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Der "Plazebo-Effekt"

In der Fachliteratur, aber auch in der Laien-Presse findet man häufig das Argument gegen die Homöopathie, es könne sich bei den Heilungs-Effekten mit hoch verdünnten Substanzen nur um einen "Plazebo-Effekt" handeln. (Das Wort "Placebo" kommt von dem lateinischen Verb "Placere" und bedeutet so viel wie "Ich werde gefallen", also eine Wunschvorstellung). Gemeint ist also mit dem Begriff des Placebo-Effektes, dass bei der Homöopathie keine echte, sondern nur eine  Suggestions-Wirkung eintritt, die durch die Ausstrahlung des Arztes und die Stärke der Wunsch-Vorstellungen des Patienten bedingt ist.

Aber meine besten Patienten sind nicht etwa irgend welche Fanatiker und Hysteriker, sondern Haustiere, Kleinkinder und Schwerstarbeiter. Sie reagieren am schnellsten, stärksten und günstigsten. Zumindest bei Tieren und Kleinkindern dürfte es jedoch fraglich sein, ob sie so stark vom Wunschdenken beherrscht sind. Und die Ausstrahlung und Suggestionswirkung des Arztes dürfte gerade bei dieser Patientengruppe ziemlich gegen Null gehen.

Vollends lässt sich aber ein Plazebo-Effekt in der gewöhnlichen Wortbedeutung ausschließen, wenn die eintretende Wirkung den Erwartungen des Arztes oder dem Wunschdenken des "Patienten" (Tier oder Kleinkind) diametral zuwiderläuft. Dies trifft am häufigsten für die so genannte „Erstverschlimmerung“ zu. Sie ist zwar selten, zugleich aber ein gut bekanntes Phänomen. Warum wird darüber so gut wie nie von den Gegnern der Homöopathie berichtet? Fürchten unsere Gegner womöglich, dass die „Erstverschlimmerung“ sogar ein Argument für die Wirksamkeit der Homöopathie ist?

Wir, die Anwender der Homöopathie, freuen uns zwar über jeden Beweis dafür, dass Homöopathie wirksam ist, aber leider liegt die Wirkung bei der „Erstverschlimmerung“ in der falschen Richtung. Sollten wir aber einem Tier oder Kleinkind unterstellen, dass es sich die Verschlimmerung seiner Krankheit gewünscht haben könnte? – Das scheint uns allzu unrealistisch!

Schließlich gab es dann noch die Fälle, in denen der Patient fest überzeugt war, dass meine Therapie unwirksam und seine Beschwerden weiterhin bestanden. In vielen Fällen musste ich dann leider feststellen, dass derjenige z.B. weiter geraucht hatte, obwohl er bei mir wegen Asthma behandelt wurde, oder dass sie (es war eine Patientin) unter Druckgefühlen litt. Allerdings stellte sich heraus, dass der Druck von ihrem Ehemann kam, so dass sie schließlich zuhause auszog.

In dem Fall einer aseptischen Knochennekrose hatten die radiologischen und computertomographischen Untersuchungen klar erwiesen, dass die Krankheit geheilt war. Die Patientin behauptet aber dennoch, die Beschwerden seien weiterhin unverändert. Solche Fälle würde ich dann am liebsten dem „umgekehrten Plazebo-Effekt“ zuordnen: Der Patient bildet sich ein, nicht geheilt zu sein, obwohl er geheilt ist. Würde man in diesem Fall dem Patienten unterstellen, er habe sich das Weiterbestehen der Krankheits-Symptome selbst herbeigewünscht? Wenn das der Fall sein kann, dann wäre also die Krankheit durch ein Homöopathikum entgegen dem Wunschdenken des Patienten geheilt, und absurder Weise wurde ihm  die Heilung aufgezwungen!

In Wirklichkeit war es aber so, dass der physische Leib schon geheilt, aber das Empfindungsleben - anthroposophisch ausgedrückt: der Astralleib - war noch immer in der Gewohnheit des Schmerzes befangen. Mit einer Verzögerung von 4 - 12 Wochen folgt in solchen Fällen typischerweise die Normalisierung des Empfindungslebens der physischen Heilung nach.

 

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