Eisenmangel

Vorbemerkung: 

Erstattung der Eisentherapie bei

Gesetzlich Versicherten (AOK & Co)

 

Ob oral oder intravenös, viele gesetzlich versicherte Patienten mit Eisenmangel sind unsicher bezüglich der Erstattungsfähigkeit der verschiedenen Eisenpräparate. Um Ihnen die Entscheidung für eine Eisentherapie zu erleichtern, habe ich die wichtigsten Informationen rund um das Thema Eisenmangel und Erstattung für Sie zusammengefasst.

 

Eisendiagnostik:

So argumentieren Sie richtig:

Unbehandelte Eisenmangelzustände können erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zu stationären Krankenhausaufenthalten nach sich ziehen. Alleine in Deutschland mussten im Jahr 2010 mehr als 42.000 Patienten aufgrund der Hauptdiagnose Eisenmangelanämie vollstationär behandelt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb für die Betroffenen essentiell und lässt sich leicht mit Hilfe weniger Laboruntersuchungen bewerkstelligen.

 

Selbstverständlich müssen nicht zwingend alle Eisenparameter erhoben werden, um ein Eisendefizit nachzuweisen. Eine rasche und effiziente Diagnose liefert beispielsweise eine Kombination aus Hb-Wert, Serum-Ferritin, Transferrin, Löslichem Transferrin-Rezeptor (LTR) und CRP quant. (Da Ferritin als Akutphase-Protein bei entzündlichen Zuständen falsch hoch ausfallen und somit einen Eisenmangel maskieren kann, sollte der Ferritin-Wert immer zusammen mit dem unspezifischen Entzündungsmarker CRP quant erhoben werden.)

 

Eisenmangeltherapie:

Welche Eisenpräparate sind erstattungsfähig?

Grundsätzlich haben alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland Anspruch auf die Erstattung verschreibungspflichtiger Medikamente, sofern der Arzt diese zur Behandlung einer Erkrankung verordnet. Da orale Eisenpräparate nicht verschreibungspflichtig sind, sind diese im Grundsatz von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausgeschlossen. Sie erfüllen aber die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung durch die GKV dennoch, wenn eine Eisenmangelanämie vorliegt, jedoch nicht, wenn das Eisenpräparat nur zur Behandlung eines Eisenmangels ohne Anämie verschrieben wird.

 

Im Unterschied dazu sind alle intravenösen Eisenpräparate als verschreibungspflichtige Medikamente grundsätzlich voll erstattungsfähig, sofern sie zulassungsgemäß verordnet werden. Erstreckt sich die Zulassung ausdrücklich auf alle Formen des laboranalytisch bestätigten, symptomatischen Eisenmangels, übernimmt die GKV die Kosten für die i.v. Therapie bereits bei reinen Eisenmangelzuständen. Eine vorherige Genehmigung seitens der Krankenkasse ist dabei nicht erforderlich. Die Entscheidung für eine i.v. Eisentherapie ist einzig und allein Arztsache und erfordert keinen Antrag bei der GKV – ein normales Rezept genügt.

 

Hier ist es nun angebracht, den Text der Swiss Iron Health Organisation (SIHO) aus dem Internet zu zitieren:

 

EISENMANGEL

Das Eisenmangelsyndrom wurde zwar schon 1957 von der Universität Innsbruck erstmals beschrieben und 1971 von der Universität Berlin bestätigt. Allerdings konnte sich seine Erkenntnis in der Schulmedizin nicht durchsetzen – in der irrigen Meinung, Eisenmangel sei erst beim Auftreten einer Anämie manifest.

Erst seit seiner Wiederentdeckung durch Dr Beat Schaub in der Schweiz gelang es, sowohl Ärzte als auch Patienten für dieses Frühstadium von Eisenmangel zu sensibilisieren.

88% der Schweizer Eisenmangelpatienten leiden am Frühstadium des Eisenmangelsyndroms IDS (Iron Deficiency Syndrome). Wenn sie nicht behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie im Laufe der Zeit das Spätstadium der Eisenmangelanämie IDA entwickeln (Iron Deficiency Anemia). 12% der Schweizer Eisenmangelpatienten leiden bereits an einer Anämie. Dieses Verhältnis liegt wahrscheinlich auch in Deutschland vor.

(In Ländern mit Mangelernährung leidet die Mehrheit der Eisenmangelpatienten am Spätstadium der IDA).

Typische Symptome sind chronische Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, psychische Labilität bis zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Schwindel, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Nagelbrüchigkeit und Restless Legs. Diese Symptome galten bisher als unspezifisch. Durch die Definition des Eisenmangelsyndroms haben sie einen spezifischen Rahmen erhalten.

Bei einer Eisenmangelanämie können zusätzlich Atemnot, beschleunigter Puls sowie eine Blässe erscheinen.

BEHANDLUNG

Die Behandlung in den Ärztlichen Eisenzentren wird in fünf Schritte aufgeteilt (Swiss Iron System SIS).

 

Erster Schritt:
Optimierte Diagnostik

Zweiter Schritt:
Präzise Berechnung der individuell notwendigen Eisendosis und Wahl des optimalen Präparates.

Zweiter Schritt:
Durchführung der Aufsättigungstherapie

Dritter Schritt:
Erste Nachkontrolle 2-3 Wochen nach der letzten Infusion (Symptomverlauf und Laborwerte)

Vierter Schritt:
Zweite Nachkontrolle drei Monate später zur Qualitätssicherung

Fünfter Schritt:
Planung und Berechnung der Erhaltungstherapie bei Risikopatienten

Die Behandlungen gemäss Swiss Iron System sind sehr erfolgreich, sicher und kosteneffizient und werden von der Swiss Iron Health Organisation SIHO überwacht.

Das Problem der Normwerte:

Ferritin - Blut-Messwert für die Eisenspeicher

 

Die Normwerte für das Speichereisen Ferritin sind von der Labor-Mess-Methode abhängig. Häufig wird der untere Normwert zwischen 10 ng/ml und 20 ng/ml angegeben, der obere Normwert zwischen 250 ng/ml und 500 ng/ml.

 

Gefahr bei den Blutanalysen 

Leider werden die Blutproben in den verschiedenen Laboratorien nicht einheitlich gemessen, sodass oft unterschiedliche Resultate abgegeben werden, die sowohl den Arzt als auch die Patienten verwirren können. Die Swiss Iron Health Organisation SIHO fordert seit Jahren eine Harmonisierung der Analysen. Nur wenn vergleichbare Resultate vorliegen, können die Behandlungen optimal geplant und dosiert werden.

 

SIHO-Goldstandard

 

Die SIHO hat im September 2011 allen Schweizer Laboratorien vorgeschlagen, die Analysen im Eisenstoffwechsel zu harmonisieren, damit überall dieselben Resultate abgegeben werden. Die Universitätsklinik Zürich hat auf Empfehlung der SIHO bereits die Messmethode der löslichen Transferrinrezeptoren (LTR) optimiert.  

 

Lösliche Transferrinrezeptoren

Harmonisierung der Tests nach demjenigen von 

Roche Diagnostics mit Referenzwerten für Männer

2.2 – 5.0 mg/l und für Frauen 1.9 – 4.4 mg/l

 

Das Transferrin wird in der Leber gebildet. Besteht ein erhöhter Eisenbedarf, steigert die Leber die Produktion. Im Normalfall enthält das Blutserum eines Erwachsenen 200 bis 400 mg/dl (Messung mittels Turbidimetrie) beziehungsweise 212 bis 360 mg/dl Transferrin (Messung mittels Nephelometrie).

 

Für Kinder bis 14 Jahre gelten andere Normwerte:

Alter

Transferrin-Normalwert

bis 2 Wochen

158 - 268 mg/dl

bis 6 Monate

202 - 302 mg/dl

bis 1 Jahre

261 - 353 mg/dl

bis 14 Jahre

240 - 360 mg/dl

 

 

 

Vor allem Frauen im Menstruationsalter, oft in der Nachwirkung auch noch viele Jahre danach, leiden häufig unter Erschöpfungszuständen, Konzentrationsschwäche, depressiver Verstimmung, Schlafstörungen, diffusem Haarverlust, Nagelbrüchigkeit, Nackenverspannung, Schwindel und Unruhe (insbesondere unter Restless-Legs-Syndrom), die eine Folge des durch die regelmäßige Menstruation, und noch mehr durch verstärkte Monatsblutungen hervorgerufenen Eisenmangels IDS (Iron-Deficiency Syndrome) sind. Aus anthroposophischer Sicht ist das Gehirn bloß  der Spiegel, in dem sich das Ich als erkennendes Wesen spiegelt. Aber in vieler sonstiger Hinsicht ist das Blut der Träger des Ich als eines Willenswesens, und so sind es gerade die Störungen des Willenslebens, die beim Eisenmangel-Syndrom im Vordergrund stehen:

  

1. Erschöpfungsgefühl 

2. Konzentrationsschwäche 

3. Depressive Verstimmung 

4. Nackenverspannung

5. Kopfschmerzen

6. Schwindel

7. Schlafstörungen 

8. Unruhe (insbesondere Restless-Legs-Syndrom)

9. Diffuser Haarverlust 

10. Nagelbrüchigkeit

11. Mikrozytäre Anämie (Blutarmut)

 

Merke also: 

 

Ein nachweisbarer Hämoglobinmangel als Kriterium für eine Eisenmangel-Anämie (Blutarmut) kann bei chronischem Eisenmangel trotz der typischen, sehr unangenehmen Symptome maskiert sein!

 

Selbst ein recht schwerer Eisenmangel muss sich also keineswegs zu allererst in einer so genannten mikrozytären Eisenmangelanämie (zu kleine und zu wenige Blutkörperchen, beides durch Eisenmangel) darstellen, sondern wird oft erst durch die Bestimmung des Serum-Gehaltes an Speichereisen (Ferritin) aufgedeckt, und dies auch nur, wenn der richtige untere Grenzwert zugrundegelgt wird. Leider liegen die Standard-Angaben sehr oft zu niedrig. Als Minimum sollte der Standard für Ferritin 30 mg% betragen. 

 

Ein zu niedrig veranschlagter Ferritin-Normalwert ist der Grund, warum Eisenmangel so oft unerkannt bleibt.

 

In einer multizentrischen Studie zu dieser Frage hatten sogar 88 % der Eisenmangel-Patientinnen keine Anämie (Blutarmut), obwohl der Ferritinwert bei fast der Hälfte aller Patientinnen unter 25 ng/ml lag und die oben genannten Symptome wie Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche, Depressive Verstimmung, Schlafstörungen, diffuser Haarverlust, Nagelbrüchigkeit, Nackenverspannung, Schwindel und Unruhe (insbesondere Restless Legs Syndrom) zum Teil oder nahezu vollständig als IDS (Iron Deficiency Syndrome) vorlagen.

 

Eine Anämie (Blutarmut) kommt  dieser Studie zufolge bei Ferritinwerten unter 25 ng/ml zwar schon deutlich häufiger vor, doch selbst bei einem Ferritingehalt von 10 ng/ml lag der Hämoglobinwert (der Wert für den roten Blutfarbstoff im Blut) zumeist noch in der unteren Norm.

 

So wurde bei nur 12 % der Patientinnen mit Eisenmangel Syndrom (IDS) eine Anämie gefunden. Deshalb wurde auch durch die schulmäßig ausgebildeten Ärzte in nur 12% aller Patientinnen mit IDS (Iron Deficiency Syndrome) eine Indikation zur Eisensubstitution erkannt. Bei den Übrigen 88% wurde hingegen zumeist der Eisenmangel erst entdeckt, wenn der Wert für das Ferritin im Blut bestimmt wurde, weil eine Anämie selbst bei Ferritinwerten von nur 10 ng/ml  immer noch nicht manifest zu werden braucht. Andererseits können dieser Studie zufolge schon bei Ferritinwerten  unter 75 ng/ml, also schon weit oberhalb der heute üblicherweise festgelegten unteren Normgrenze von 30ng/ml Ferritin im Serum die oben genannten Symptome wie Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche, Depressive Verstimmung, Schlafstörungen, diffuser Harverlust, Nagelbrüchigkeit, Nackenverspannung, Schwindel und Unruhe (insbesondere Restless Legs) nahezu vollständig als IDS (Iron Deficiency Syndrome) auftreten. Dieser Umstand bedingt leider, dass bei vielen Patientinnen, die unter dem IDS (Iron Deficiency Syndrome) zu leiden haben, keine angemessene Bekämpfung des Eisenmangels eingeleitet wird.

 

Dem Schweizer Arzt Dr med. Beat Schaub ist es in jahrzehntelanger Forschungsarbeit gelungen, neue Normwerte für Ferritin auszuarbeiten und auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in der intravenösen Eisentherapie (eigentlich Eisen-Substitution) zu überprüfen. Die von ihm begründete Swiss Iron Health Organisation SIHO stellt ein für Ärzte kostenloses Eisentherapie-Netzwerk zur Verfügung.

 

Will man also wissen, ob man Eisenmangel hat, braucht man die 5 folgenden Labor-Untersuchungen:

 

1. Hb = Hämoglobin

2. Ferritin (Speichereisen)

3. Transferrin

4. LTR (Löslicher Transferrin-Rezeptor)

5. CRP quant

 

Für die Berechnung des tatsächlichen Eisen-Defizites muss man als den 6.Messwert auch noch das Körpergewicht messen!

 

Unter dem Link:

 

https://www.coaching-for-health.net/hbanking/app/

oder: 

www.eisenmangel.org

oder:

www.eisenzentrum.org

 

erhält man eine exakte Berechnung des aktuellen Eisenbedarfes , wenn man das Muster, das ich im Folgenden wiedergebe, wie vorgeschrieben mit den  Labordaten und sonstigen individuellen Angaben ausfüllt:

 

 

DIE KOSTEN DER EISEN-SUBSTITUTION

 

In diesem Beispiel einer maximalen Eisensubstitution von 1500mg, die nach den Vorgaben der Swiss Iron Health Organisation SIHO (hier selbstverständlich ohne Namensangabe) ausgeführt wurde, ist die Dosis von insgesamt 15 Ampullen a 100mg Eisen-II-Oxyd in der untersten Zeile der grünen Kolumne links ersichtlich. Sie trägt die Bezeichnung AAA 1. Die mit AAA 1 bezeichnete Menge bezieht sich auf die Zahl der Ampullen, die je 100mg Eisen enthalten. Diese für die Behebung eines maximalen Eisendefizits erforderliche Menge kann in Infusionen a 200mg Eisen-II-Oxyd, verabreicht werden. Wenn man mit einer Infusion von 100mg Eisen-II-Oxyd beginnt, ist dies die in der Praxis größte Gesamtmenge von 1500mg. Acht Infusionen benötigen 4 Wochen, wenn 2 x wöchentlich infundiert wird. Was ich hier empfehle, ist die zugleich angenehmste und billigste Methode der Eisensubstitution, die ich kenne.

 

Bei gesetzlich Versicherten verlange ich nur 20.- € für jede Fermed Infusion, also in diesem typischen Beispiel einer maximalen Eisensubstitution nur insgesamt 160.- € an ärztlichem Honorar. Zählt man die Kosten von 244.- €  für 3 x 5 Amp FerMed 100mg/5ml hinzu, und den Preis von 90.- € für 15 Ampullen a´10ml Marmor D6/ Stibium D6, die ich in der Regel zur Verdünnung der Fermed-Ampullen einsetze, so kostet eine maximale Eisensubstitution mit Fermed insgesamt 498.- €.

 

Eine nicht maximale Eisensubstitution ist entsprechend billiger. Hier wurde das Beispiel einer maximalen Eisensubstitution nur gewählt, um den zu erwartenden Maximalpreis dieser Art der Eisensubstitution zu ermitteln. Im Individualfall können die Kosten also stark davon abweichen, aber eben nur nach unten!

 

Schlägt man alternativ dazu den Weg ein, die maximale i.v. Eisensubstitution mit 3 Infusionen a 500mg (= 3 x 10ml Ferinject) durchzuführen, so reduzieren sich zwar die Arztkosten bei mir auf nur 105.- € (3 x 35.- €). Aber die Kosten für die höher dosierten Ampullen betragen dann 521.16 €, so dass das Ganze mit Ferinject und 5 Amp a 10ml Marmor D6/ Stibium D6 Weleda = 29.- €) auf 653.- € kommt.

 

Sie sparen also durch den Einsatz von Fermed  gegenüber  Ferinject etwa 150.- €. bei einer maximalen Substitutionsmenge von 1500 mg Eisen.

 

Das von Dr med Beat Schaub dankenswerter Weise in die akademische Medizin eingeführte, sehr effektive Verfahren zur Bekämpfung des IDS (Iron Deficiency Syndrome) hat den folgenden Nachteil: Es weist nur den Weg bis zur Feststellung des aktuellen Eisen-Mangels und seiner Behebung durch Eisen-II-Infusionen, aber nicht darüber hinaus. Mit anderen Worten: Es bietet keine Therapie im eigentlichen Sinne des Wortes, da es die Ursachen des Eisenmangels ja nicht behebt. Deshalb wird in meiner Praxis nach Erreichen des erwünschten Ferritin-Wertes von 75 - 100ng/ml das erreichte Gleichgewicht durch Verordnung von homöopathischen Mitteln gegen die menstruationsbedingten übermäßigen Blutverluste, gegen die so genannte Hypermenorrhoe, aufrecht erhalten. Es muss also der notwendige Eisen-Ersatz durch entsprechende anthroposophisch-homöopathische Mittel gegen die Menstruationsstörung ergänzt werden.