistig-seelische Wesenheit fließt aus. Dies kann dazu führen, dass solche Menschen recht gesund und aufgrund der großen Aura auch besonders kreativ sind, solange sie allein oder in privaten Kreisen arbeiten können. Wenn aber von derart konstituierten Menschen gefordert wird, sich mit vielen Personen gleichzeitig zu beschäftigen, wie dies in bestimmten sozialen und künstlerischen Berufen unumgänglich ist, sind sie rasch überfordert und entsprechend schnell erschöpft.

 

Was also zunächst wie ein rein seelischer Effekt erscheint: die rasche, und oft auch lang anhaltende Erschöpfung im Beruf, das sogenannte Burn-Out-Syndrom, ist aus anthroposophischer Sicht körperlich bedingt, durch eine primär zu lockere, zu ausgedehnte Aura. Der Ausdruck "körperlich" macht an dieser Stelle aber nur Sinn, wenn man den Körper nicht materiell, sondern als Metamorphose des göttlichen Geistes auffasst.

 

Welche Folgen hat die Abnormität der Aura für die Gesundheit, wenn sie "zu groß" oder "zu klein" ist?

 

In seelischer Hinsicht tauchen im Unterbewusstsein zu viele Einflüsse auf, die der Mensch nicht beeinflussen kann, wenn seine Aura zu groß ist. Bei geringer Ausprägung fördert dies die Fantasie der betreffenden Person, weshalb sie sich zu künstlerischen oder sozialen Aktivitäten besonders angeregt fühlt. Bei entsprechender Übersteigerung dieser Veranlagung, oder bei entsprechender Überforderung durch zu viele soziale Kontakte wird aber das Unterbewusstsein regelrecht überflutet von Einflüssen, die sich nicht beeinflussen lassen. Dies führt seelisch zunächst zu Schuld- und Minderwertigkeits-Gefühlen, zur sogenannten Depression also, letztendlich aber zum Erlebnis der Ohnmacht, sprich: zum Gefühl der Erschöpfung, zum Burn-Out.

 

Doch das "zu groß" Sein der Aura kann auch körperliche Folgen haben: Im Inneren des Organismus tritt eine zu starke "Verdünnung" des Geistig-Seelischen ein, das ja übermäßig nach außen gezogen wird, besonders beim Kontakt mit einer großen Anzahl von Menschen. Diese "Verdünnung" des Geistig-Seelischen im Inneren des Organismus hat dann ein Überwuchern des "Lebendigen" zur Folge. Deshalb neigen solche Personen zu niedrigem Blutdruck, mit entsprechender chronischer Müdigkeit, und oft auch zur abnormen Besiedlung mit Hefepilzen, und damit zur sogenannten Hefepilzkrankheit des Darmes oder der Scheide. In anderen Fällen neigen solche Menschen zu chronisch-rezidivierenden Harnwegsinfekten, oder zur Infektanfälligkeit mit chronisch-rezidivierenden Atemwegs- und Nebenhöhleninfekten, oder gar zur Lungen-Tuberkulose, wie überhaupt die epidemischen ansteckenden Krankheiten besonders diesen Menschentyp betreffen. Dies ist einer der Gründe, warum im 19. Jahrhundert so viele Europäer, die in zu engen Siedlungen lebten, an Tbc erkrankten, und warum besonders oft die Künstler von Tbc betroffen waren.

 

Abgesehen davon, dass man schon bei der Berufswahl auf diese Tatsachen achten, und entsprechend veranlagten Personen davon abraten sollte, soziale oder künstlerische Berufe zu ergreifen, die den ständigen Umgang mit vielen Menschen erfordern, ist hier, wenn schon die Erkrankung eingesetzt hat, neben der nachträglichen Berufsberatung eine medikamentöse Therapie mit anthroposophisch-homöopathischen Mitteln hoch wirksam.

 

Im Grunde genommen ist zwar nicht die seelische, aber die körperliche Situation derer, die eine "zu kleine" Aura haben, und dadurch besonders gut für den ständigen Umgang mit vielen Menschen geeignet sind, viel gefährlicher: Sie neigen zu Autismus und Epilepsie, wenn die Abnormität extrem ausgeprägt ist, und zu Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, wenn sie zwar nur latent, dafür aber permanent eine "zu kleine" Aura haben.

 

Zur Therapie:

 

An dieser Stelle sei auf drei Fragen eingegangen, die ich immer wieder höre:

 

1. Was kann man als Patient selbst zur Therapie beitragen?

 

2. Kann man einfach die bisherige schulmedizinische Therapie absetzen?

 

3. Muss die Therapie auf immer fortgesetzt werden?

 

Zu 1: Was kann man als Patient selbst zur Therapie beitragen?

 

Das größte denkbare Missverständnis bezüglich des Eigenbeitrages des Patienten zur Therapie bestünde darin, dass er versucht, seine Aura selbst auf direktem Wege zu steuern, zB dadurch, dass er sich den Befehl gibt: "Jetzt verkleinere ich meine Aura" oder umgekehrt: "Jetzt vergrößere ich meine Aura". Solche direkte Selbstbeeinflussung kann nur zu illusionären Zuständen und damit zu Krankheiten führen, die weitaus gefährlicher als der Ausgangspunkt sind. Schon der Versuch, sein Verhalten dahingehend direkt zu beeinflussen, dass man sich im Falle der Depression unsensibler anstellt, oder im Falle der Manie "braver" zeigt, als man von Natur aus ist, kann nur zu einem gekünstelten und letztlich unehrlichen Verhalten führen. Statt dessen sollte man die so wertvolle natürliche Gabe des Einfühlens und Mitempfindens in einen zeitlich geordneten, autonom gesteuerten Lebensrhythmus bringen, in dem individuell dosierte Phasen der Einsamkeit mit Phasen der Geselligkeit abwechseln. Im dazu umgekehrten Falle des "geborenen Machtmenschen" bzw Manikers kann man sich systematisch um die Entwicklung der eigenen Empfindsamkeit für das Befinden anderer bemühen. Überhaupt ist hier weder die "Selbstanalyse", noch die "Selbstmanipulation", sondern statt dessen die autonome rhythmische Gliederung des Lebens das Zauberwort. Die Heileurythmie ist hierbei eine grundlegende Therapie-Option, die bei der zentralen Funktion des Rhythmus in der Therapie ansetzt.

 

Zu 2: Kann man einfach die bisherige schulmedizinische Therapie absetzen?

 

Viele Patienten waren schon zuvor bei anderen Ärzten, und kommen deshalb oft mit einem medikamentösen Programm in die Sprechstunde. Dies besteht in typischer Weise aus Psychopharmaka, die zumeist mit dem Argument verschrieben werden, dass nur so die Psychotherapie bis an die Seele des Patienten vordringen könne.

 

Damit gehe ich folgendermaßen um: Jeder Patient soll zunächst sein angestammtes Psychopharmaka-Programm beibehalten. Erst wenn er deutlich spürt, dass meine Therapie greift, fangen wir an, sein Psychopharmaka-Programm kleinschrittig abzubauen, bis er schließlich ganz davon befreit ist.

 

Bei diesem Verfahren kommen zwei Dinge in Betracht:

 

A. Jedes Psychopharmaka-Programm erzeugt seinerseits eine psychische Krankheit, die den ursprünglichen Konflikt überdeckt. Indem das Psychopharmaka-Programm nämlich bestimmte seelische Prozesse unterdrückt, die zumeist nicht die primäre Ursache der Krankheit, sondern nur sekundäre innere Reaktionen auf die primäre Störung sind, werden die inneren Selbstheilungskräfte des Patienten gelähmt. Wenn man nun ein solches Psychopharmaka-Programm übergangslos absetzt, ist der Patient dieser Lähmung seiner eigenen Seelenkräfte übergangslos und brutal ausgeliefert. Deshalb ist ein schrittweises Absetzen erforderlich.

 

B. Immer wieder erzählen mir die Patienten, wenn sie so weit sind, ohne ihr Psychopharmaka-Programm zurecht kommen zu können, dass sie nun erst den Zugang zu ihrem inneren Konflikt eigenständig finden können. Genau dies aber ist mein Therapie-Ziel!

 

Zu 3: Muss die Therapie auf immer fortgesetzt werden?

 

Die klassisch-hömopathische bzw anthroposopisch-hömöopathische Therapie erfordert eine grundlegend andere Beurteilung als die Therapie mit Psychopharmaka: Gegeben wird nicht eine Substanz, die die Krankheitstendenzen des Patienten gewaltsam unterdrückt, sondern sie im Gegenteil dazu noch verstärkt. Das ist ja der Inhalt des von Hahnemann entdeckten SIMILE-PRINZIPS: "Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt", mit anderen Worten: Der Arzt sucht eine Natursubstanz, die den Krankheitszustand des Patienten bei einem Gesunden hervorzurufen vermag. Da sich aber der Organismus gegen diese Beeinflussung genauso wehrt, wie er sich gegen die allopathischen (schulmedizinischen) Einflüsse wehrt, muss das Heilmittel nur ausreichend verdünnt werden, damit sich der Organismus bei der Überwindung dieses Einflusses selber heilt. Und das bedeutet: Das klassisch-homöopathische, bzw anthroposophisch-homöopathische Heilmittel kann früher oder später wieder abgesetzt werden, dann nämlich, wenn die Selbstheilungskräfte ausreichend stimuliert worden sind.