PRIVATPRAXIS

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HEUSCHNUPFEN (RHINITIS ALLERGICA, POLLINOSIS)

Hier geht die anthroposophische Medizin ganz eigene Wege. Sie fasst den Heuschnupfen als ein Problem auf, das dadurch entsteht, dass die Tätigkeit des Nerven-Sinnes-Systems übermäßig stark wird im Verhältnis zur Tätigkeit des Stoffwechsel-Gliedmaßen-System des Organismus. Dieses Übermaß ist insgesamt ein konstitutionelles Merkmal der jetzigen Kulturepoche der Menschheit: Seit inzwischen etwa 500 Jahren entwickelt sie vorzugsweise den Intellekt des Menschen  und vernachlässigt dadurch das Fühlen und das Wollen als die beiden übrigen Seelentätigkeiten des Menschen  (siehe auch das Kapitel Dreigliederung des Menschen).

 

Der Vorreiter der jetzigen Kulturepoche ist das amerikanische Volk. Dessen Wohnort, der amerikanische Kontinent, wurde überhaupt erst vor 500 Jahren "entdeckt", militärisch unterworfen und kulturell  in die Weltgemeinschaft einbezogen. Die Bevölkerung Amerikas ist bis heute am stärksten von allen Völkern mit dieser Krankheitstendenz behaftet.

 

Da aber mit dem Einbezug des amerikanischen Kontinentes in die Weltgemeinschaft zugleich auch die "Globalisierung" begann, breitet sich der Heuschnupfen weltweit aus, indem sich mit der amerikanischen Kultur zugleich auch ein nervös-intellektualistischer Grundzug in der gegenwärtigen Weltkultur immer weiter ausbreitet. Während die akademische Medizin zahlreiche Umweltfaktoren, und hier insbesondere den relative Rückgang des Kontaktes der Menschheit mit Krankheitserregern für die Ursache der Allergie - Zunahme hält, vertrete ich selbst die Ansicht, dass die Neigung zum Heuschnupfen vor allem aus dem zivilisatorischen Effekt des "Amerikanismus" kommt, der dem Menschen zwar "Zeitersparnis" verspricht, aber das Gegenteil, also Hektik bewirkt. Deshalb trifft man vor allem auf Amerikaner, die sich selbst fortlaufend die Ermahnung zurufen: "I have got to slow down!" - ihr Ziel aber nie erreichen, weil sie so hektisch sind.

 

Therapeutisch begegnet die Anthroposophische Medizin dem Heuschnupfen in drei Schritten:

 

1. Stärkung der Lebenskräfte und des Stoffwechsels:

Schon im Januar beginnend, orale Therapie mit Tartarus stibiatus D4, Austernschalenkalk D6, Silber D6, Bitterstoffen (z.B. Enzianwurzel) und Gerbstoffen (z.B. Eichenrinde).

 

Wenn dann trotzdem Heuschnupfen-Symptome auftreten:

 

2. Regulation des rhythmischen Systems:

Subkutane Injektionen von Tabak (Nicotiana Tabacum D6) oder Tabak-Asche (Cinis Tabaci D6) mit Ameisengift (Formica D6)

 

Erst wenn dann immer noch Beschwerden bestehen:

 

3. Injektionen mit Gencydo Weleda, einem von Rudolf Steiner entwickelten Präparat aus Zitronensaft (Citrus Succus) und Quitten-Fruchtfleisch (Cydonia Fructus).

 

 

Hierzu gibt Rudolf Steiner zu bedenken:

Gencydo macht den Blutkreislauf des Organismus "geformter", so dass die Nasenschleimhäute weniger stark anschwellen. Das ist aber nur vertretbar, wenn sich der Patient zum Ausgleich dazu auch ein mehr an Bewegung abverlangt, das ihn zum Schwitzen bringt. Ich verstehe das so: Wenn man, wie es vielfach praktiziert wird, schon im Januar mit Gencydo beginnt, dann greift man nicht, wie oben dargestellt, primär am Stoffwechsel, sondern am Ende der Reaktionskette, am "Erfolgsorgan Nase" an. Dadurch vernachlässigt man aber die konstitutionelle Ursache, die durch Hektik bedingte Schwäche des Stoffwechsels. Man lindert also die Endsymptome des Patienten, hilft ihm aber nicht genügend "auf die Beine".

 

Aus der persönlichen Erfahrung wirkt ein Gencydo-Präparat der Weleda besonders nachhaltig: Chamomilla Radix D12/Citrus-Cydonia D6/Quarz D12 aa Ampullen. Gencydo ist hier nur in D6, also 1: 1000 000 verdünnt enthalten, wodurch der Injektionsschmerz wegfällt, der den höher dosierten Gencydo-Präparate als Nachteil anhängt.