PRIVATPRAXIS

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Panik-Syndrome

 

Vielfach treten Panik-Syndrome im Zusammenhang von Depressionen auf. Aus anthroposophischer Sicht liegt dies daran, dass beiden Störungen ein sehr Ähnliches zugrunde liegt: Die Seele ist zu locker mit dem Leib verbunden. Dies kann konstitutionell bedingt, oder durch schockartige Erlebnisse hervorgerufen worden sein. Beide Ursachen schließen sich nicht grundsätzlich aus, sondern verstärken sich gegenseitig: Ein Schockerlebnis kann sehr viel nachhaltigere Folgen haben, wenn es einen Menschen trifft, der schon konstitutionell zu einer Lockerung der Seele disponiert ist. Die Unterschiede des Panik-Syndroms gegenüber der chronischen Depression beruhen darauf, dass die Lockerung der Seele beim Panik-Syndrom plötzlich auftritt, bei der Depression hingegen sich über längere Zeiträume entwickelt. Aus diesem Grunde ist die anthroposophische Behandlung beider Störungen etwa gleich, aber die Heilungsprognose ist verschieden: Beim Panik-Syndrom tritt die Stabilisierung sehr viel rascher ein. Dies scheint auf den ersten Blick paradox, da das Panik-Syndrom dem Laien viel gravierender erscheint als die chronische Depression, die vielfach so wenig spektakulär ist, dass sie selbst dem nicht immer bewusst wird, der davon betroffen ist. Verständlich wird es dadurch, dass der Organismus sich an Dauerzustände gewöhnt, hingegen sich wehrt gegen abrupte Veränderungen. Diese Gegenwehr des Organismus kommt der Therapie zugute, die dadurch beim Panik-Syndrom sehr viel rascher wirksam ist als bei der chronischen Depression.

 

Zur Therapie:

 

Hier möchte ich das Folgende vorausschicken: Viele Patienten waren schon zuvor bei anderen Ärzten, und kommen deshalb oft mit einem medikamentösen Programm in die Sprechstunde. Dies besteht in typischer Weise aus Psychopharmaka, die zumeist mit dem Argument verschrieben werden, dass nur so die Psychotherapie bis an die Seele des Patienten vordringen könne.

 

Damit gehe ich folgendermaßen um: Jeder Patient soll zunächst sein angestammtes Psychopharmaka-Programm beibehalten. Erst wenn er deutlich spürt, dass meine Therapie greift, fangen wir an, sein Psychopharmaka-Programm kleinschrittig abzubauen, bis er schließlich ganz davon befreit ist.

 

Bei diesem Verfahren kommen zwei Dinge in Betracht:

 

1. Jedes Psychopharmaka-Programm erzeugt seinerseits eine psychische Krankheit, die den ursprünglichen Konflikt überdeckt. Indem das Psychopharmaka-Programm nämlich bestimmte seelische Prozesse unterdrückt, die zumeist nicht die primäre Ursache der Krankheit, sondern nur sekundäre innere Reaktionen auf die primäre Störung sind, werden die inneren Selbstheilungskräfte des Patienten gelähmt. Wenn man nun ein solches Psychopharmaka-Programm übergangslos absetzt, ist der Patient dieser Lähmung seiner eigenen Seelenkräfte übergangslos und brutal ausgeliefert. Deshalb ist ein schrittweises Absetzen erforderlich.

 

2. Immer wieder erzählen mir die Patienten, wenn sie so weit sind, ohne ihr Psychopharmaka-Programm zurecht kommen zu können, dass sie nun erst den Zugang zu ihrem inneren Konflikt eigenständig finden können. Genau dies aber ist mein Therapie-Ziel!

 

Zur eigentlichen homöopathisch-anthroposophischen Therapie:

 

Am schnellsten wirksam ist die intravenöse Injektion. Wenn man die Injektionen 2 x wöchentlich durchführt, können die Patienten mit Panik-Attacken schon nach 4-12 Wochen völlig stabil geworden sein. Aber wie bei einem Lernprogramm können im späteren Verlauf Auffrischungs-Serien erforderlich werden. Diese sind aber kürzer als die erste Serie, und werden bei jeder erneuten Auffrischungs-Serie immer noch kürzer, bis sie völlig entbehrlich geworden sind. Dies ist ein Effekt, der von den Erfahrungen mit allopathischen Therapien polar abweicht: Schon bei der ersten Injektions-Kur nimmt die Stärke und Länge der Wirkung von Injektion zu Injektion zu, statt wie in der Allopathie durch Gegeneffekte und Gewöhnung abzunehmen. Dies erklärt sich daraus, dass die Wirkung homöopathischer Mittel keine direkte ist, sondern sich erst sekundär aus der Gegenwehr des Organismus ergibt. Und wie ein Muskel, den ich durch Widerstand trainiere, von mal zu mal stärker wird, so wird auch hier die Gegenwehr immer stärker. Und diese Gegenwehr ist dann der erwünschte, immer stärker werdende Heilungsprozess, der eigentlich eine Selbstheilung ist. Hahnemann, der Erstbeschreiber dieses Effektes, bezeichnete dies als das Simile-Prinzip oder auch als die Ähnlichkeits-Regel, da die Gegenwehr nur dann zur Heilung führt, wenn die Symptome der Vergiftung, die bei allopathischer Dosierung eintreten würde, der zu heilenden Krankheit entsprechen. Die Kunst der Medikamenten-Wahl besteht hier also darin, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welches Mittel welche Gegenwehr erzeugt. Blickt man hierbei nicht auf die Kunst der Arzneimittel-Wahl, sondern nur darauf, wie der Organismus dabei sich selbst heilt, so kann man diesen Effekt auch als eine "Selbstheilung durch Gegenwehr" oder als "Gegenwehr-Selbstheilung" bezeichnen.

 

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