PRIVATPRAXIS

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SINUSITIS (NASEN-NEBENHÖHLEN-ENTZÜNDUNG)

Viele Ärzte behaupten, Sinusitis sei ein verschleppter Schnupfen, bzw ein Schnupfen könne in eine Sinusitis übergehen, wenn man nicht rechtzeitig zum Arzt geht.

Nichts davon ist wahr!

Es gibt Menschen, die haben dauernd oder fast dauernd Schnupfen, aber nie eine Sinusitis, und es gibt Menschen, die haben sehr oft Sinusitis, aber nie oder fast nie Schnupfen!

Das Problem für die Diagnose der Sinusitis ist also ihr Beginn, denn dieser ist nicht vom Beginn eines Schnupfens zu unterscheiden. Und dennoch handelt es sich bezüglich des weiteren Verlaufes um zwei völlig verschiedene Krankheiten.

Nach meiner Beobachtung lassen sich 3 Formen der Sinusitis unterscheiden:

1. Die akute, eitrige Sinusitis, auch als Nebenhöhlen-Empyem bezeichnet.
Sie ist stark schmerzhaft, besonders beim Senken des Kopfes und beim Klopfen auf die Stirn- oder Kieferhöhlen, und lässt sich ziemlich standardmäßig mit Apis, Belladonna und Pulsatilla behandeln. Dabei wird das Apis in D3, das Belladonna in D6 stündlich eingenommen, und das Pulsatilla als D30 einmalig oder einmal täglich subkutan gespritzt. Bei hohem Fieber kombiniert man die Injektion mit Argentum met prep D30 Ampullen von Weleda.
In der Literatur wird vielfach darauf verwiesen, dass die akute, eitrige Sinusitis, die auch als Nebenhöhlen-Empyem bezeichnet wird, durchbrechen, d.h. den Knochen durchwandern und auf das Gehirn übergreifen könne. In meiner über dreißigjährigen Praxis habe ich aber nie diesen Fall erlebt, kann also Entwarnung geben.

2. Die akut-rezidivierende Sinusitis.
Sie hat die selben Symptome wie die akute Sinusitis, tritt aber immer wieder auf. Wenn das der Fall ist, muss man für eine nachhaltige Therapie ähnliche Überlegungen anstellen wie bei der chronischen Sinusitis.

3. Die chronische Sinusitis.
Hier sind die Symptome zumeist viel weniger dramatisch, stellen aber dennoch ein sehr ernstes gesundheitliches Problem dar, da sie das Allgemeinbefinden, und erst recht die allgemeine Leistungsfähigkeit langfritig und stark herabsetzen können. In zahlreichen Fällen muss der Arzt überhaupt erst auf die Diagnose kommen, da die Symptome sehr wenig spezifisch sind. Viele Patienten wissen u.U. jahrelang nicht, was los ist, oder erfahren es nie, und können infolgedessen auch nicht angemessen behandelt werden. Andere erhalten immer wieder oder dauernd Cortison und Antibiotika, ohne dass ihnen damit nachhaltig geholfen wird.
Bei der chronischen Sinusitis liegen immer Allergien zugrunde, selbst dann, wenn der Allergologe sagt, es seien keine Allergien nachweisbar. Dies liegt daran, dass unter Ärzten fast ausschließlich das IgE-System zum Nachweis einer Allergie zugrunde gelegt wird. Und obwohl das IgE-system nur einen Teil der Allergien erfasst, wird dann behauptet, man habe eine allergische Ursache ausgeschlossen.  Es muss aber unbedingt auch dasIgG-System untersucht werden (siehe im Kapitel Allergien).

Hat man herausgefunden, worauf der Patient allergisch ist, so muss diese Erkenntnis 1:1 umgesetzt werden, falls das möglich ist. Dies kann aber unmöglich sein, wenn Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben beteiligt sind. Letzteres ist aber kein Grund zum Verzweifeln, denn das Vermeiden der Allergene ist ohnehin noch nicht die eigentliche Therapie. Letztere ist aber unter allen Umständen sehr individuell zu gestalten, und kann daher hier nicht verallgemeinernd dargestellt werden. Dies gilt auch deshalb, weil die chronische Sinusitis vielfach in ein Geflecht von weiteren chronischen Krankheiten eingebunden ist.

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