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PCO-Syndrom

(Polycystisches Ovarial-Syndrom)

 

 

Dieses Syndrom, das auch als Stein-Leventhal-Syndrom bezeichnet wird, ist eine der häufigsten funktionellen Ursachen der weiblichen Unfruchtbarkeit. Und nur in dieser Eigenschaft bespreche ich dieses Syndrom hier.

 

Die Ursache gilt als ungeklärt, aber ich selbst lege eine Arbeitshypothese zugrunde, nach der ich sowohl in der Diagnosestellung, als auch in der Therapie einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Problematik leisten kann.

 

Normalerweise wird zu wenig daran gedacht, dass die Gesundheit des Menschen nicht auf den aufbauenden Prozessen allein, sondern auf einem rhythmischen Zusammenspiel der im Organismus aufbauend und abbauend wirkenden Prozesse beruht. Der Grund dafür, dass daran zu wenig gedacht wird, liegt darin, dass sich die europäischen Medizintradition teilweise zu sehr in der Richtung eines Denkens bewegt hat, die das Krankhafte mit dem Gesunden in einem Gegensatz sieht.

 

Doch die Tatsachen sprechen eine andere Sprache: Man kann nicht immer nur einatmen, sondern muss auch ausatmen. Das Herz darf sich nicht bloß zusammenziehen, es muss sich auch ausdehnen, und dies wie bei der Ein- und Ausatmung, im angemessenen Rhythmus. Man kann nicht immer bloß essen, man muss auch ausscheiden. Man kann nicht immer bloß reden, man muss auch zuhören, usw. usf.

 

Ebenso verhält es sich mit den Krankheiten: Man kann unter-, aber ebenso auch überernährt sein! Man kann sowohl eine Schlafmütze, als auch ein schlafloses Nervenbündel sein! Der Blutdruck kann nicht nur zu hoch, er kann auch zu niedrig sein! Auch der Blutzucker kann sowohl zu hoch, als auch zu niedrig sein! Und ein gleiches gilt für die Schilddrüsenfunktion, ja eigentlich für alle Teilfunktionen des Organismus.

 

Ein wunderbares Beispiel hierfür bietet nun auch der weibliche Sexualzyklus: Die Gebärmutterschleimhaut baut sich auf, bis der Organismus bereit ist, schwanger zu werden, d.h. den Keim eines Kindes zu empfangen, sich einnisten zu lassen, ihn über den Mutterkuchen und die Nabelschnur zu ernähren und schließlich wieder von diesem entbunden zu werden, so dass ein neuer Mensch das Licht der Welt erblickt.

 

Zu diesem Aufbauprozess der Gebärmutterschleimhaut muss allerdings mindestens noch ein zweiter Aufbauprozess des Organismus hinzukommen (in Wirklichkeit sind es sogar ganz viele Prozesse, die da auftreten müssen, aber wir beschränken uns auf diese zwei): Die weibliche Eizelle muss in einem Bläschen heranreifen, das man als das Graafsche Follikel bezeichnet, und das sich von winzigsten Ausmaßen herkommend zu einer beachtlichen Größe entwickeln kann. Doch auch hier muss der zunächst dominierende Aufbaupozess in einen Abbau-Prozess umschlagen, der die Follikelwand reißen und das Follikel platzen lässt und so zum so genannten "Eisprung" führt, der das befruchtungsbereite Ei freisetzt.

 

Bleibt nun dieser Umschwung vom gesunden Aufbauprozess in den gesunden Abbauprozess aus, kann erstens die Befruchtung nicht stattfinden, und zweitens ein monströses Anwachsen des Follikels zur Eierstock-Zyste führen. Nicht immer verlaufen aber diese verschiedenen Möglichkeiten so pur ab, sondern können sich auf mannigfaltigste Weise kombinieren oder gegenseitig beeinflussen, so dass zwar keine monströse Zyste, aber statt dessen das polyzystische Ovarial-Syndrom entsteht. Und wie es die Gesundheit zerstören würde, wenn wir nicht klar die Einatmung von der Ausatmung trennen, so hat auch die Störung, die dem polyzystischen Ovarial-Syndrom zugrundeliegt die mannigfaltigsten Krankheitsfolgen, zu denen dann nicht nur die Unfruchtbarkeit, sondern auch Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, verschiedenste Hautprobleme und Haarausfall und sogar psychische Störungen (insbesondere Depressionen) gehören können.

 

Nun muss es aber gar nicht erst so weit kommen, wenn man hier rechtzeitig mit den Mitteln der anthroposophischen Medizin dafür sorgt, dass die Aufbauprozesse des Organismus in der angemessenen Weise durch die entsprechenden Abbauprozesse abgelöst werden. Und so kann man mit dieser Therapie schon beginnen, wenn zB bei Kinderwunsch und normaler Zeugungsfähigkeit des Ehemannes oder Partners dennoch eine Kinderlosigkeit besteht, oder wenn sogar schon einzelne oder gehäuft Eierstockzysten aufgetreten sind. Es wird dann eben der Arzt darauf verzichten müssen, den Nachweis führen zu können, dass er ein so schweres Krankheitsbild geheilt hat, da er dieses schon in seiner ersten Entstehungsphase erkannt und dadurch verhindert hat, dass es überhaupt erst zum Vollbild mit all seinen Risiken gekommen ist.

 

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