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Epilepsien im Kindesalter

 

Epilepsien haben im Kindesalter eine wesentlich bessere Prognose (Heilungsaussicht) als in späteren Lebensepochen.

 

Was ist Epilepsie ihrem Wesen nach und was ihre Ursache?

 

Hauptsymptom der Epilepsie sind die anfallsartigen Krämpfe des Bewegungssystems, denen eine Bewusstseinstrübung, die so genannte epileptische "Aura" vorausgeht, bis im eigentlichen  Krampfanfall eine Ohnmacht des Bewusstseins eintritt, die sich von den kreislaubedingten Ohnmachtsanfällen dadurch unterscheidet, dass die Muskulatur nicht erschlafft, sondern verkrampft ist. Erst nach dem Abklingen dieser Verkrampfung geht die Bewusstlosigkeit in eine Erschlaffung der Muskulatur über, die als typischer Folge-Zustand des Anfalles über Stunden hinweg anhalten und damit wesentlich länger andauern kann, als der eigentliche Krampfanfall. 

 

Aus anthroposophischer Sicht ist die Epilepsie eine "Geisteskrankheit", weil sie mit dem vorübergehenden Verlust des Bewusstseins einhergeht. Dem Schulmediziner erscheint diese Betrachtungsweise als absurd, weil er die Epilepsie als eine körperliche Krankheit auffasst, bei der ihm erstens der Bewusstseinsverlust nicht so wichtig erscheint, aber auch, weil es Methoden gibt, den epileptischen Anfall anhand von physikalischen Veränderungen, insbesondere anhand von typischen Veränderungen der Gehirnströme im EEG (Elektro-Enzephalogramm) zu beobachten, zu definieren und zu diagnostizieren.

 

Welche Vorteile für die Therapie ergeben sich  aus der anthroposophischen Betrachtungsweise?

 

Epileptische Krämpfe entstehen, wenn sich der Bewegungswille im Menschen so einseitig betätigt, dass es zur Stauung des Willens im physischen Leib und zum Verlust des  Bewusstseins kommt. Die Epilepsien bilden insofern den vollen Gegensatz zu den depressiven Zuständen des Menschen, die dadurch entstehen, dass das Seelisch-Geistige des Menschen nicht genügend Widerstand im physischen Organismus findet und sich infolgedessen in der Grenzenlosigkeit verliert, gewissermaßen in die Umgebung hinein "ausfließt".

 

Wie kann sich das Geistig-Seelische im menschlichen Organismus stauen?

 

Beim gesunden Menschen darf das Geistig-Seelische als "Wille" den physischen Organismus des Menschen nur im "Status Nascendi", also nur unter der Voraussetzung ergreifen, dass es denselben sofort wieder loslässt. Wollte man dafür ein physikalisches Bild gebrauchen, so könnte man das Fließen eines elektrischen Stromes in einer Stromleitung mit dem geistig seelischen "Willen" im Menschen vergleichen, denn dieser physikalische Stromfluss kann nur in Gang kommen, wenn von Anfang an am anderen Ende der Leitung eine Abflussmöglichkeit für den Strom besteht. In diesem Vergleich wird aber sofort auch der Unterschied zwischen einem Stromkabel und dem menschlichen Organismus deutlich: Fehlt am anderen Ende der Leitung die Abflussmöglichkeit für den Strom, so passiert einfach gar nichts. Beim Menschen, wenn ihn der "Wille" in einem Augenblick durchströmt, in dem keine Abflussmöglichkeit besteht, tritt hingegen eine Krankheit mit Bewusstseinsverlust auf.

 

Gesund bleibt der menschliche Organismus also nur, wenn das Geistig-Seelische ihn rhythmisch ergreift, und sogleich wieder loslässt. Dieses rhythmische Ergreifen und Loslassen des Organismus des Organismus durch das Seelisch-Geistige des Menschen manifestiert sich auf der Bewusstseinsseite in den nachträglichen Sinneswahrnehmungen der eigenen Bewegung, mit anderen Worten: In dem innerlichen Erlebnis des Handlungs-Erfolges.  

 

Auf der Bewegungsseite erkennt man den Erfolg des Handelns  daran, dass man die Möglichkeit erhält, aktiv verändernd in die Außenwelt einzugreifen oder wenigstens den eigenen Organismus aktiv von A nach B zu bewegen. Diese zweite Seite des menschlichen Seelenlebens kann man als die "Sinneswahrnehmung einer Eigenbewegung" bezeichnen. Bestehen aber Hindernisse im physischen Leib, die eine Bezugnahme des Sinnes- mit dem Willensleben stören oder unmöglich machen, so staut sich der Handlung-Wille im Organismus auf, und die Blockade des Willenslebens äußert sich ebenso im Krampf, wie sich die Blockade des Sinneslebens in der  Bewusstlosigkeit offenbart. 

 

Zu den bekanntesten Ursachen der Epilepsie gehören Verletzungen des Nervensystems, die Narben hinterlassen, die bis zu den generalisierten, so genannten "Grand-Mal-Epilepsien" führen können. Diese Art der Stauungszustände kann aber auch in anderen Organen außerhalb des Nervensystems auftreten. Dann ist zumeist die Bewusstlosigkeit geringer, so dass man vom kleinen Anfall, von "Petit-Mal-Epilepsie" spricht, deren Krämpfe nur lokal, bzw fokal auftreten."Petit-Mal-Epilepsien" können aber auch so kaschiert sein, dass sie sich nur in Tobsuchtsanfällen bzw in Gewalttätigkeit ausleben. Aber zumeist treten auch sie mit einem vorübergehend eingeschränkten Bewusstsein auf, wobei die Verminderung der moralischen Sensibilität besonders typisch ist (siehe auch das Kapitel "Selbstverletzung bei Jugendlichen".

 

Die in der akademischen Medizin gebräuchlichen anti-epileptischen Medikamente haben fast durchgehend eine schlaffördernde Wirkung. Sie lähmen die geistig-seelische Aktivität herab und machen dadurch den Patienten dumpf, müde und schläfrig. Dies ist besonders bei den Barbituraten verständlich, die früher sowohl gegen Epilepsien als auch gegen Schlafstörungen eingesetzt wurden. Aber auch bei den modernen Anti-Epileptika sind die bewusstseinsdämpfenden Effekte unvermeidliche Nebenwirkungen. Daran wird deutlich, dass sie zwar den Stau des Seelisch-Geistigen im physischen Organismus des Menschen verringern, indem sie die Aktivität des Seelisch-Geistigen im Menschen verringern. Aber die eigentliche Ursache, die Undurchlässigkeit des physischen Organismus für das Geistig-Seelische des Menschen kann so nicht behoben werden.

 

Die anti-epileptische Therapie der anthroposophischen Richtung lässt sich in drei Stufen schildern:

 

1. Pädagogisch-hygienische Maßnahmen:

 

Schon das Beachten der richtigen Kleidung ist hilfreich: Wenn die Kleidung so eingerichtet wird, dass stärkere Abkühlungen vermieden werden, ja sogar tendenziell ein Wärme-Stau eintritt, kann der Wille den physischen Organismus besser durchdringen, wie jeder Sportler weiß, denn so lässt sich auch im Sport die Krampfbereitschaft vermindern.

 

Des weiteren ist es sinnvoll, die Kinder zum fleißigen Balancieren, zum Schwimmen und Tauchen, und zu allen Arten von Geschicklichkeitsübungen anzuregen, da dies insgesamt den Einfluss des Sinneslebens auf das Willensleben verstärkt. Ebenso wirkt eine Diät mit scharf gewürzten Speisen fördernd auf die innere Sinnestätigkeit und dadurch neutralisierend auf den übermäßig sich stauenden Willen.

 

2. Übende Verfahren:

 

Hier ist in erster Linie die Heileurythmie zu nennen, deren Bewegungsabläufe generell darauf angelegt sind, die Kraft nicht zu stauen, sondern ins Fließen zu bringen.

 

3. Medikamentöse Behandlung:

 

Es gibt zahlreiche Natursubstanzen,  die, nach individuellen Kriterien ausgewählt, das Potential haben, epileptische Störungen zu lindern, oder sogar ganz zu heilen. Dies trifft, wie oben bereits angedeutet,  insbesondere dann zu, wenn die Behandlung rechtzeitig begonnen und beherzt durchgeführt wird. Insbesondere Substanzen pflanzlicher Herkunft sind hierzu geeignet, aber z.B. auch Phosphor, und sogar tierische Substanzen, wie z.B. die Substanz der Hypophyse des Rinderembryos.