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Ischialgie, Ischias-Neuralgie, Ischias-Syndrom

 

Zur Diagnose:

 

Die Worte "Ischialgie", "Ischias-Syndrom", "Ischias-Neuralgie" oder bei verkürzter Ausdrucksweise: "Ischias" beziehen sich auf Schmerzen im Versorgungsbereich des Ischias-Nerven (Nervus Ischiadicus). Der Ischias-Nerv ist der größte sensible Nerv des Beines. Die Schmerzen dieses Nerven können vom Sitzbein (etwa in der Mitte der Gesäßbacke) an der Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle, und von dort über das Wadenbeinköpfchen und die äußere Wadenhälfte entlang der Fuß-Außenkante bis in den kleinen Zeh ausstrahlen.

 

Die "Ischias-Neuralgie" ist die bei weitem häufigste kombinierte Nervenstörung des Beines. Bevor die modernen radiologischen bildgebenden Verfahren wie die Computertomographie CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) in Gebrauch waren, wurde die Häufigkeit der Entzündung des Ischias-Nerven (Nervus Ischiadicus) als Ursache des "Ischias-Syndroms" deutlich überschätzt. Leider wird aber heute umgekehrt die Häufigkeit der Entzündung des Ischias-Nerven (Nervus Ischiadicus) als Ursache unterschätzt. Statt dessen ist es für Radiologen und Orthopäden zur Gewohnheit geworden, den Bandscheiben-Vorfall (Nukleus-Pulposus-Prolaps=NPP), oder andere mechanische Druckwirkungen für die Ursache zu halten, sobald sich irgend ein radiologischer Hinweis dafür ergibt.

 

Diese heutige Denkweise hat den Vorteil, dass grobe mechanische Druckwirkungen auf den Ischias-Nerv, und sogar Tumore, die auf den Ischiasnerven drücken können, von vorneherein als Ursache verdächtigt und deshalb so schnell auch entdeckt und beseitigt werden, dass eine optimale Schadensprophylaxe für den Erhalt des Nerven, oder, wie im Falle eines Tumors, für den Lebenserhalt gewährleistet ist.

 

Dennoch hat diese moderne „Gewohnheit“ auch Nachteile, wie dies bei jeder pauschalisierenden Verallgemeinerung der Fall ist. Insbesondere wird die so fruchtbare Fragestellung, dass es sich eventuell überhaupt nicht um den Ischias-Nerven, sondern z.B. bloß um eine muskuläre Verspannung handeln könnte, gar nicht erst in Betracht gezogen wird. Die Differentialdiagnose des "Ischias-Syndroms"

lautet nämlich folgendermaßen:

 

Schmerzen im Bereich des Ischias-Nerven können verursacht sein:

 

1. Durch Kompression des Ischias-Nerven

 

2. Durch Entzündung des Ischias-Nerven

 

3. Völlig unabhängig vom Ischias-Nerven, z.B. durch Muskel-kontrakturen (muskuläre Verspannungen).

 

Zu 1.:Die Kompression des Ischias-Nerven ist im obigen Text schon ausreichend besprochen.

Zu 2.: Die Entzündung des Ischias-Nerven ist zwar wesentlich harmloser, aber als Ursache des "Ischias-Syndrom" mindestens ebenso häufig wie die mechanische Ischias-Kompression. Sie kann aber, wenn sie die reale Ursache ist, nur angemessen behandelt werden, wenn sie als solche erkannt wird.

 

Hierzu der folgende Hinweis: Bestehen die Schmerzen vor allem in der Ruhe oder bei Bewegungsbeginn, und bessern sich bei leichter, fortgesetzter Bewegung, so lässt allein schon diese Tatsache sowohl einen Tumor, als auch den Bandscheiben-Vorfall als Ursache des Ischias-Syndroms ausschließen!

 

Warum ich mir da so sicher bin? - Weil jede Bewegung den mechanischen Druck auf den Nerv verstärken würde! Andererseits erwärmt sich die Muskulatur bei leichter, fortgesetzter Bewegung, und dies ist der lindernde Faktor bei mindestens der Hälfte aller Ischias-Schmerzen, die nicht mechanisch, sondern nur durch Entzündung verursacht sind. Weil die Besserung durch aktive oder auch passive Wärme in diesen Fällen so deutliche Hilfe bringt, spreche ich hier von einer "Kälte-Schädigung" als Ursache des Ischias-Syndroms.

 

Zu 3: Die häufigste muskuläre Ursache des Ischias-Syndroms ist die Kontraktur des Musculus piriformus, des birnenförmigen Muskels, der von der Kreuzbeinspitze zum Oberschenkelhals führt. Dies bekommt man heraus, wenn man den Patienten sich auf den Bauch legen lässt und die Region dieses Muskels abtastet, also ganz ohne Röntgen-Untersuchung.

 

 

 

Zur Therapie:

 

Zu 1. Der Arzt muss rechtzeitig erkennen, ob eine Operations-Notwendigkeit besteht. Diese besteht absolut bei einem Tumor als Ursache, ist aber zB bei Bandscheiben-Vorfall (NPP=Nukleus-Puposus-Prolaps) keineswegs immer so absolut gegeben, wie von Seiten der Orthopäden und Chirurgen gerne nahegelegt wird.

 

Zu 2. Der Arzt muss auf Anhieb erkennen, ob nur eine "Ischias-Neuralgie", also nur eine Entzündung des Ischias-Nerven vorliegt. Erkennt er dies nicht, so stürzt er erstens den Patienten in das Risiko einer Operation und zweitens verfehlt er sein Ziel, die sehr schmerzhafte, und oft chronisch verlaufende Störung zu beheben.

 

Hier liegt die größte Stärke der homöopathischen Heilmittel, ja ich wage zu behaupten, dass hier sogar nur die homöopathischen Mittel zur Heilung führen können.

 

Aber auch bei den mechanisch, vor allem durch NPP bedingten Ischias-Beschwerden ist insbesondere die Behandlung durch anthroposophische Heilmittel extrem erfolgreich. Dies liegt vor allem an der genialen Einführung der so genannten "Organ-Präparate" in die Medizin durch Rudolf Steiner. "Organ-Präparate" werden durch bis zu 1: 1 000 000 fache Verdünnung embryonaler Organsubstanzen des Rindes hergestellt und vor allem durch die Firma "WALA" vertrieben. Sie wirken zwar auch bei Einnahme durch den Mund, zum stärksten Helfer des Patienten werden sie aber erst durch die ebenfalls von Rudolf Steiner in die Medizin eingeführte subcutane Injektion homöopathischer Substanzen.

 

Zu 3: Hier hilft nur die paradoxe Chirotherapie, die darin besteht, dass man den Patienten auffordert, den erkrankten Muskel willkürlich und gegen den Widerstand des Therapeuten anzuspannen. Man treibt also hier den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem der Patient einen Muskel bewusst anspannt und ihm so die unbewusste Verspannung austreibt. Oft liegen hier übrigens psychische Ursachen vor, zumeist schwere Lebensentscheidungen, die besonders oft das Familienleben, Berufsleben oder Liebesleben betreffen. Deshalb ist es sinnvoll, den Patienten auf solche mögliche Ursachen hinzuweisen. Trotz der „bloß“ psychischen Verursachung muss in vielen Fällen die chirotherapeutische Behandlung mehrfach wiederholt werden.